Mit Speedy in der dänischen Südsee Törnfotos gemischt
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Öfter mal wieder reinschauen

Donnerstag, 10.6.2010

Am heutigen Morgen holte mich Segelfreund Paul mit seinem VW-Bus zur Fahrt nach Flensburg ab, wo sein Boot, ein Schärenkreuzer 30 S, mit dem treffenden Namen Speedy auf uns wartete.

Unterwegs luden wir noch in Oerlinghausen unseren Segelfreund „Kallemann“ ein, der schon seit den frühestens Morgenstunden seiner Frau auf den Wecker ging, da er ruhelos in ihrem Wohnhaus herumtigerte. Seine Unruhe steigerte sich noch, als wir zur verabredeten Zeit noch nicht eingelaufen waren. Mit 30-minütiger Verspätung trafen wir dann ein und ließen uns gerne noch zu einem Cappuccino einladen.

Danach ging´s aber dann an´s Einladen, und Dank „Kallemann“ wurden die vorhandenen Hohlräume des Bullis bis auf den letzten Liter ausgefüllt; er hatte einfach an alles gedacht und gleich mitgebracht.

Um 14.30 Uhr trafen wir an Pauls Wohnung ein, die man einfach nur als phantastisch beschreiben kann, Seeblick auf die Förde an 3 Seiten, mit einer riesigen Dachterrasse – ein Traum von einer Wohnung!

Paul sein tolles Haus, sogar die Farbe des 6-Zylinder-Bullis paßt

Herd und Kaffeemaschine wurden sogleich auf Funktionstüchtigkeit geprüft; die Gerätschaften bestanden den Härtetest, denn der Kaffee und das Süppchen schmeckten einmalig.

Nach der köstlichen Stärkung machten wir uns auf in die Stadt zum Verpflegungseinkauf bei ALDI & Co., fuhren zurück zur Speedy und luden unsere Segelklamotten und die Verpflegung an Bord und machten das Boot segelfertig und startklar. Da wir am heutigen späten Nachmittag nicht mehr lossegeln wollten, machten wir es uns anschließend noch einige Zeit in der Wohnung gemütlich und genossen das gemütliche Ambiente.

Gegen 19 Uhr machten wir uns auf zum „Italiener“, der in der Hafenanlage „Sonwik“ ein florierendes Restaurant betreibt. Wir hatten Glück, dass wir unangemeldet noch ein Plätzchen fanden, denn die Bude war gerammelt voll – der Grund dafür ist sicher in dem hervorragenden Essen zu finden, wie wir später feststellen konnten.

Nach dem Abendessen nahmen wir noch einen Schlaftrunk in der Wohnung (Paul holte das Beste aus dem Weinkeller: Chateauneuv de Pap), danach ging Paul in sein Bett und „Kallemann“ und ich machten es uns in den Kojen der Speedy gemütlich.

 

Freitag, 11.6.2010

Nach einem ausgiebigen Frühstück, dass wir noch einmal in der Wohnung zu uns nahmen legten wir um punkt 10 Uhr ab und fuhren zur nahe gelegenen Tankstelle, um den Tank aufzufüllen; danach ging es dann hinaus auf die Flensburger Förde und unser Törn hatte begonnen.

Nur 200 Meter hinter "Speedys" Hafen liegt diese Marineschule

Anfangs war der Wind sehr schwach und wir nahmen zwischendurch mal immer wieder für kurze Zeit die Volvo-Genua zur Hilfe. Ab 13 Uhr änderte sich das aber schlagartig und mit halbem Wind erzielten wir Durchschnittsgeschwindigkeiten von ca. 9 Knoten, vielfach sogar 11 und einmal sogar 14 Knoten. Die 12,50 Meter lange und ca. 3 Meter breite Speedy schoss nur so durchs Wasser, es war die reinste Freude!

Paul setzt das Großsegel

Unterwegs in der Förde begegneten uns zig Traditionssegler, die zu einem Treffen am Wochenende nach Flensburg segelten; es war alles dabei, vom Dreimaster, bis zum 12er und zur Schäre und Folkeboot. Es war wirklich ein Seglertraum, dieses Schauspiel einmal so in natura zu erleben! Beim Bootstyp-Raten verlor „Kallemann“ gleich seine erste Flasche Rotwein!

