Rund Rügen 2002 mit Ferdi und Peter Törnfotos
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Öfter mal wieder reinschauen


ANKATRIN II:
Franz-Josef Molitor + Ferdi von der Hövel (Sprinta DS)

und Peter Dorwig mit seiner Larsen 23 "DANICA"


 

Freitag, 2. August 2002 - Oeventrop-Großenbrode

Am heutigen Freitag brachen wir schon morgens um 0500 h in Oeventrop auf, wartete doch eine rund 500 km lange Autofahrt auf uns, und dies mit der schweren ANKATRIN II am Haken. Über das Internet hatte ich den Einhandsegler Peter Dorwig aus Wiesbaden kennen gelernt, mit ihm hatten wir uns in Großenbrode zu einem kleinen "Flottillentörn" verabredet.

Um 1230 h trafen wir in der mir seit über 10 Jahren längst bekannten Marina Großenbrode ein und konnten gleich nach der Mittagspause der Belegschaft unsere Sprinta zu Wasser kranen. Peter war inzwischen mit seinem 5er BMW und der Larsen im Schlepp eingetroffen. Gleich nach uns kam er dann dran und gegenseitig halfen wir uns beim Maststellen und den sonstigen diversen Arbeiten, die das Trailern so mit sich bringen.

Die erste Überprüfung des Motors viel auch mehr als zufrieden aus und so steuerten wir für den ersten Abend unseren Liegeplatz in der Marina an. Peter legte sich direkt neben uns und wir hatten Zeit, uns erst einmal kennen zu lernen.

Nach dem Abendbrot, dass wir um 19.45 h einnahmen vertraten wir uns noch ein bisschen die Füße und legten uns dann aber frühzeitig in die Koje; hatten wir doch schon einen recht anstrengenden Tag hinter uns.

 

Samstag, 3. August 2002 - Großenbrode-Kühlungsborn

Wind: W max. 3

Am Morgen herrschte Flaute, am Mittag immer noch - gegen 13.30 h wurden wir dann doch ungeduldig und entschlossen uns, dann doch mal auszulaufen. Bei westlichen Winden um max 3 kamen wir recht langsam voran, gegen 16.30 Uhr überraschte uns dann auch noch totale Windstille und wir warfen den Riemen auf die Orgel und tuckerten mit unserem Mercury zweieinhalb Stunden Richtung Kühlungsborn, in eine Marina, von der wir wussten, dass sie noch nicht ganz fertig gestellt war.

Als wir ankamen, lagen alle Boote dort an dem einzigen Steg, den man bisher errichtet hatte, - notgedrungen mussten wir ins Päckchen -  das Waschhaus befand sich auch noch im Rohbau und so mussten wir notgedrungen in die nassen und recht unsauberen Container, um unsere Toilette dort zu verrichten.

Zum Abendessen machte Ferdi uns eine Hühnersuppe warm, die wir mit Brötchen zu uns nahmen.

Seemeilen: 29

 

 

Sonntag, 4. August 2002 - Kühlungsborn - Rostock

Wind: NO 3-4

Gut ausgeschlafen erwachten wir am heutigen Morgen, erledigten unsere Morgentoilette, gönnten uns ein zünftiges Frühstück (Ferdi hatte nach dem Duschen frische Brötchen organisiert) und konnten so um 0945 h ablegen. Vor der Hafeneinfahrt erwartete uns ein schwacher NO-Wind so um die 2-3 WS. Es ging trotzdem ganz gut voran - kurz vor Warnemünde wurde es urplötzlich innerhalb von 5 Minuten total neblig, man sah wirklich nicht mehr die Hand vor Augen. Dummerweise näherten wir uns unmittelbar der dort vor Reede liegenden Großschiffart, durch die wir nun zwischendurch manövrieren mussten. So ging es fast eine Dreiviertelstunde, in der uns das Tuten der dicken Brocken doch einigermaßen beunruhigte. Da wir aber schon kurz vor Warnemünde waren, machten wir uns keinen Kopp und näherten uns unter großer Vorsicht der Hafeneinfahrt. In Warnemünde herrscht reger Verkehr, dort muss man schon ein bisschen aufpassen, wenn man von der Seite in den sehr langen Tonnenstrich reinfährt. Als wir dort ankamen lichtete sich urplötzlich der Nebel so schnell wie er gekommen war und wir hatten allerbeste Sicht, als wir unsere Segelrevier von der Ostsee auf die Warnow wechselten. Da wir uns wegen des Nebels aus den Augen verloren hatten, nahmen wir immer wieder Funkkontakt mit Peter auf. Es war noch recht früh am Tage und so entschlossen wir uns, einen Abstecher nach Rostock zu machen. Dort machten wir im Stadthafen fest und unternahmen einen kurzen Stadtbummel; anschließend segelten wir nach Warnemünde zurück und machten im Alten Strom um 1900 für diese Nacht fest.

