Meine Segelsaison 2009
in Holland

Törn 1: Einhand
Törn 2: mit Tochter Angela
Törn 3: mit Segelfreund Ferdi
Törn 4: mit Tochter Katharina
Törn 5: Einhand

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Oefter mal wieder reinschauen

 

Nach langem Hin und Her hatte ich mich im Frühjahr dazu entschlossen, erstmalig in zwanzig Jahren mein Boot für eine ganze Segelsaison nicht an unseren sauerländischen Hennesee zu legen, sondern nach Lemmer ans Ijsselmeer, das ich schon von etlichen Segeltörns her kannte.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Bitte meiner beiden Töchter, doch jede für sich mal wieder alleine mit mir einen einwöchigen Segeltörn zu machen. Da mein langjähriger Segelkamerad Ferdi auch in diesem Jahr wieder mit mir auf Törn wollte, kam es dann zu der Entscheidung für den Dauerliegeplatz Lemmer.

Über das Segeln-Forum hatte ich schon im Vorfeld nette Kontakte knüpfen können und nach Abwägung aller Empfehlungen durch die „alten Hasen“ entschied ich mich für den Gemeentlijken Binnenhaven von Lemmer, eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe und jederzeit wieder so treffen würde; das Zentrum der Stadt ist fußläufig in 10 Minuten, der Sandstrand in 5 Minuten und die Princess-Margret-Schleuse nach einer Meile zu erreichen.

Törn 1: Einhand

Da es mir im April noch zu kalt war (der Winter hatte sich 2009 bis Ende März mit bitterer Kälte durchgesetzt) hatte ich mir Dienstag, den 26. Mai zur Trailerfahrt nach Holland vorgenommen. Ich hatte etwas Bedenken wegen des Mastsetzens, ob ich zu dieser Zeit wohl schon Jemanden im Hafen antreffen würde, der mir beim Stellen des Mastes behilflich sein könnte. Auch hier zeigte sich schon nach kurzer Zeit Abhilfe aus dem Segeln-Forum.de in Person des usersnadenn“, mit bürgerlichem Namen Eberhard aus Gelsenkirchen, der mir plötzlich von hinten auf die Schulter klopfte und sagte: „Da bin ich, ich wollte Dir helfen!“ Das fand ich super und der nette Eindruck, den ich schon im Forum von ihm hatte, bestätigte und verstärkte sich spontan. Nach dem Maststellen verabschiedete er sich und lud mich für den Abend auf sein Boot im benachbarten Hafen „Inselmar“ auf seine „Betsy Rose“ ein.

Unglücklicherweise legte der Wind auf 6 WS zu und es war heftig dabei am Regnen. So machte ich erst einmal eine halbe Stunde Pause und trimmte anschließend das Rigg und lud meine persönlichen Gegenstände sowie die Verpflegung ins Boot, baute den Mercury an und tuckerte vom Stroomkanal rüber in meine Box 280.

Die Logge stand an diesem Tag auf 5097 – ich war gespannt, wie der Stand am Ende der Saison sein würde.

Anschließend ging ich erst einmal unter die Dusche und danach ins Städtchen, wo ich mir eine leckere Pizza genehmigte.

Am Abend machte ich dann meinen Antrittsbesuch bei Eberhard und seiner Frau Helga auf der „Betsy Rose“ – aber Hallo kann ich nur sagen, ein tolles Boot, diese Hunter 28. Boot und Ehefrau vom Allerfeinsten, beides bestens gepflegt und fast noch im jungfräulichen Zustand!

Meinen Kraftstofftank und die beiden 5-Liter-Reservekanister hatte ich am Nachmittag auch schon für den Törn vorbereitet und so legte ich mich am Abend mit einem guten Gefühl in meine Koje.

