Von Lemmer zum Princenhof Leider keine Fotos!
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Oefter mal wieder reinschauen

vom 8.-14.7.2000

Samstag, 8.7.2000

Am frühen Samstagmorgen fuhren Katharina und ich mit unserem Gespann nach Lemmer in Holland. Einen richtigen mehrtägigen Törn hatten die Kinder in der Vergangenheit noch nie mit mir gemacht; es war immer bei Tagestörns geblieben.

Nun sollte es mal was Richtiges werden und auf die eine Woche freute sich Katharina ganz besonders, hatte sie doch den Papa mal eine Woche ganz für sich allein.

Nach 4-stündiger Fahrt erreichten wir Lemmer und konnten dort auch im Yachthafen "Groote Brekken" gleich unsere VARIANTA slippen.

Da ich schon viel Routine im Auf- und Abriggen hatte, war die ganze Angelegenheit nur eine Sache von kurzer Dauer und schon konnten wir unser Gepäck und das von der Mama eingepackte Proviant verstauen. Mit 2 Leuten, dazu noch mit einer Kuchenbude ausgerüstet, hatten wir beiden "jede Menge Platz" auf unserer ANKATRIN.

Gegen 15 Uhr legten wir im Caravanpark ab und über den "Groote Brekken" und Das "Brande Meer" segelten wir zu unserem ersten Etappenziel Slooten.

Ein kurzer Stadtrundgang und das erste Abendessen aus Mamas Proviantkiste rundeten diesen ersten gemeinsamen Urlaubstag ab.

Sonntag, 9.7.2000

Herrliches Wetter erwartete uns an diesem schönen Sonntagmorgen. Nach der Morgentoilette machten wir uns erst einmal ein schönes Frühstück und machten danach unsere ANKATRIN startklar.

Unser heutiges Etappenziel war das Heeger Meer, auf dem wir einmal so richtig nach Herzenslust segeln konnten und am Nachmittag war das kleine, aber bekannte Örtchen Heeg das Ende des heutigen Etappenziels.

Da wir Heeg von unseren früheren Tagestörns schon kannten hatten wir das Pflichtprogramm schnell absolviert und machten uns nach der Rückkehr zum Boot über unsere Vorräte her. In aller Ruhe machten wir uns auf dem Spirituskocher eine Dose Gulasch mit Spätzlen warm, die wir dann in aller Gemütlichkeit verzehrten. Vom vielen Segeln waren wir beide rechtschaffen müde und legten uns frühzeitig in die Koje.

Montag, 10.7.2000

Wieder erwartete uns an diesem Morgen strahlender Sonnenschein und nach der üblichen Morgentoilette und dem anschließenden Frühstück tuckerten wir gemächlich von Heeg bis zum Kanal um dort die Segel zu setzen für den Schlag Richtung Norden nach Iljst, Sneek, das Sneeker Meer bis nach Grouw. Die schöne Stadt Sneek hatten wir uns für unsere Rückkehr auf die Tagesordnung gesetzt, da wir in dieser einen Woche unbedingt bis zum Princenhof kommen wollten.

Am Spätnachmittag kamen wir in Grouw an. Der Hafenmeister wies uns eine extrem lange Box zu, so dass wir sämtliche Leinen zusammenknoten mussten. Für den heutigen Abend hatten wir einen Stadtrundgang mit anschließendem Essen in einer Pizzeria auf dem Programm.

Das schnuckelige Örtchen hat uns sehr gut gefallen und die Pizzeria bekam bei unserer abschließenden Bewertung ebenfalls sehr gut weg. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Bummel und kehrten zum Schiff zurück. Da wir direkt an dem Hauptkanal lagen, konnten wir noch bis spät in den Abend den regen Schiffsverkehr beobachten. Leider hatten wir dadurch aber auch in der Nacht doch recht nervigen Wellenschlag.