Seemeilen: 25 - gesamt 54 sm

 

Montag, 5. August 2002 - Warnemünde-Darßer Ort

Wind: NO 4-5

Am Morgen standen nach dem Frühstück einige Besorgungen an, die wir unbedingt erledigen mussten, so wurde es 1130 h, bis wir endlich ablegen konnten. Unser heutiges Tagesziel war Darßer Ort, da uns ein Schlag bis nach Barhöft als zu weit erschien; wir wollten es aber auch darauf ankommen lassen, evtl. doch weiter zu segeln.

Nach der Hafenausfahrt erwartet uns ein strammer Wind so um die 4-5 WS, der bis 1300 h so stark zunahm, dass wir unbedingt reffen mussten. An diesem Tag ging es zum ersten Mal so richtig flott dahin, das Segeln machte großen Spaß. Gegen 1900 h hatten wir das Flachwassergebiet östlich umfahren und motorten nun den Rest bis in den Schutzhafen Darßer Ort, in dem wir um 1930 unsere Leinen festmachten. Nach dem Abendessen unternahmen wir einen kurzen Fußmarsch in diesem wunderbaren Naturschutzgebiet.

Seemeilen: 40 - gesamt 94 sm

 

Dienstag, 6. August 2002 - Darßer Ort - Barhöft

Wind NO 4-5

In der Nacht hatten uns die Mücken ganz enorm gepiesackt, dagegen mussten wir dringend etwas unternehmen - nur was? Bis zu unserem nächsten Ziel, dem Ort Barhöft gegenüber der Insel Hiddensee, wollten wir uns noch was einfallen lassen.

Heute morgen wurde es wieder 1030 h, bis wir in die Puschen kamen - jeden Morgen das gleiche Problem!

Der Wind blies weiterhin mit 4-5 Windstärken und wir konnten unser nächstes Ziel gut anlegen. Schon von Weitem sahen wir den Leuchtturm am Dornbusch, der nördlichsten Spitze von Hiddensee, aber er wollte und wollte nicht näher kommen, obwohl wir mit ca. 5 Knoten auf ihn zu liefen.

Es wurde dann 1830 h, bis wir den kleinen, schnuckeligen Hafen erreichten, in dem wir erstmalig mit dem Heck an einer Boje festmachen mussten. Dies war für uns Neuland und so versuchten wir erst einmal bei einem größeren Boot ins Päckchen zu gehen. Leider verwehrte uns der Skipper das Anlagen und so nahmen wir das ungeübte Hafenmanöver in Kauf, dass dann aber auch bestens ausging. Kaum hatten wir angelegt, ging das Theater mit den Mücken wieder los. Leider ist dieser Ort so klein und es war auch schon zu spät, um irgendwas dagegen zu unternehmen. Ich hatte Ferdi vorgeschlagen, dass wir uns Gardinenstoff und Bleiband besorgen wollten, damit wir den Niedergang damit abdecken konnten, denn bei der Hitze wären wir mit geschlossenen Steckschots im Boot nahezu erstickt. Aber nun mussten wir uns noch eine weitere Nacht mit diesen Quälgeistern rumärgern, für den nächsten Tage beschlossen wir aber unbedingtes Handeln. Am Abend gingen wir in das erstklassige Restaurant am Hafen und genossen erst einmal das herrliche Abendessen. Da es den ganzen Tag immer mal wieder geregnet hatte und auch an diesem Abend sich nicht viel besserte, legten wir uns frühzeitig aufs Ohr.

