Mit Sturmfock über die westliche Ostsee  
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Oefter mal wieder reinschauen

Herbsttörn vom 1.-8.9.2006

Freitag, 1. 9.

Am Freitagmorgen um kurz vor sechs Uhr startete ich unser bewährtes Gespann (Omega mit Anhänger) und sammelte meine Segelfreunde Thorsten, Kalla und Skipper Richard ein, um mit ihnen gemeinsam nach Großenbrode zu fahren, wo wir auch in diesen Jahr wieder eine Dehler 38 gechartert hatten.

 Nach einer entspannenden Autofahrt erreichten wir nach sechs Stunden unser 500 km entferntes Ziel, und natürlich wieder prompt vor der Mittagspause.

Wir nutzten die ca. einstündige Wartezeit zum Auftanken des PKW für die Rückfahrt, einen Einkauf beim Bäcker und einen kleinen Bummel über die Großenbroder Strandpromenade und den Hafen von Kapitän ???? zu besichtigen, der gleich am Anfang des kleinen Großenbroder Sees liegt.

Nach der Mittagspause erhielten wir dann sofort unsere Charterunterlagen mit den notwendigen Schlüsseln, räumten unseren Anhänger leer, verstauten alles im Schiff und nach dem ersten Kaffeetrinken an Bord hieß es um Punkt 16 Uhr: Leinen los.

Nach 10 Minuten setzten wir das Groß und unter Mithilfe des Volvo erreichten wir um 17.15 Uhr die Fehmarn-Belt-Brücke, wo wir nun die Genua hissten und mit einem guten Anleger Richtung Bagenkop segelten. Mit der Zeit legte der Wind zu und wegen der bald einbrechenden Dunkelheit banden wir vorsichtshalber Reff 1 ins Groß.

Um 23 Uhr erreichten wir den Hafen von Bagenkop. Wir segelten unter Groß und Fock ins Vorbecken, machten einen Aufschießer, holten die Segel ein und motorten in eine freie Hafenbox. Von einem Nachbarn erfuhren wir den Code für die Toiletten und Waschanlagen. Sehr zufrieden mit dem ersten Urlaubstag nahmen wir noch einen Absacker. Zwischendurch bereitete Kalla noch eine herrliche Nachtmahlzeit vor: kurz vor Mitternacht  gab es noch Schnitzel mit Champignons. Mit vollem Bauch hauten wir uns dann weit nach Mitternacht in die Kojen.

Tagesweg durchs Wasser: 34 sm
Motorstunden: 1,4 St.

 

Samstag, 2.9.

Schon früh waren wir auf den Beinen, da uns der Hafenmeister bereits gegen 7.00 Uhr weckte, um den entsprechenden Obolus für den Liegeplatz einzufordern. Da wir nun schon einmal wach waren machten wir uns auch gleich ans Frühstück. Richard sorgte für die entsprechende Unterlage mit Schinken und Speck, Karl kochte Kaffee und Tee und Thorsten und ich machten uns inzwischen erst einmal frisch unter der Dusche.

Um 9.10 Uhr legten wir ab, unser heutiges Tagesziel hieß Horuphav. Hier wollte ich dem Hafenmeister ganz herzliche Grüße von einer gemeinsamen Bekannten aus Vancouver ausrichten, die in diesem Sommer kurz bei uns zu Hause zu Besuch war und die wir vor drei Jahren in Kanada besucht hatten. Der Bruder von unserer Bekannten, der gebürtigen Dänin Else, wohnt in Abendbra und hat sein 39-Fuß-Schiff in Horuphav liegen, er ist ein guter Freund des dortigen Hafenmeisters.