Mittwoch, 27.5.2009

Nach einem reichhaltigen Frühstück legte ich am Morgen um 10 Uhr in Lemmer ab und wollte über das Groote Brekken Richtung Heeger Meer und dann mal sehen, wie sich die Möglichkeiten entwickeln würden. Es bließ schon heftig mit durchschnittlich 5 WS aus West, und da die Strecke bis zur Spangenburgbrücke nicht sehr weit ist, segelte ich nur mit der Selbstwendefock. Nach dem Passieren der Brücke ging es weiter nordwärts bis zum Johann-Friso-Kanal, in dem ich nach Backbord abbiegen wollte, um das Heeger Meer zu erreichen. Die Schilder wiesen mich darauf hin (das war neu für mich!), dass man den Motor Stand by fahren muss und so warf ich den Riemen auf die Orgel und kämpfte mich dann mit der Selbstwendefock, immer hoch am Wind kreuzend nach Westen. Da so gut wie kein Boot unterwegs war, gehörte mir der Kanal ganz allein und ich konnte mich nach Belieben austoben. Bei meiner Sprinta erreiche ich (bei starkem Wind) einen Wendewinkel von rund 80 Grad, da sich das Boot immer weit überlegt und dann in den Wind zischen will, es ist wirklich eine Liebhaberei! Mit der normalen Segelgarderobe komme ich auf max. 90 Grad – dies ist auch der Grund dafür, dass ich so gerne, auch mit Mannschaft, mit der Selbstwendefock segele.

Nach langem Kampf erreichte ich dann das Heeger Meer. Als ich aus dem Schutz des hohen Grases am Ufer auf die freie Wasserfläche kam, lag ich fast mit dem Top auf dem Wasser, so kachelte es dort – eine spontane Halse brachte mich wieder ins Lot und in herrlicher Rauschefahrt ging es die gleiche Strecke zurück, die ich mir so mühsam erkämpft hatte. Die Windstärke schätze ich mal auf mindestens 6.

Da für den nächsten Tag moderatere Verhältnisse vorausgesagt waren, entschloss ich mich, wieder in meinen Heimathafen Lemmer zu segeln, ob ich nun morgen von Lemmer aus auf´s Ijsselmeer fahre oder von Stavoren aus, blieb sich Jacke wie Hose.

Also ging es wieder zurück über das Groote Brekken. Hier bemerkte ich, dass beim Halsen die SW-Fock zum Teil überhaupt nicht mehr die Seiten wechselte oder sich sehr schwer tat. Ich rollte sie ein und drehte bei, um die Sache zu untersuchen. Hierbei stellte ich fest, das einige Rollen des Kugellagers des Schlittens gebrochen waren und dieser sich immer auf der Schiene festklemmte. Das war natürlich eine dumme Sache, da ich die erste Woche ja Einhand unterwegs war und ich es mir so einfach wie möglich machen wollte – ich war aber auch guter Hoffnung, in Lemmer ein entsprechendes neues Teil erwerben zu können – dem war leider nicht so, wie sich später herrausstellte!

Tagesfahrt: 19 sm

Donnerstag 27.5.2009

Am Morgen stand ich früh auf, da ich mich ja um das Ersatzteil kümmern wollte. Zu dieser Zeit hatten wir nur 2 WS. Nach der erfolglosen Exkursion durch die beiden Fachgeschäfte in Lemmer frühstückte ich in aller Ruhe, schlug die Selbstwendfock ab und die Genua an und tuckerte um die Mittagszeit zur Schleuse. Für heute hatte ich mir kein besonderes Ziel vorgenommen, ich wollte einfach nur flott auf dem Ijsselmeer unterwegs sein und suchte mir jeweils dafür die passende Kurse, meistens raumschots oder halbwinds, und wenn erforderlich kreuzte ich nach Belieben.

Da wir für den Freitagabend ein „Vorglühen“ der Segelkameraden aus dem Segeln-Forum.de in der Kneipe im Hafen „Inselmar“ vereinbart hatten, wollte ich möglichst in der Nähe vom Lemmer bleiben.

Gegen 19 Uhr war ich wieder im Heimathafen mit stolzen 28 sm für diesen Tag auf der Logge – es war ein herrlicher Segeltag bei durchgängigen 4 WStärken.

Abends trank ich mit meinen Stegnachbarn noch ein Bierchen und legte mich gegen 23 Uhr zufrieden in die Koje.

Freitag, 29.5.2009

Das Bier hatte seine Wirkung nicht verfehlt und so verschlief ich die schönsten Morgenstunden, wodurch ich dann auch erst um 11 Uhr aus der Box ablegte Richtung Ijsselmeer.

Da ich ja am Abend zum „Vorglühen“ wollte war auch der heutige Tag wieder reinstes Lustsegeln auf den besten Kursen. Kurz vor Lelystadt drehte ich um und segelte zurück nach Lemmer, wo ich, mit 24 sm auf der Logge um 19.30 Uhr in meiner Box festmachte.