Seemeilen: 31 - gesamt 125 sm

 

Mittwoch, 7. August 2002 - Barhöft - Stralsund

Wind: NO 3-5

Am Morgen wurde nach der Morgentoilette erst einmal das Wichtigste erledigt, zuhause bei Annemarie angerufen, da sie heute Geburtstag hatte und ihr herzlich gratuliert, von Ferdi natürlich auch.

Heute sollte es weiter gehen Richtung Süden nach Stralsund.

Um 10 Uhr starteten wir unseren zuverlässigen 5-PS-Mercury und verließen Barhöft durch einen sehr engen Tonnenstrich. Die vielen Flachs in dieser Gegend verlangen striktes Einhalten des Fahrwassers sonst sitz man schneller fest als man glaubt.

Um 10.15 Uhr konnten wir dann bei schönem Wetter die Genua setzen und ließen uns von Wind und Segel langsam Richtung Stralsund ziehen. Da wir die Öffnungszeiten der Brücke kannten, ließen wir uns Zeit, um diese herrliche Landschaft zu genießen, den immerhin ging es entlang der bekannten und herrlichen Insel Hiddensee.

Um 12.30 Uhr erreichten wir schon unser heutiges Tagesziel und machten fest in einer nahe gelegen Marina.

Anschließend machten wir einen Stadtrundgang und suchten dabei auch ein Dekorationsgeschäft auf, in dem wir uns den dringend benötigten Gardinenstoff und das erforderliche Bleiband besorgten.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Stadt bzw. später dann wieder auf dem Boot, wo Ferdi uns wieder mal ein schönes Essen auf unserem Spirituskocher zauberte.

Seemeilen: 8 - gesamt 133 sm

 

Donnerstag, 8. August 2002 - Stralsund - Lauterbach

Wind: O 4-5

Heute wollten wir weiter segeln Richtung Lauterbach. Schon um 9.15 Uhr hieß es Leinen los, 10 Minuten später waren wir unter der Brücke durch und konnten die Segel setzen. Als wir den Greifswalder Bodden erreichten wurde es recht ruppig auf dem Wasser und wir hatten genügend zu kämpfen.

Gegen 13.00 Uhr haben wir erst einmal unter Beiliegen etwas gegessen, ehe es dann weiterging bis Lauterbach, dass wir um 16.15 Uhr erreichten.

Nach dem Kaffeetrinken machten wir einen recht weiten Fußmarsch an der wunderbaren Küste entlang, hier hatte es uns bis jetzt am Besten gefallen, es war einfach eine herrliche Idylle, so hatten wir uns Rügen auch vorgestellt.

Der Ort selber gibt nicht ganz viel her, es ist einfach die Umgebung, die die vielen Segler hierher lockt.

Seemeilen: 23 - gesamt 156 sm

 

Freitag, 9. August 2002 - Lauterbach - Lohme

Wind: O 3-4

Heute wollten wir uns die berühmten Kreidefelsen auf der Ostseite der Insel Rügen auf unserer Fahrt nach Lohme anschauen. Mit unseren beiden Kleinkreuzern segelten wir ganz dicht an der Küste entlang, es war ein wunderbares Erlebnis. Leider ließ uns der Wind gegen Mittag fast völlig im Stich und wir verloren unser Begleitschiff mit dem Peter an Bord aus den Augen. Gott sei Dank frischte es dann später aber doch wieder auf und wir näherten uns wieder einander und so kamen am späten Nachmittag in dem kleinen, aber sehr gemütlichen Hafen von Lohme an.

Die Kreidefelsen von Rügen

Nachdem wir auf dem Schiff gegessen hatten, haben wir erst einmal eine Kletterpartie in den Ort Lohme unternommen. Der Ausblick von dieser Steilküste weit auf die Ostsee hinaus hat was.

Den Abend verbrachten wir bei angenehmen Wetter im Cockpit unserer beiden Boote.

Seemeilen: 31 - gesamt 187

 

Samstag, 10. August 2002 - Lohme - Vitte

Wind: O 4-5

Auch heute hatten wir wieder rund 30 Seemeilen vor der Brust, denn es ging um das berühmte Cap Arcona Richtung Westen zum Dornbusch und von dort wieder in südliche Richtung in das Flachwasserrevier Richtung Vitte.