Beim Setzen der Genua passierte uns ein Missgeschick. Die Vorcrew hatte wohl mit dem Achterliekbändsel Probleme gehabt. Als wir jedenfalls die Genua setzten, baumelte über ein Meter des Trimmbändsels herunter und verhakte sich hinter einem Rutscher der Genuaschiene. „Ratsch“ machte es, und das Achterliek riss auf bis zur Mitte; somit fiel die Genua für uns wohl aus, da an diesem Samstag in Horuphav und auch am nächsten Tag, dem Sonntag wohl kaum mit einer Reparatur zu rechnen war. Das Malheur traf uns aber nicht zu sehr, meldete doch schon seit 24 Stunden Delta Papa 07 6-10 Windstärken für die kommenden Tage, wobei die Aussichten für Montag am stürmischsten waren; somit erübrigte sich das Genuasegeln wahrscheinlich ganz von selbst. Also setzten wir die Normalfock und bei zunächst moderatem Wind um 3-4 Knoten frischte es dann ab 14 Uhr doch merklich auf und mit guten 5 Windstärken und einer See von ca. 1 m standen wir um 17.30 Uhr kurz vor Horuphav, holten die Segel ein und tuckerten unter Maschine in den Hafen. Somit war die Tagesstrecke für den 2. Tag bewältigt: es war wieder ein herrlicher Segeltag, bei bedecktem Himmel und einem herrlichen Segelwind für unser stäbiges Schiff.

Im Cockpit genossen wir die gegen Abend herausschauende Abendsonne und löschten unseren Durst mit dem mitgebrachten heimischen „Warsteiner“.

Petra, Richards liebe Ehefrau, hatte für diesen zweiten Tag daheim schon Sauerbraten vorbereitet, dem die Schaukelei auf See sichtlich gut getan hatte, er war besonders zart und fiel einem förmlich von der Gabel. Zusätzlich mit Knödeln und Beilagen füllten wir unsere Mägen und widmeten uns weiterhin unseren mitgebrachten, reichlichen Getränken (immerhin warteten 10 Warsteiner Kisten Dosenbier auf ihren Verzehr). Zwischendurch stattete ich dem Hafenmeister meinen Besuch ab, um ihm die Grüße von Else zu überbringen. Doch leider war heute und morgen nur der Kollege im Dienst, so dass ich meine Grüße nicht an den Mann bringen konnte.

Tagesstrecke: 38 – Gesamtstrecke 72
Motorstunden: 0,4 Std. – Gesamtstunden: 1,8

 

Sonntag. 3.9.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Abhörung des Seewetterfunks änderten wir unseren eigentlichen Törnplan „Rund Als“, da für heute und besonders für morgen schwerstes Wetter vorausgesagt wurde, da wollten wir uns nicht allzu sehr von Großenbrode entfernen, denn wir mussten wohl oder übel damit rechnen, evtl. einen oder gar zwei Hafentage einlegen zu müssen.

Um 11.30 Uhr verließen wir den Hafen Richtung Damp, mit der Normalfock und Reff 1 im Groß. Schon nach kurzer Zeit mussten wir Reff 2 einbinden, da der Wind inzwischen schon ca. 6  Windstärken erreichte; Gott sei Dank waren aber die Wellen mit 1 Meter noch sehr moderat für unser großes Schiff. An diesem herrlichen Nachmittag waren eine Unmenge an Booten auf dem Wasser, höchst erstaunlich bei solchen Windstärken; das hatten wir in unseren 15 Jahren vorher so nicht erlebt, bei 6 Windstärken waren wir in der Vergangenheit fast immer allein auf dem Wasser und hier sahen wir an der Leeküste oberhalb von Damp zig Boote auf dem Wasser, dadurch fühlten wir uns auch bei diesem kräftigen Wind am heutigen Tag besonders wohl.

Um 16.15 Uhr lagen wir fest im Hafen von Damp.

Es begann wieder das übliche Zeremoniell: Absacker und Bierchen im Cockpit, Kalla oder Richard in der Pantry usw. Je länger wir an diesem Abend aufblieben, um so stürmischer pfiff der Wind in den Wanten; da war es in der Koje ganz besonders gemütlich.