Dienstag, 11.7.2000

Am frühen Morgen setzte schon wieder starker Bootsverkehr ein, sodass wir schon recht früh auf den Beinen waren. Da das Wetter wieder hervorragend ausschaute, gingen wir schon frühzeitig zum Duschen und machten uns dann über das Frühstück her, nachdem wir zuvor noch frische Brötchen eingekauft hatten.

Gegen 10 Uhr setzten wir die Segel und segelten über den Princes-Margriet-Kanal weiter bis hinauf zum Princenhof. Von der Naturschönheit dieses Flachwassergebietes waren wir begeistert. Es herrschte hier eine Idylle, wie wir sie zuvor in Friesland in dieser Form noch nicht gesehen hatten. Wir fühlten uns hier sehr, sehr wohl. Mit unserem minimalen Tiefgang von nur 40 cm bei aufgeholtem Schwert konnten wir das gesamte Gebiet des Princenhofes befahren und beschlossen am Abend, hier erstmalig an einer besonders schönen Stelle zu Ankern um hier auch über Nacht zu bleiben.

Da hergerichtete Abendessen unter der Spirituslaterne im Cockpit schmeckte uns besonders gut und lange blieben wir noch draußen sitzen, um diese herrliche Abendstille zu genießen.

Mittwoch, 12.7.2000

Da wir nun unser nördlichstes Etappenziel erreicht hatten, begann an diesem Morgen nach waschen und Frühstück der geordnete Rückzug Richtung Lemmer. Das Wetter sah nicht so toll aus an diesem Mittwochmorgen. Doch der Wind stand gut und so machten wir uns unter Segeln auf über den Kanal Hooidamsloot, Kromme Ee, Goengahuisen mitten durch die Stadt Akkrum bis nach Sneek.

Inzwischen war das Wetter sehr schlecht geworden; es regnete kräftig und stürmte. In einem kleinen Hafenbecken gegenüber einer riesigen Fabrik von Dynamit Nobel machten wir neben einer Biga 26 aus Menden fest. Der geplante Stadtrundgang durch Sneek musste wegen des starken Regens leider entfallen. Dies war aber nicht besonders schlimm, da wir in Sneek mehrere Jahre zuvor schon des Öfteren gewesen waren. Auf der anderen Seite des Kanals sahen wir das Schiff unseres Clubkameraden Hanns Bollmann liegen, unmittelbar vor dem vorhin erwähnten Fabrikgebäude.

Da wir Langeweile hatten schauten wir uns erst einmal ausgiebig die neben uns liegende Biga an, die uns sehr gut gefiel. Das Rentnerehepaar war schon seit Ende April in Holland unterwegs und wollte auch noch bis Ende September dort bleiben. Das war so richtig nach meinem Geschmack, für mich allerdings leider aber auch nur ein unerfüllter Wunschtraum.

Donnerstag, 13.7.2000

Da das Wetter an diesem Morgen immer noch schlecht - ja sogar noch schlechter geworden war, beschlossen wir, an diesem Tag wieder zurück nach Lemmer zu segeln um dort unseren kleinen Törn zu beenden. Der Wind aus West stand prächtig für uns und mit einer tollen Rauschefahrt rasten wir nur so unserem Zielort Lemmer entgegen. Wir kamen dort noch rechtzeitig an, um unser Boot an der Rampe aus dem Wasser zu slippen.

Nachdem das Boot verladen und festgezurrt war riefen wir die Mama an und kündigten ihr unsere Ankunft für gegen 21 Uhr an. Bedingt durch den starken Feierabendverkehr kamen wir nicht so ganz zügig voran, aber nach einem kurzen Zwischenstopp an der Autobahn gleich hinter der deutschen Grenze erreichten wir dann unser trautes Heim um 21.30 Uhr.

Die Mama nahm uns fest in die Arme und freute sich, dass wir unversehrt nach Hause zurück gekehrt waren.

Katharina und ich werden diese schöne Reisezeit auf jeden Fall so schnell nicht vergessen.

 

Vater und Tochter Katharina