Einen 12er auf See zu treffen ist immer ein besonderes Erlebnis

Gegen 18.30 Uhr pfiff der Wind so stark, dass wir 2 Reffs ins Groß einbinden mussten, dabei ist Speedy unglaublich stabil und verträgt schon eine Menge, nun war aber Reffen angesagt.

"Kallemann" und Paul fühlen sich auch bei starkem Wind so richtig wohl.

Um 19.30 Uhr machten wir, nach 47 zurückgelegten Seemeilen, in Marstall, auf der Insel Ærø fest.

Statt Köstlichkeiten vom „Italiener“ gab es heute eine volkstümliche Erbsensuppe mit Bockwürstchen, die uns aber fast genau so gut schmeckte wie das opulente Mal am Vorabend.

Vor dem Schlafengehen gegen 22 Uhr machte „Kallemann“ sich auf Mückenjagd, dabei riss er sogar das von Paul in liebevoller Handarbeit erstellte Halbboot Speedy von der Kajütwand; mit Pattex konnte Paul den Schaden aber schnell wieder gutmachen – und „Kallemann“ hatte die zweite Flasche Rotwein verloren.

Tages-Seemeilen:         47
Gesamt-Seemeilen:      47

 

Samstag, 12.6.2010

Der Wind hatte über Nacht so stark zugenommen, dass am heutigen Morgen an ein Auslaufen überhaupt nicht zu denken war.

Dafür überraschten wir Paul mit einem kleinen Geschenk:

Neue T-Shirts für die Crew

Gott sei Dank waren wir in Marstall, wo man etwas geboten kommt und einem der Ruhetag nicht so lang vor kommt; wir besuchten nämlich das dortige Schifffahrtsmuseum und waren begeistert, an dieser wohl einmaligen Sammlung historischer Schiffsbauten, die seit 1924 zusammen getragen werden.

Vor dem Museum

Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, wir haben uns aber mehrere Stunden dort aufgehalten und umgeschaut – man kann Seglern die nach Marstall kommen, den Besuch dieses einzigartigen Museums nur dringend ans Herz legen – mit ca. 7,50 Euro Eintritt auf jeden Fall eine gute und sinnvolle Investition.

Auf der anderen Straßenseite wird unter einem Zelt derzeit ein klassischer Marstall-Segler restauriert, was wir uns natürlich auch (kostenlos) angeschaut haben.

Das typische Marstall-Heck

Unterwegs kauften wir noch Brot und Kuchen und kehrten zum Boot zurück, wo wir uns mit Kaffee und Kuchen ein wenig stärkten und anschließend mit dem Bus in das schnuckelige Örtchen Aerösköbing fuhren, um diesem einen Besuch abzustatten.

Wann fährt der nächste Bus

Auch dieser Ort verdient, genau wie Marstall, einen Besuch, kleine Gassen mit noch kleineren Häusern üben einen wunderbaren Reiz auf den Betrachter aus, und alle befinden sich in einem hervorragenden Zustand.


Das kleinste Haus auf der Insel

An einer Frittenbude am Hafen genehmigten wir uns einen „Ristet Hot Dog“ (Brot, Würstchen, Zwiebeln, Gurken, Mayonnaise, Ketchup und Senf). Einfach lecker!

Da „Kallemann“ zuhause nur für 100 Euro Dänenkronen eingewechselt hatte (wir wussten ja vorher nicht, wohin der Wind uns treiben würde) füllte Paul am Bankautomaten unsere Bordkasse wieder auf; danach gingen wir zur Baushaltestelle und fuhren wieder nach Marstall zurück.

Das Hafengeld betrug übrigens in Marstall 155 DKr.

Neben Rotwein und Pils tranken wir auch noch Ricola-Tee mit Mümmelmann, schmeckte auch super.

Tages-Seemeilen:          0
Gesamt-Seemeilen:      47

 

Sonntag, 13.6.2010

Der Wind hatte sich über Nacht „etwas“ beruhigt, aber nicht so wirklich. Wir suchten uns einen Raumschotskurs aus, das hieß nördlich Langeland dann ins Smalandsfahrwasser Richtung Osten bis nach Stubbeköbbing. Speedy war auch am heutigen Tag wieder nicht zu bremsen und wir segelten ständig so um die 10 Knoten. Um 10.15 Uhr legten wir ab und um 20.30 Uhr legten wir an, gerade rechtzeitig zum WM-Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Australien, dass wir mit 4:0 gewonnen haben.