Anschließend habe ich mich „landfein“ gemacht und bin die 800 Meter rüber zum Hafen „Inselmar“ gelaufen. Zuerst schnell noch ein Bierchen bei Eberhard und Helga an Bord getrunken und nach und nach trudelten so 8 oder 9 Skipper mit Besatzung ein. Die meisten kannten sich schon vom Vorjahrestreffen in Trintelhafen, ich kannte aber außer Eberhard und Helga keinen – aber alle waren mir als user aus dem Forum  bekannt. Unter den Kollegen war auch Christian, der Zeelandfan; er hatte sich bei mir schon vor einigen Jahren besonders beliebt gemacht, als er sich freiwillig anbot, mir für meine Friedel-Klee-Homepage einige englische Briefe zu übersetzen. Die dadurch bedingte Sympathie verstärkte sich durch das persönliche kennen lernen noch viel mehr – ein feiner Kerl, der Christian!

Es war eine sehr schöne Runde an diesem Abend und die virtuellen Skipper aus dem Forum in Natur zu erleben, war eine sehr schöne Erfahrung für mich.

Samstag, 30.5.2009

Als ich am morgen ins Wetter schaute präsentierte sich dieses in Hochform. 4er Wind aus NO, das passte ja super für den heutigen Törn in den Schutzhafen am Deich, der das Ijsselmeer und Markermeer trennt.

Da die Entfernung nicht all zu weit ist, ließ ich es langsam angehen. Die andern hatten wohl ähnliche Gedankengänge, denn auch ohne Absprache trafen sich fast alle gegen 11 Uhr an der Schleuse.

Go West hieß es erst einmal für unsere Flotille, die sich aber mit zunehmender Dauer auf Grund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten immer mehr aufdröselte. Leid tat mir der nette Christian, der als Gaststeuermann bei „Slup“ auf seinem ca. 40 Fuß-Kreuzer angeheuert hatte und nur noch neidisch hinter meinem Heckspiegel herschauen konnte. „Heute habe ich das Floß nur treiben lassen, wie Du ja gemerkt hast!“ sagte er später im Trintelhaven zu mir.

Da ich schon sehr früh mein Ziel erreicht hatte aber erst drei Boote im Hafen sah, habe ich noch ein bisschen mit meiner Selbststeueranlage rumexperimentiert, die das Boot immer wieder aus dem Ruder laufen ließ. Dieses Problem habe ich leider die ganze Saison nicht in den Griff gekriegt; mal funktionierte sie prima und dann auf einmal fing sie wieder an zu spinnen und steuerte völlig sinnlos hin und her.

Da ich ja Einhand unterwegs war wurde es durch dieses Handicap immer dann etwas problematisch, wenn ich aufs Vorschiff musste, da mein Kurzkieler extrem empfindlich auf Gewichtsverlagerung reagiert. Damit ich nicht völlig unkontrolliert in diesem doch teilweise recht stark befahrenem Revier rumeierte habe ich immer das Vorsegel eingerollt und die Großschot gefiert und dann beigedreht und meine erforderlichen Arbeiten in Ruhe ausführen zu können.

Als sich dann später so nach und nach die Boote aus dem Segeln-Forum näherten, lief ich in den Schutzhafen ein, in dem ich vom Organisator Nico, seiner Frau, seiner Tochter und seinem Hund in Empfang genommen wurde. 

Bis 17 Uhr hatten 23 Boote an der Piere festgemacht und überall standen kleinere Grüppchen herum, die sich angeregt unterhielten. Für viele war es ein freudiges Wiedersehen; die Neulinge mussten sich erst einmal bekannt machen oder durchfragen, und es war zu Anfang gar nicht so einfach mit den usernamen aus dem Forum und den Vornamen klar zu kommen, doch mit zunehmender Dauer und nach diversen Bierchen aus allen deutschen Regionen, klappte es immer besser.

Die weiteste Anreise hatte übrigens der „Segelmax“ (Carsten) auf sich genommen, der seine herrliche Optima von Zeeland über viele Meilen ins Ijsselmeer manöveriert hatte; er war übrigens einer der Lustigsten, ein sehr netter und sympathischer Zeitgenosse!

Gegen 18 Uhr verbreitete sich dann zunehmend der Geruch von Holzkohle und verbranntem Fett über dem Ijsselmeer, keine Wunder bei rund 15 bruzelnden Grills, auf denen die unterschiedlichsten Creationen von toten Tieren gegrillt wurden.