Tagestrecke: 40 – Gesamtsrecke 112 sm.
Motorstunden: 0,3 – Gesamtstunden: 2,1

 

Montag, 4.9. (Sturmtag)

Während des üblichen üppigen Frühstücks hörten wir doch einigermaßen bedenklich dem Seewetterbericht zu. Windstärken 7, zunehmend 8 mit Böen bis 10 aus NW. Wir beratschlagten, was wir machen sollten und eigentlich ohne großes Wenn und Aber kamen wir zu der Überzeugung, dass wir erfahrenen Segler ruhig hinausfahren sollten. Wir hatten ein seetüchtiges Schiff, hatten zig Meilen freien Seeraum zum Ablaufen vor uns, ohne nennenswerte Hindernisse oder Untiefen, was sollte das schon Großartiges passieren; die Wahrnehmung der schon zur frühen Stunde herrschenden Windstärke wurde durch die umliegenden Hochhäuser wohl merklich verfälscht. Mit der entsprechenden Sturmtaktik (notfalls Ablaufen unter Top und Takel) im Kopf legten wir ab und verließen die Leeküste Richtung Ost. Die Fock hatten wir an der Seereling festgebändselt (was sich später als großer Fehler herausstellte). Mit Reff 2 im Groß steuerten wir auf das Schießgebiet zu, dass wir an diesem Tage umfahren mussten, da bis 22 Uhr Schießübungen angemeldet waren. Es herrschte reger Verkehr an Marinekreuzern, von Segelschiffen war weit und breit nichts zu sehen. Je weiter wir uns von Damp entfernten, nahmen Wind und Welle stetig immer mehr zu und es war nur eine Frage der Zeit, wann wir handeln mussten. Nördlich von Kiel-Leuchtturm wurde der Sturm so heftig und die Wellen so hoch, das das Schiff nur noch äußerst schwer auf Kurs zu halten war. Wir überlegten, was wir tun sollten. Das Groß musste weg, das war klar, und die Fock schien uns nun doch zu groß für diese Windstärken zu sein, also musste die Sturmfock ran (dies hätten wir allerdings schon im Hafen machen können und sollen), denn nun war es wirklich äußerst schwierig. Die See war inzwischen mindestens 3 m hoch und riesige Wellenberge liefen auf uns zu. Unter Maschine drehten wir bei und holten das Groß runter. Dank des Dehler-Maindrop-Systems eine problemslose Sache. Ich bot mich dann an, die Fock gegen die Sturmfock zu wechseln. Gesichert mit Lifebelt und einer langen Sicherungsleine ins Cockpit kroch ich über das Deck bis zum Bugkorb. Die schlimmste Phase war immer die, wenn das Schiff sich auf die andere Seite legte und ich fast abzurutschen drohte. Schließlich war ich vorn und klemmte ein Bein und einen Arm um den Bugkorb, so, dass ich noch gerade an die Stagreiter kam. Als ich die Fock vom Vorstag gelöst hatte kam Richard zur vorderen Luke und zog die Fock in die Vorschiffskajütte, wo er die Schoten löste und mir wieder rausreichte. Liegend auf dem Deck kroch ich zur Luke um mir Sturmfock und Schoten abzuholen. Dabei kamen immer wieder Wellenberge auf mich zu, dass ich so manches Mal dachte: „Man, o man, wenn die Dich hier packen dann siehste aber ganz schön alt aus“! Die doppelte Sicherung beruhigte mich zunehmen und ich muss sagen, dass ich während der ganzen Phase überhaupt keine Angst verspürte.

Mit der Sturmfock kroch ich wieder nach vorn, schlug die Stagreiter ans Vorstag und knotete die Schoten an, was eigentlich der schwierigste Part war, da ich den einen Arm immer um den Bugkorb eingehakt hatte und der Wind mir immer wieder die Sturmfock beim Knoten aus den Händen reißen wollte. Nach ca. 15 Minuten war der Segelwechsel vollzogen und ich kroch wieder auf der Luvseite ins sichere Cockpit zurück.