Wir erreichten an diesem Tag eine Durchschnitts-Segelleistung von 7,5 sm/h, einfach super, dieser Schärenkreuzer!

Speedy ist in Hochform

Unterwegs stärkten wir uns mit belegten Broten, am Abend machten wir uns dann Knödel mit Gulasch und Roter Grütze, was diesen schönen Tag abrundete.

Die Crew macht einen zufriedenen Eindruck.

Um 13.20 Uhr erhielt „Kallemann“ eine SMS von seiner Enkelin Bele: „Lieber Opa! Ich fahre gerade mit dem Zug über die Stoerebeltbrücke“. Als wir in der Ferne die Brücke sahen, machten wir eine Rotwein-Wette mit dem Abschätzen der Zeit bis zum Erreichen des Zielobjekts, leider hat „Kallemann“ diese Wette wieder verloren; trotzdem war „Kallemann“ so richtig glücklich, als wir gegen 18 Uhr unter dieser selben Brücke durchsegelten!

Tages-Seemeilen:           75
Gesamt-Seemeilen:      119

 

Montag, 14.06.2010

Um 8.15 Uhr legten wir am heutigen Morgen nach einem schnellen aber kräftigem Frühstück mit Eiern und Speck ab, da wir noch bei einem günstigen Sonnenstand die Klippen der Insel Mön besichtigen und fotografieren wollten, und das waren immer noch 30 Seemeilen.

Gegen 14 Uhr erreichten wir unser Ziel und machten eine Besichtigungsfahrt unter Spi an den Klippen entlang. Die Sonne lieferte ein wunderbares Streiflicht und wir knipsten, was die digitalen Kameras speichern konnten.

Nach der Besichtigung dieses eindrucksvollen Naturschauspiels fuhren wir in den Hafen von Klintholm und machten dort um 15.30 Uhr fest.

Kameramann "Kallemann"

Unterwegs erhielt Paul noch an einen kostenlosen Taklingkurs von „Kallemann“ verpasst, und das für den Preis von einer Flasche Rotwein.

Dieser Segeltag hatte uns mal wieder alles gegeben was man sich wünschen kann: bestes Segelwetter und einen herrlichen Spigang, dazu noch ein schönes Schauspiel – Seglerherz, was willst Du mehr.

Tages-Seemeilen:           30
Gesamt-Seemeilen:      149

 

Dienstag, 15.6.2010

Unsere Törnplanung sah so aus, dass wir irgendwann unseren lieben „Kallemann“ in Travemünde absetzen mussten, da er dort an einer Geburtstagsparty seiner Segelfreunde Gaby und Steffen Grau teilnehmen wollte, wir mussten aber auch wieder rechtszeitig in Flensburg sein, damit unser Professor Paul am Montag wieder an der Hochschule tätig sein konnte, um seine Brötchen zu verdienen – ich, als Rentner, habe ja mein Geld schon verdient wenn ich morgens aufstehe.

Schinken an Senf auf Weißbrot, Pauls morgendliche Ration


"Kallemann" hatte den ganzen Bulli voll mit Klamotten gepackt, aber einen Eierpikser hatte er vergessen - er wußte sich aber mit dem Meßgerät zu helfen!

So legten wir am Morgen um 9.30 Uhr wieder nach einem super Frühstück ab und steuerten mit 220 Grad in Richtung Geedser, um von dort am nächsten Tag die Ostsee querend, nach Warnemünde zu kommen. Bei der Hafenausfahrt aus Klintholm habe ich an der Pinne ein bisschen gepennt denn plötzlich standen wir für eine Sekunde fest im Schlick. „Kallemann“ rief gleich nach einer Flasche Sekt, da sich Speedy aber sofort auf der Stelle drehte und wieder ins tiefere Wasser abdrehte wurde die Strafe von einer Flasche Sekt auf eine Flasche Rotwein reduziert. Schuld war natürlich nicht ich, sondern das klassische Boot, dass uns in kurzem Abstand folgte und dem ich mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte als dem Tonnenstrich!