Um 09.15 h legten wir in Lohme ab und segelten etwa eine Stunde bei strömendem Regen Richtung Cap Arcona. Danach lichteten sich die grauen Regenwolken und es blieb für den ganzen Tag trocken. Bei herrlichstem Wetter näherten wir uns dem Tonnenstrich nach Vitte und hatten einige Male Bodenkontakt, sobald man auch nur wenige Zentimeter aus dem Tonnenstrich lief.

Zahlreiche Flachs voller Federvieh

Um 1515 h erreichten wir den Hafen von Vitte unter recht kräftigem Wind. Der Hafen war rappelvoll und wir wurden in die hinterste Ecke geschickt, in der sich das ganze Seegras befand, dass im Laufe des Tages in den Hafen gedrückt wurde. Es dauerte auch nicht lange bis unsere Schraube so stark umwickelt war, dass der Außenborder abstarb. Da wir aber immer Paddel an Bord haben war das Anlegen für uns kein Problem.

Nach der üblichen Besichtigungstour erlebten wir im Hafen ein merkwürdiges Schauspiel, dass deutsche Zöllner mit einem holländischen Segler veranstalteten. Diese waren ohne Einklarierung in den Hafen eingelaufen und hatten keine Grenzerlaubnis-Bescheinigung dabei. Es war hochgradig peinlich, was diese beiden Zöllner mit den Holländern veranstalteten. Offensichtlich nach der Wende jeglicher hoheitlicher Aufgaben beraubt toben sich diese Leute nun an den Sportseglern aus; einfach unverständlich im vereinten Europa - die Holländer konnten es nicht glauben und wir konnten uns nur für unsere kleingeistigen Landsleute entschuldigen.

Zurück am Schiff haben wir erst einmal gemütlich Kaffee getrunken, das Schiff gereinigt. Ferdi, der gelernte Konstrukteur hatte dann noch eine besondere Arbeit vor sich, hatte ich doch bei einem Schritt durch den Niedergang den GPS-Navigator samt Halterung von der Wand gerissen. Ferdi hatte aber ruckzuck eine neue Variante im Kopf die er auch sofort in die Tat umsetzte (mit dieser fahre ich heute noch).

Seemeilen: 28 - gesamt 215 sm

Peter mit seiner schnittigen Larsen 232 - wirklich ein tolles Schiff

Sonntag, 11.8.2002 - Vitte - Klintholm

Wind: NO 4-5

In all den bisherigen Tagen hatte sich gezeigt, dass der Peter mit seiner Larsen 23 einiges schneller war (er hat Yardstick 103, wir 111), und diese 8% war er schneller, zumal er allein an Bord war und ich Ferdi mit seinen rund 100 kg Lebendgewicht + zusätzlichem Gepäck als Ballast mitführte.

Da wir am heutigen Tag über die Ostsee nach Klintholm wollten hatten wir verabredet, dass wir ca. 1 Stunde vor ihm ablegen wollten. Der Peter hatte immer was zu tun; vollelektronisch ausgestatte, mit Selbststeueranlage, GPS, Laptop-Navigation, Funke usw. gab es für ihn immer etwas zu tun.

So legten wir also um 0835 ab und machten uns auf den Weg nach Klintholm - dachten wir - bis mir die Sache spanisch vorkam. Eigentlich hätten wir ja wieder an der Küsten von Hiddensee Richtung Norden fahren müssen, wir hatten aber unterwegs einen Tonnenstrich gewählt, der uns nach Osten führt. Es wurde immer spanischer bis wir an einer Fabrik vorbeikamen, die wir noch nie gesehen hatten. Nun gab es natürlich kein Halten mehr, die Pinne rum und nun ging es volle Pulle zurück.