Wir gingen wieder auf Raumschotskurs und setzten dann die Sturmfock, dies war um 11 Uhr und es folgten die schönsten 5 Segelstunden meines Lebens. Mit der Sturmfock fegten wir über die Ostsee, immer im richtigen Tempo-Verhältnis zu den Wellen, nicht einmal stieg eine Welle ein, obwohl einen beim Zurückblicken manchmal das Grauen hätte packen können. Ständig zwischen 6-8 Knoten pendelnd, in Spitzen beim Surf auch schon mal 11,5 Knoten genossen wir diesen stürmischen Segeltag. Wir hatten vor 3 Jahren mit einer Dehler 34 auch mal einen Sturmnachmittag 33-39 Knoten laut Windmesser und wir konnten uns noch gut daran erinnern, doch dies war deutlich mehr. Noch nie waren wir mit Sturmfock am Wind gesegelt und wollten diese Erfahrung unbedingt machen, damit man diese Erkenntnisse im gegebenen Fall mal wieder abrufen kann. Wir beschlossen also, zunächst nach Heiligenhafen zu segeln und das letzte Stück dann, von der Ansteuerungstonne ab hoch am Wind. Sollte es Probleme geben mit dem Amwindsegeln oder mit der dortigen Leeküste, wollten wir einfach raumschots unter der Brücke durchbrummen und dann in Großenbrode an der Leeküste dort in den Hafen gehen.

Dass Amwindsegeln nach Heiligenhafen war eine weitere wertvolle Erkenntnis: Das Boot war ganz hervorragend auf Kurs zu halten, wir konnten deutlich Raum gewinnen und wurden nicht wirklich viel nach Lee versetzt; also kann man sich durchaus bei 8 Windstärken auch noch von einer Leeküste mit der Sturmfock freikreuzen.

Völlig durchnässt legten wir um 17.45 in Heiligenhafen an Steg 12 an. Erst jetzt merkten wir, mit welcher Stärke der Wind wirklich heulte. Auf dem Weg zum Hafenmeister mussten wir unsere Oberkörper stark nach vorne beugen, damit man sich überhaupt von der Stelle bewegen konnte. Der Hafenmeister konnte mir keine genau gemessene Windstärke mitteilen, er sagte aber, „dass heute Nachmittag im Hafen drei Genuas zerfetzt wurden, die sich ausgerollt hatten, da sie offensichtlich nicht richtig belegt worden waren, und solche Zustände erleben wir hier auch nur 2 oder 3 mal im Jahr, es war heute schon mehr als heftig!“

Glücklich über das gemeisterte Abenteuer genossen wir den Spätnachmittag und den anschließenden Abend. Kalla und Richard machten sich wieder in der Pantry nützlich, Thorsten und ich sorgten wieder, wie eigentlich üblich, den nötigen Abwasch. Erstmalig in 15 Segeljahren lebten wir auf diesem Törn ausschließlich NICHT aus Konservern (außer WARSTEINER); täglich wurde an Bord frisch gekocht – und es hat uns allen besser geschmeckt als all die Jahre zuvor!

Tagestrecke: 44 – Gesamtsrecke 156 sm.
Motorstunden: 1,8 – Gesamtstunden: 3,9
(Wir hatten in der stürmischsten Phase den Motor ohne Vorwärtsgang zur Sicherheit einfach mal mitlaufen lassen, auch Am Wind runter nach Heiligenhafen, um notfalls schneller reagieren zu können).

 

Dienstag, 5.9.

Am heutigen Morgen heulte der Wind unvermindert. Der Weg in die Stadt zum Bäcker war mehr als anstrengend und des Öfteren dachte ich, dass mir der Wind die Tüte aus den Armen reißt.

Unser heutiges Tagesziel hieß Grömitz oder Neustadt, je nachdem, wie sich alles entwickeln würde. Nach Grömitz segeln wir eigentlich immer sehr gerne, weil es uns in der dortigen Hafenkneipe schon seit 15 Jahren so vorzüglich schmeckt.