Wir hatten stundenlang einen super Am-Wind-Kurs und erreichten Geedser um 16 Uhr, wo „Kallemann“ sich gleich auf den Weg machte, um Grillgut für unsere Grillfete ein zu kaufen.

Nach einer guten Stunde kam er schwer bepackt zurück und wir machten es uns auf dem Grillplatz im Hafen gemütlich, zündeten den Grill an und genossen in der schönen Abendsonne die Leckereien und das kühle Bier. Dass direkt neben uns eine super-gepflegte Dehler Optima 98 lag, machte den Aufenthalt nur noch angenehmer!

Tages-Seemeilen:           40
Gesamt-Seemeilen:      189


Immer wieder ein schöner Anblick, dieser herrliche Schärenkreuzer

Auf dem Grillplatz

Den Beiden schmeckt´s

Abendstille über dem Hafen

 

Mittwoch, 16.6.2010

Um 9 Uhr warfen wir die Leinen los und ahnten, dass uns heute ein mühseliger Segeltag bevorstehen würde, es war nämlich von Wind kaum etwas zu spüren.

Heute morgen gab´s Putenkeule als Aufschnitt

Alles Zuppeln an den Schoten nützte nichts, der Spi fiel immer wieder ein und so brauchten wir an diesem Tag für 23 Seemeilen glatt 8 Stunden, eine erbärmliche Ausbeute für unsere schnelle Speedy.

In Warnemünde angekommen machten wir auf der Warnow noch eine Besichtigungstour, da wir schon von Ferne gesehen hatten, dass im Hafen eine riesiges Kreuzfahrtschiff lag, was wir uns mal vom Wasser aus anschauen wollten. Es war die Disney Magic, ein Mordstrümmer von Schiff, was uns sehr beeindruckt hat!

Schon unterwegs hatte „Kallemann“ seine Freunde in Rostock angerufen (sie haben uns auch immer den aktuellen Wetterbericht geschickt, dafür noch mal herzlichen Dank, lieber Steffen!!!) und wir hatten uns für 18 Uhr in einem Fischlokal am Alten Strom in Warnemünde verabredet, sie wollten uns kurz vorher von unserem Boot abholen.

Wir begrüßten die beiden Gäste, „Kallemann“ tat dies natürlich wesentlich euphorischer und inniger als Paul und ich, als wir das von Steffen mitgebrachte „Rostocker“ Pils getrunken hatten, hätten wir sie auch gerne in unsere Arme genommen!

Das nette Empfangskomitee Gaby und Steffen aus Rostock (2+4)

Nach dem Begrüßungs- und Kennenlernen-Drink gingen wir zu dem wunderbaren Lokal nur wenige Schritte entfernt, machten es uns auf der Dachterrasse gemütlich, von wo wir einen wunderschönen Ausblick auf die Ostsee hatten; dass wir um 19 Uhr den Start der Mittwochsregatta beobachten konnten, ließ uns den Ärger vergessen, dass es auf der Terrasse keinen Fisch, sondern nur Steaks gab (was aber auch nicht schlecht war!).

Von der Dachterrasse aus konnten wir den Start der Mittwochsregatta gut beobachten!

Es war ein sehr, sehr harmonisches Essen und Treffen mit unseren beiden Gästen, die Paul und ich nur vom Sehen her auf der 40-Jahr-Feier unseres Segelclubs SCHM Meschede kannten – beide sehr, sehr sympathisch – sie haben uns ausgezeichnet gefallen!

Steffen ist der geborene  Reiseführer und hätte uns gerne mehr von seiner Heimat gezeigt, leider waren wir durch den schwachen Wind erst sehr spät angekommen und dann mussten sie auch um 20 Uhr wieder nach Rostock, um die letzten Dinge für die große Geburtstags- und Pensionärsfeier für Gaby zu organisieren. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal mit der Stadtführung, lieber Steffen!

Seit geraumer Zeit hatten wir schon von der Terrasse aus beobachtet, dass sich die Hafenmole zunehmend mehr mit Menschen füllte und Steffen gab uns den Tipp, dass das Kreuzfahrtschiff mit 2000 Passagieren wohl in Kürze auslaufen würde.