Wir mussten fast eine Stunde wieder zu der Kreuzung segeln, an der wir abgebogen waren. Als wir in die Nähe dieser Stelle kamen sahen wir, dass der Peter jetzt nicht mehr eine Stunde zurück, sondern fast eine Stunde vor uns war. Dazu kam dann auch noch eine Flaute, die das Tagesziel Klintholm in weite Ferne rückte. Aber kurz vor Mittag frischte es dann urplötzlich auf und dann ging es mit Karacho quer über die Ostsee. Zum Abendessen lagen wir fest im schönen Hafen von Klintholm.

Später machten wir noch einen Bummel und tätigten einige Einkäufe im Supermarkt.

Seemeilen: 36 - gesamt 251

 

Montag, 12. August 2002 - Klintholm - Vordingborgh

Wind: NO 4-5

Die ganze Nacht hatte es gekracht und geblitzt, dabei kam auch noch strömender Regen in Sturzbächen herunter. Deshalb ließen wir es an diesem Morgen etwas ruhiger angehen.

Um 1100 h verließen wir den Hafen und steuerten Richtung Vordingborgh.

Um 1400 h erreichten wir den Tonnenstrich am Grönsund und kreuzten uns Meile für Meile Richtung heutigem Etappenziel.

1640 erreichten wir die Brücke bei Faro, 1830 h erreichten wir den auserwählten Hafen. Rappelvoll. Wir wurden durchgereicht bis zum bitteren Ende, wo wir mit unseren Kleinkreuzern noch 2 freie Boxen fanden.

Der Peter hatte schon seit einigen Tagen mit seinem 4-Takt 10-PS-Honda Motor, der einfach nicht richtig durchzog. Ferdi und Peter haben sich dann im Hafen lange Zeit mit dem Motor beschäftigt, es kam aber kein zufrieden stellendes Ergebnis dabei raus. Peter meinte, er liefe nur auf einem Zylinder.

Ich hatte mich in der Zwischenzeit mal auf Fotopirsch in die Stadt gemacht und machte dabei gleichzeitig einige notwendige Einkäufe.

Seemeilen: 25 - gesamt 276 sm

 

Dienstag, 13. August 2002 - Vordingborgh - Nyköbing

Wind: NW 5-7

Der heutige Tag war nicht unser bester. Beim Ablegen um 1030 h verlor Ferdi zuerst beim Ablegen den Bootshaken; weil er mit der anderen Hand auch noch den Regenschirm über sich hielt, war er motorisch ein bisschen eingeschränkt und ließ dann auch noch prompt den Schirm ins Wasser fallen. Beides konnte aber mit einem klasse gefahrenen Manöver des Skippers wieder an Bord geholt werden.

Ca. 15 Minuten später standen wir vor der geschlossenen Brücke, unter der wir hindurch mussten. Es blies hier schon ein ganz ordentliches Windchen und Peters Motor lief wieder nicht einwandfrei. Er rief uns zu, wir sollten bei der Brückenöffnung durchfahren, er wolle erst in die am Ufer liegende Werkstatt, am heutigen Tagesziel Nyköbing wollten wir uns dann wieder treffen.

Nachdem sich die Brücke öffnete motorten wir hindurch und setzten anschließend unsere Segel. Als wir aus der Abdeckung der großen Gebäude kamen wurden wir von einer enormen Windstärke von 6-7 überrascht. Das große Problem war die wahnsinnige Enge dieses Tonnenstrichs, der einige Meilen weit Richtung NW um die Insel Falster führt, da dort im Nordwesten ein riesiges Flach vor der Küste liegt, das man tunlichst umfahren sollte.

Wir hatten ganz gewaltig zum kämpfen, um uns nach vorne zu segeln, der Versatz durch Wind und Strom war fast nicht mehr auszusegeln, deshalb nahmen wir den Mercury zur Unterstützung mit an die Arbeit.

So erreichten wir nach ganz mühsamer Kreuzerei endlich den Punkt, an dem wir nach SW ablaufen konnten; es war eine Erlösung und wir rauschten mit 6 und teilweise 7 Knoten nur so dahin Richtung Nyköbing, und dass mit kleiner Fock und 2 Reffs im Groß.