Auf meiner Erkundungstour kam ich auch am Grill von „Morgenstern“ vorbei, auf dem die beiden Brüder Jens und Jörn, in Thüringen beheimatet, so leckere Bratwürstchen verteilten, wie ich sie noch nie zuvor gegessen habe; mit ihren Vorräten hätten sie die Mannschaft der Gorch Fock sättigen können, dabei waren wir doch nur 23 Boote! Wir unterhielten uns eine ganze Weile und im Laufe des Gesprächs erfuhr ich, dass sie bis vor kurzer Zeit in der bekannten Rockband „Morgenstern“ gespielt hätten (havi metal). Da ich in meiner Jugend selber viele Jahre als Bassgitarrist tätig war, hatten wir natürlich reichlich Gesprächsstoff; die beiden waren für mich eine interessante Bekanntschaft.

Mit zunehmender Dauer wurde es immer lustiger und irgendwann kam einer auf die Idee, dass wir doch von dieser beachtlichen Flotte auch unbedingt ein paar Luftaufnahmen haben müssten. Kurz entschlossen machte „Rollef“ auf seinem Charterboot alles klar und mit vereinten Kräften wurde ausgerechnet das Schwergewicht „Segelmax“ im Bootsmannstuhl sitzend die 13 oder 14 Meter bis zum Top gezogen.

Durch diese Mutprobe angestachelt entwickelte sich dann eine kleine Abendsportveranstaltung und einer nach dem anderen ließ sich in die Lüfte ziehen.

Nachdem ich mich durch die verschiedensten Biersorten Deutschlands getrunken und eine Menge Leute kennen gelernt hatte verspürte ich dann doch gegen Mitternacht das Bedürfnis nach Schlaf. Meine persönliche Bierprobe viel dann so aus, dass das von mir spendierte sauerländische „VELTINS“ natürlich den Vogel abschoss, gefolgt von „Radeberger“. Bei den Würsten lagen aber ganz eindeutig Jens und Jörg vorne.

Gut genährt schlief ich dann tief und fest in meiner Koje, bis mich am

Pfingstsonntag, 31.5.

morgens um 7 Uhr mein Wecker aus dem Schlaf riss. Ich hatte meiner Frau versprochen, am Sonntag zurückzukommen und machte mich dann nach einem kurzen Frühstück auf die Rückreise nach Lemmer. Im Trintelhaven lag noch alles im Tiefschlaf als ich im Hafenbecken mein Groß setzte, die Genua ausrollte und dann mit beständigem 4er Wind Richtung Lemmer segelte. Zu dieser Zeit gehörte mir das Ijsselmeer ganz allein, es war ein wunderbares Gefühl.

Um 14 Uhr lief ich in Lemmer ein, lud die nötigsten Sachen ins Auto und machte mich auf die Heimfahrt.

Um 18.30 Uhr kam ich wieder in der Heimat an.

Gesegelt bin ich in diesen 5 ½ Tagen 112 sm.

Törn 2: mit Tochter Angela

Nach 10 Tagen mit ein bisschen Arbeit machte ich mich dann am

Donnerstag, 11.6.2009

mit meiner jüngsten Tochter Angela (25) auf die Fahrt nach Lemmer, um mit ihr eine Woche gemeinsam zu segeln. Angela hat in ihrer Jugend auch einige Segelscheine gemacht und freute sich auf diese Woche, ganz allein mit ihrem Papa unterwegs zu sein.

Durch einen längeren Stau bei Arnheim bedingt kamen wir erst um 12.45 Uhr am Schiff an. Wir machten in aller Ruhe unser Boot fertig und gegen 15 legten wir ab, mit dem Ziel Heeger Meer. Das Wetter war bis zum Erreichen des Heeger Meeres super, verschlechterte sich dann aber durch ein herannahendes Gewitter. Wir kamen noch bis zum De Flusen, wo wir uns hinter einem Inselchen Schutz suchten. Gerade hatten wir festgemacht, da ging die Post aber auch schon ab. Ich war froh, dass wir nun so sicher für die Nacht lagen.

Als das Gewitter vorüber war erkundigten wir die kleine Insel und machten uns anschließend ein leckeres Abendessen.

Gesegelt waren wir heute 13 sm.