Unter Sturmfock liefen wir in Heiligenhafen aus und ließen uns von dem kleinen Tuch Richtung Ansteuerungstonne ziehen. In dieser Phase merkten wir aber schon, dass Wind und Wellen nachließen, so wie es auch Delta Papa 07 gemeldet hatte. Nachdem wir die Brücke passiert hatten setzten wir das Groß mit Reff 2 und segelten so auf ungefährem Halbwindkurs Richtung Süden.

Als wir uns Grömitz näherten siegte unsere Neugier auf die Hafenkneipe „Kap Arcona“ und wir liefen schleunigst ein, denn inzwischen war es auch schon fast 17 Uhr und nach Neustadt hätte es bestimmt noch 2 Stunden gedauert. Also legten wir an, machten uns frisch, und lustwandelten auf der herrlichen Promenade und nahmen diesmal auch noch den Gang hinaus auf die Seebrücke auf uns. Auf dem Rückweg über die Seebrücke hatte ich in ungefähren Meterschritten die Länge der Seebrücke ermittelt. Meine Frage nach der Schätzung wurde an deren Ende so beantwortet: Thorsten 250 Meter, Karl 170 Meter, Richard 400 Meter = gemessen nach Fußschritten 440 Meter – unsere Skipper war hier also der Beste.

Danach suchten wir das Hafenrestaurant auf, wo wir von einer sehr, sehr charmanten Bedienung beliefert wurden. Die Holsteiner Schlemmerpfanne sowie die diversen Fischgerichte auf Spinat usw. waren wieder eine Meisterleistung des Chefkochs, so wie wir es in all den Jahren dort immer wieder erlebt hatten. Mit ein paar Bierchen und einem „Jubi“ löhnten wir mit Trinkgeld genau 100 Euro, dass ließ sich auch prima rechnen.

Tagestrecke: 30 – Gesamtsrecke186 sm.
Motorstunden: 0,8 – Gesamtstunden: 4,9

Mittwoch, 6.9.

Unser heutiges Tagesziel hieß – man kann es kaum glauben: Grömitz!

Heute wollten wir mal Richtung Süden nach Travemünde segeln, dort mal eine eigene „kleine Hafenrundfahrt“ genießen um dann wieder nach Grömitz zurück zu segeln.

Um 10.20 Uhr liefen wir gemeinsam mit einer 43-Fuß-Jeannau aus, die das gleiche Ziel hatte. Zuerst konnten wir nicht ganz folgen, er war zwar nicht schneller, konnte aber etwas mehr Höhe laufen, doch kurz vor dem Segelbergen in Travemünde lagen wir vor ihm an der Ansteuerungstonne. Es folgte die angekündigte Hafenrundfahrt bis zum großen Wendeplatz, an dem die großen Fährschiffe ihre 180-Grad-Wende durchführen können und steuerten die nächste Tankstelle direkt neben der Hafenfähre an. Eifrig kamen 2 Tankstellengehilfen auf uns zugelaufen, um angesichts einer zu erwarteten großen Tankfüllung höflich unsere Leinen entgegen zu nehmen. Nach dem Tanken sah man ihnen die Enttäuschung an, denn bei 4,9 Motorstunden kamen wir auf 9,5 Liter; das war nun wirklich nicht das Geschäft des Tages. Wir hatten aber wieder den Tank voll, so wie es der Vercharterer bei der Abgabe des Schiffes erwünscht.

Von Travemünde „bummelten“ wir dann in gemächlicher Marschfahrt auf die andere Seite der Mecklenburger Bucht bis kurz vor Neustadt, änderten dann unseren Kurs gen Nord und mit einem schönen Am-Wind-Kurs erreichten wir um 18 Uhr wieder Grömitz.

Heute Abend ging´s aber nicht ins Restaurant, heute musste unsere „Küchencrew“ mal wieder ran und binnen kürzester Zeit hatten sie wieder aus frischen Zutaten ein fabelhaftes Abendessen auf den Tisch gezaubert (da wir ihnen ja auch ein Schiff mit Backofen und riesigem Kühlschrank zur Verfügung stellen, können wir das ja inzwischen wohl auch erwarten!)