Es wurde schon langsam Abend, als wir uns Nyköbing näherten. Der Guldborgsund wurde teilweise so schmal wie in Arnsberg das Flussbett der Ruhr. Wir trauten unseren Augen nicht, als uns in dieser Enge plötzlich ein Regattafeld mit ca. 40 Booten so um die 10-12 Metern entgegenkam; so geschwitzt habe ich beim Segeln noch nie. Wir nahmen ruckzuck unsere Segel weg, nachdem wir zuvor schon den Motor gestartet hatten und manövrierten uns durch das Feld der engagierten Segler. Unter Segeln wären wir da ohne Crash nicht durchgekommen.

So erreichten wir bei immer noch fast 7 Windstärken den Hafen und bekamen dort einen Platz zugewiesen, auf dem wir absolut nicht bleiben konnten. Auf diesem Steg stand ein solcher Schwell, der uns im Laufe einer Nacht mit Sicherheit Schäden am Boot verursacht hätte. Notgedrungen machten wir den Motor noch einmal an und unter schwierigsten Windbedingungen kurvten wir zu einem besseren Liegeplatz; hier ließ es sich dann aushalten.

Wenig später als wir erreichte dann auch Peter den Hafen, der eine andere Strecke als wir gesegelt war; er hatte einfach die Abkürzung über das Flach genommen und so wertvolle Zeit gewonnen, in der wir uns mühsam hochgekreuzt hatten. Seine Erklärung war dafür auch logisch. Der Wind aus NW hatte den Wasserstand bestimmt um einen halben oder ganzen Meter angehoben, und so hätte er, mit Kontrolle des Echolots einfach den kürzeren Weg riskiert. Im Hafen war er aber froh, dass wir schon dort waren, da er bei dem Wind Hilfe auch dringend benötigte.

Um 19.30 Uhr waren wir dann froh, dass dieser Tag so gut verlaufen und wir fest vertäut im sicheren Hafen lagen.

Seemeilen: 33 - gesamt 309

 

Mittwoch, 14. August 2002 - Nyköbing - Großenbrode

Wind: umlaufend 2-4

So langsam ging unser Segeltörn seinem Ende entgegen. Wegen des doch durchweg durchwachsenen Wetters beschlossen wir, heute bis Großenbrode zurück zu segeln um dann am Donnerstag von dort die Heinreise wieder anzutreten.

Der Wind hatte sich doch mächtig beruhigt und so hatten wir eine sehr angenehme Fahrt durch den Guldborgsund. Unterwegs wechselte ich die Fock wieder gegen die Genua, schüttelte die beiden Reffs aus dem Groß und so machten wir Meile für Meile durch eine herrliche Flusslandschaft, breiter war es hier wirklich nicht, dazu mit zahlreichen Windungen.

Als wir auf Höhe Nysted wieder die freie Ostsee erreichten erwartete uns dort wieder ein frischer 4er und wir machten mächtig Fahrt Richtung Heimat.

Der Kurs war so günstig, dass wir von dort aus mit einer Segelstellung bis an die Untiefentonne vor der Großenbroder Hafeneinfahrt segeln konnten; schöner kann ein Segeltörn nicht enden. Peter segelte sogar durch die Einfahrt in den Großenbroder See, wir hatten unsere Segel bereits an der Ansteuerung weggenommen.

So beendeten wir am Spätnachmittag unseren Segeltörn dort, wo er auch begonnen hatte!

Seemeilen: 49 - gesamt 358 sm.

Alles in Allem, war es trotz des durchwachsenen Wetters ein herrlicher, unvergeßlicher Törn.

Die Erfahrung, mit einem zweiten Boot zusammenzufahren, war nicht die schlechteste - allerdings hatten wir durch die unterschiedlichen Yardstickwerte doch teilweise recht große Abstände - da wir uns aber über Funk verständigen konnten, war trotzdem immer einer in der Nähe, der einem hätte zu Hilfe  kommen können.

 

 

 

 

 

 

Skipper



Ferdin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ferdi kocht

Peter füllt aus

H

...und ich esse

 

Bilder aus Rostock

 

 

 

Nun Bilder aus Stralsund...

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Endlich geht die Brücke in Stralsund auf

Ferdi treibt das Boot weiter Richtung Klintholm

Angekommen in Vordingborgh...

 ...und nun in Nyköbing, sichtlich geschafft...

Der letzte Schlag nach Großenbrode