Also machten wir uns auch auf den Weg zur anderen Seite der Warnow, um dieses Schauspiel mit zu erleben.

Um 21 Uhr legte die Disney Magic unter ohrenbetäubenden Schallsignalen, begleitet von zahlreichen Ausflugsboten ab und tuckerte langsam an uns vorbei und entschwand in der abendlichen Ostsee.

Tages-Seemeilen:           23
Gesamt-Seemeilen:      212

 

Donnerstag, 17.6.2010

"Kallemann" verläßt uns in Warnemünde.

Nun hieß es also Abschied nehmen von unserem lieben Segelfreund „Kallemann“, was uns fast das Wasser in die Augen trieb. Steffen warf die Leinen los, „Kallemann“ filmte unsere Ausfahrt aus Warnemünde und nun waren Paul und ich allein mit Speedy unterwegs.

Es lagen noch viele, viele beschwerliche Seemeilen vor uns.

Zunächst einmal hatten wir überhaupt keinen Wind und mussten bis 12.30 Uhr den Volvo in die Pflicht nehmen. Nach 18 Seemeilen stellte sich dann ein leichter Wind ein, der sich so nach und nach auf 3-4 Windstärken verstärkte und später auf 5-6 auswuchs, was uns natürlich wieder tierisch freute, denn dann ist Speedy in ihrem Element.

In Landabdeckung von Fehmarn mussten wir aber leider wieder motoren, dafür habe ich aber wieder eine Flasche Rotwein gewonnen, da ich schon drei Stunden vorher die Durchfahrt unter der Brücke auf 17 Uhr geschätzt hatte, und es passte fast auf die Minute!

Obwohl Paul gerade eine Flasche Rotwein verloren hat, strahlt er über beide Backen!

Wir motorten noch bis etwa auf Höhe von Ort, dann kam der Wind zurück und wir konnten unter Segeln um 23 Uhr die Marina Wendtorf in Kiel erreichen.

Als ich zum Waschhaus ging, um nach der langen Fahrt noch zu Duschen wäre ich in der Nacht fast gestürzt, da der Steg 4 sich in einem erbärmlichen Zustand befindet, wie ich am anderen Morgen bei Helligkeit feststellen konnte; so etwas erbärmliches und schlechtes habe ich noch in keinem anderen Hafen in 20 Jahren gesehen!

Tages-Seemeilen:           68
Gesamt-Seemeilen:      280

 

Freitag, 18.6.2010

Am heutigen Tag war unser Tagesziel Flensburg, da wir gerne am Samstag wieder nach Hause fahren wollten.

Um 9.45 waren wir mit der morgendlichen Toilette und dem Frühstück fertig zum Ablegen. Der Wind stand günstig für uns und wir konnten hoch am Wind Richtung Leuchtturm Kalkgrund in der Flensburger Förde anlegen.

Doch von Stunde zu Stunde legte der Wind um eine Windstärke zu und wir mussten mächtig kämpfen um nach Norden zu kommen.

Wegen der am Wochenende beginnenden „Kieler Woche“, der größten Segelveranstaltung der Welt kamen uns ununterbrochen die tollsten klassischen Boote entgegen, wie wir es ja auch schon eine Woche zuvor in der Flensburger Förde erlebt hatten, was war wioeder ein prächtiges Schauspiel, diese edlen Boote mit achterlichem Wind vorbei rauschen zu sehen.

Auf Höhe von Schleimünde begann es dann richtig zu kacheln, es blieb uns nichts anderes übrig, als 2 Reffs ins Groß zu binden. Mit dieser Besegelung kämpften wir eine ganze Zeit gegen ein Folkeboot, dass mit voller Segelgarderobe fast mit uns mithalten konnte, wir waren tief beeindruckt. Auf Gegenkurs kam uns die SPRINTA 70 mit der Segelnummer 2 entgegen, die vor dem Sturm ablief und wie das Folkeboot in die Schlei fuhr.

Wir kämpften noch zwei Stunden weiter gegen den Sturm an und waren nahe daran aufzugeben um ebenfalls in der Schlei Schutz zu suchen, doch dann siegte unser Kämpferherz und wir entschlossen uns zum weiter segeln. Es war ja auch nicht klar, wie am nächsten Tag das Wetter werden würde, und wir hätten dann vielleicht wieder das gleiche Problem. Also Schoten dicht und weiter.