Freitag, 12.6.2009

Nach einem tiefen Schlaf und einem tollen Frühstück machten wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg Richtung Sneek. Wir erreichten Ilgst und mussten vor einer Brücke einige Zeit warten. Nach längerer Pause öffnete sich das Hindernis und ich fuhr als erster hindurch. Direkt hinter der Brücke rief mir von der rechten Uferseite ein deutscher Segler laut zu, ich solle hier anlegen, da in Sneek gebaut würde und man dort nur ganz schlecht festmachen könnte, zumal wir genau zur 2-stündigen Mittagspause ankommen würden. Ich hatte den Skipper nicht so recht verstanden und stoppte kurz ab. Das gefiel den hinter mir fahrenden Booten natürlich überhaupt nicht – außerdem war es dort sehr eng und entgegen kam uns auch noch rücksichtslos ein riesiges Motorboot. Inzwischen waren wir an der rechten Uferseite vor den Privatgrundstücken angekommen und konnten dort kurz festmachen, um mit dem Skipper zu sprechen. Dabei gerieten wir mit dem Top in die hohen Bäume. Als ein Winstoß unser Boot zum Schaukeln brachte krachte es plötzlich laut und ein fast armdicker, morscher Ast kam von oben und schlug direkt neben Angela ein. Wenn sie den auf den Kopf bekommen hätte, wäre unser Törn beendet gewesen. Aber es kam nicht nur der Ast von oben, sondern auch noch das Glas von meinem Toplicht und den Verklicker sah ich auch in den Tiefen des Kanals verschwinden. Das Toplicht war nicht so beklagenswert, mehr aber der fehlende Verklicker. Ich wusste mir aber zu helfen und klebte an beide Oberwanten Wollfäden, mit denen ich die gesamte Segelsaison gesegelt bin, ohne den Verklicker zu ersetzen. Das klappte so prima, das ich fragte, wofür hast Du das Ding den überhaupt – es geht so genau so gut – zumindest für den Bedarf des Fahrtensegels; für Regattasegler ist er sicher unverzichtbar und natürlich werde ich zur neuen Saison auch wieder einen neuen anbauen – aber für das Mastlegen habe ich absolut keine Notwendigkeit gesehen.

Nachdem wir nun in Ilgst eine längere Zeit geparkt hatten, machten wir uns dann nach ca. 90 Minuten weiter auf die Fahrt nach Sneek. Dort erwartete uns dann die freudige Überraschung von zig freien Plätzen zum Festmachen, es wurde überhaupt nicht gebaut.

Nach einiger Zeit kam der Skipper bei uns vorbei, den ich am liebsten in den Allerwertesten getreten hätte, da er mich ein Toplicht von 18 Euro und einen wesentlich teuereren Verklicker gekostet hatte. Als ich ich ihn fragte, warum er mir den Mist erzählt habe sagte er: „Im letzten Jahr wäre es so gewesen!“ Ich brummte nur „Idiot“ in mich hinein und würdigte ihn nicht mehr eines Blickes.

Nachdem wir die ersten 3 Brücken in Sneek passiert hatten machten wir in der Stadt fest und gingen auf Erkundungstour. Unterwegs sah ich 5 oder 6 Varianta´s von der Möhne, die auch in Sneek Rast machten. Guido Fischer sah ich und einen von den Teutenbergs Jungs. Nach dem Stadtrundgang tranken wir bei herrlichstem Wetter im Cockpit gemütlich Kaffe und machten uns dann auf zu unserem heutigen Tagesziel nach Grouw.

Wir hatten günstigen achterlichen Wind und ließen uns von der Genua gemütlich nach Norden ziehen. Vor einer Schleuse rollte ich die Genua ein und warf den Mercury an. Dabei hatte ich die Reffleine über Bord gestoßen ohne dass ich es bemerkte. Nach kurzer Zeit blieb der Motor abrupt stehen. Bei meinem überraschten Blick erkannte ich die stark gespannte blaue Reffleine und wusste, dass sich der Rest in der Schraube verfangen hatte. Schnell zog ich den Motor mit der Talje nach oben und konnte so die Reffleine in 10 Sekunden von der Schraube abwickeln und sofort danach den Motor wieder starten.

Um 17.30 Uhr machten wir im Hafen von Grouw fest.

Wir besorgten uns Duschmarken und machten uns anschließend zum Stadtgang mit eingeschlossenem Abendessen. Wir fanden ein prächtiges Restaurant im Zentrum und ließen so den schönen, aber auch ereignisreichen Tag ausklingen.

Seit Donnerstag (Fronleichnam) waren unzählige Charter-Motorboote unterwegs, vornehmlich mit deutscher Besatzung - die uns mal wieder so richtig bis auf die Knochen blamierten. Der Spruch: "Gott schütze uns vor Sturm und Wind - und Deutschen die im Ausland sind" wurde in diesen Tagen zigmal bestätigt.