Tagestrecke: 30 – Gesamtsrecke 216 sm.
Motorstunden: 1,0 – Gesamtstunden: 4,9 

Donnerstag, 7.9.

Der letzte Segeltag war angebrochen, als wir morgens gegen 8.30 Uhr aus den Federn krochen, es war die erste Nacht, in der wir mal etwas länger geschlafen haben, ansonsten waren wir immer schon sehr früh auf den Beinen.

Um 10.15 Uhr legten wir gemächlich ab zu unserem letzten Etappenziel, zur Marina Großenbrode. Zunehmend wurde es dunkler und diesiger, vorsichtshalber schalteten wir mal die Dreifarbenlaterne an und um uns herum hörten wir immer wieder deutliches Hupen der Zerstörer der Marine, die dort offensichtlich Fahrschule betrieben und immer lautstark ankündigten, dass sie ihren Kurs nach Backbord oder Steuerbord änderten.

Die letzten Segelmeilen bei einem flotten Dreier in den Segeln flogen nur so dahin und gegen 14.30 Uhr machten wir wieder im Heimathafen fest.

Auf der gegenüberliegenden Seite sahen wir unseren Ehrenvorsitzenden Mathias Hüser und seine Frau Annette, die wieder für ein paar Tage von Oeventrop nach Großenbrode gekommen waren, um auf ihrer Dehler 37 „Holiday“ Herbsturlaub zu machen, wie sich das für rüstige Rentner so gehört. Selbstverständlich statten wir ihm immer einen kurzen Besuch ab und immer wieder bin ich davon überzeugt, dass Mathias Hüser das schönste Dehler-Schiff auf der Ostsee hat.

Nachdem wir die neuesten Informationen über die Heimat, unseren gemeinsamen Segelclub, den SCHM Meschede und die Dehler-Werft ausgetauscht hatten, gingen wir wieder rüber zu unseren Kameraden, in der Hoffnung, dass dort auch etwas Appetitliches auf uns wartet, und wir wurden nicht enttäuscht.

Nun begann das große Restverzehren, aber ich will es ehrlich sagen, wir allen konnten das „Warsteiner“ in Dosen so langsam nicht mehr sehen, denn wie sonst hätten wir einen Karton wieder mit nach Hause genommen – das wäre uns früher nicht passiert, da mussten wir immer noch unterwegs zukaufen. Man sieht doch, dass man im Alter zunehmend vernünftiger wird.

Tagestrecke: 20 – Gesamtsrecke 236 sm.
Motorstunden: 0,4 – Gesamtstunden: 5,3.

Fazit: Die Stimmung war wieder – wie immer – absolut super. Das Revier nach Westen kannten wir schon zur Genüge, deshalb war der Schlag nach Travemünde mal eine Abwechslung und dann in 6,5 Tagen 236 Seemeilen zurückgelegt, davon nur 5,3 Std. motort, dass entspricht etwa 26 sm, also 210 sm gesegelt, das ist mehr als anständig, dazu unter widrigen und schwierigen Bedingungen – Jungs, es war wieder mal große Klasse!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Molli

Skipper Richard

Kalla

n

Thorsten

"Heute ist mir nichts zu teuer"
Richard als Hans-Albers

Molli, der schnellste Kartoffelschäler der Welt -

und bester
"Wodka-Einschenker"

"Hawaii-Tost" auf der Ostsee -
Dank Backofen alles möglich

Naß von außen und von innen

Thorsten serviert Bier vom Faß

Das Dosenbier waren wir aber auch langsam leid!

Richard beim Abschmecken des opulenten Nachtmahls

Zur Verdauung gab´s mal wieder Wodka

Zwillinge an Bord?

Schon wieder "Hawaii-Toast" -
aber immer wieder lecker!

Ganz leckere Spaghettis gab es auch!

Wie weit ist es denn bis???? -
Törnplanung am PC

Und zur Verdauung mal wieder eine Runde "Feiglinge"

Die "Passat" in Travemünde

In Travemünde

... auch noch Travemünde