Da wir einfach nicht mehr ganz hoch an den Wind gehen konnten, und wir eine enorme Abdrift hatten, ebenso der Strom gegen uns spielte, erreichten wir nur einen Wendewinkel von ca. 110 Grad, was uns natürlich nur sehr langsam Richtung Norden brachte.

Dass zur gleichen Zeit Deutschland gegen Serbien 1:0 verlor interessierte uns eigentlich nur am Rande, so sehr waren wir mit uns und den tosenden Elementen beschäftigt.

Hier liegt mein Zweitboot :-)

Endlich um 17.30 Uhr standen wir nördlich von Kalkgrund und konnten nun locker nach Gelting vor dem Wind ablaufen.

Wir steuerten den Hafen Gelting Mole an, der eine verzwickte Einfahrt hat, die auch nicht mit unseren neuen Karten übereinstimmte und waren um 18.30 glücklich und abgekämpft festgemacht in dem kleinen Hafen, der von allen besuchten in dieser Woche die mit Abstand besten Sanitärbedingungen hatte – wie im feinsten Hotel!

Trotz des starken Windes legte Paul einen astreinen Anleger hin und wir machten uns zur Stärkung leckere Bratkartoffeln mit Gulasch – das tat so richtig gut – und einen guten Schluck hatten wir uns an diesem Tag auch verdient.

Tages-Seemeilen:           50
Gesamt-Seemeilen:      330

 

Samstag, 19.6.2010

Als ich morgens gegen 6 Uhr wach wurde stellte ich sofort fest, dass der Sturm doch über acht stark nachgelassen hatte, es wehte aber immer noch recht kräftig so mit 4-5 Windstärken.

Das Marine-Denkmal in Laboe

Um 9 Uhr warfen wir zum letzten Mal die Leinen los und steuerten wieder mal hoch am Wind Richtung Nordwest in die Flensburger Förde.

Heute ging es mit Reff I ganz gut und wir machten richtig schön Fahrt, leider mussten wir aber wieder einige Stunden gegen an kreuzen, bis wir den Scheitelpunkt der Förde erreicht hatten und nach Süden ablaufen konnten. Kurz vor Flensburg mussten wir noch mal zwei Holeschläge über die Förde machen und konnten dann in Speedy´s Heimathafen einlaufen.

Um 13.30 Uhr war unser diesjähriger Segeltörn beendet.

Tages-Seemeilen:           25
Gesamt-Seemeilen:      355

Nach dem Anlegen kochte uns Paul in der Wohnung ein Süppchen und Kaffee und Tee, danach machten wir Speedy fertig, packten unsere Klamotten ins Auto und fuhren locker, mehr als zufrieden und entspannt nach Hause, wo ich um 21.30 Uhr von meiner glücklichen Frau in Empfang genommen wurde.

Es war, wie schon vor 5 Jahren, wieder ein einmaliges Erlebnis; das Segeln mit Speedy, Paul und „Kallemann“ macht einfach besonders viel Spaß, da passt einfach alles, Schiff und Mannschaft!

 

E N D E

 

 

 

Laboe

Ist das mein Zweitboot?

Ganz miese Stege in Wendtorf

Der Kieler Leuchtturm

Paul und die Fehmarn-Sundbrücke

Das sieht nach Abschied aus

Ein prächtiger Anblick, diese SPEEDY

Grillfest in Geedser

Eine schöne Anlage

Klintholm im Abendlicht

Putenkeule zum Frühstück

Schwingen wie Tarzan

"Kallemann" strahlt

Die Klippen von Mön

Eine Baumbremse ist was herrliches

Dick Senf zum Frühstück

So piekst man die Eier "elektrisch"

Ein herrliches Spiel der Farben

Unser Kameramann im Einsatz

Das niedrigste Haus von Aeresköbing

Paul hast Lust auf Fahrradfahren

In Marstrand

Ein Oldtimer wird restauriert

Wann geht der nächste Bus nach Aeresköbing

Der Besuch des Museums hat sich gelohnt

Typisches Marstal-Heck