Betrunken bis zum Gehtnichtmehr grölten sie auf den Booten rum, auch im Hafen, waren teilweise überhaupt nicht mehr in der Lage das Schiff in eine Box zu manövrieren und dröhnten uns die ganze Nacht mit Bum-Bum zu - das werde ich mir nicht noch einmal antun - auf Fronleichnamstörn Binnen zu bleiben - ich denke, das es am Ijsselmeer da doch sicher einiges ruhiger abgeht.

14 sm am heutigen Tag. Hafengebühr 8,50

Samstag, 13.6.2009

Heute morgen sind wir erst gegen 10.30 Uhr losgesegelt, da zuvor ganz in unserer Nähe in einem Segelclub ein Jugendfest stattfand; um mich ein bisschen über das Pogramm für unsere eigene Jugendarbeit zu informieren, blieben wir deshalb etwas länger und schauten dem bunten Treiben zu.

Nun starteten wir wieder Richtung Nord in den Princess-Margret-Kanal; unser heutiges Ziel war das Naturschutzgebiet Princenhof. Laut Seekarte waren da mit unserem Tiefgang von 1,10 zahlreiche Segelmöglichkeiten. Leider sah es in Wirklichkeit schlechter aus, denn das ein und andere Mal zogen wir unseren Kiel durch den Schlick; so entschlossen wir uns zur Routenänderung und segelten nach Akrum. Hier legten wir gegen 13 Uhr an und machten in dem kleinen Städtchen einen Stadtrundgang. Nach der Rückkehr zum Boot war erst einmal Kaffeetime angesagt, danach legten wir ab Richtung Sneeker Meer. Ein herrlicher Wind um 3 WS und total blauer Himmel bescherten uns noch einen wunderbaren Spätnachmittag. Gegen Abend erreichten wir das Sneeker Meer, nachdem wir zuvor noch vor einer Brücke einen längeren Aufenthalt auf uns nehmen mussten. Wir suchten uns ein kleines Inselchen, um über Nacht dort zu bleiben.

Der Abend im Cockpit war herrlich. Bei einem Gläschen Rotwein und einem ausgedehnten Knobelspiel (das ich heute 10:9 für mich entscheiden konnte) legten wir uns zu späterer Stunde in unsere Kojen.

7,5 sm gesegelt.

Sonntag, 14.6.2009

Schon beim Aufstehen stellten wir fest, das ein ganz ordentliches Windchen so mit guten 4 WS pfiff. Der Himmel war wieder strahlend blau und das Barometer zeigte seit 16 Stunden keinerlei Veränderungen. Wir machten uns ein leckeres Frühstück mit Schinken und Ei und legten um 9.50 an dem kleinen Inselchen ab. Am heutigen Abend wollten wir wieder in Lemmer sein, um uns in den nächsten Tagen das Ijsselmeer vorzunehmen, die Wetterprognosen dafür waren ausgezeichnet.

Vom Sneeker Meer segelten wir dann über das Koufouder Meer, Langwieler Wielen nach Sloten, wo wir eine kurze Rast, wo unsere Sprinta DS von 2 Sprinta 70 in die Mitte genommen wurde, das hatte ich bis zu dem Tag so auch noch nie erlebt; der eine Eigner war Holländer, der andere ein Deutscher.

Auch hier machten wir einen Bummel durch das kleine Städtchen. So ganz nebenbei hielt ich auch Ausschau nach dem Stahlschiff von Jens und Jörg (alias Morgenstern), konnten sie aber nirgendwo entdecken.

Gegen 18.30 Uhr kamen wir im Heimathafen Lemmer an und machten uns sofort landfein, da wir heute Abend wieder Essen gehen wollten.

Wir hatten mit der Pizzeria am Stadtkanal eine gute Wahl getroffen, genehmigten uns nachher noch ein leckeres Eis am Ende der Fußgängerzone und bummelten wieder den km zurück zum Schiff. Angela wollte unbedingt Revanche für die gestrige Knobelniederlage nehmen, was ihr auch heute mit 10:5 bestens gelang.

25 sm gesegelt.

Montag, 15.6.2009

Heute morgen mussten wir zuerst einmal wieder nach Lemmer um eine Schlauchschelle für den Tank am Außenborder zu erneuern. Am gestrigen Tag fiel bei der Ansteuerung unseres Hafens im Stroomkanal immer wieder der Motor aus, was ich von diesem Super-Super-Super-Außenborder seit 18 Jahren überhaupt nicht kannte. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, das er nicht genug Sprit bekam. Der Abstand zwischen Motor und Heckwand ist sehr kurz und dadurch wird der Schlauch etwas um die Ecke gequetscht; im Laufe der Jahre hatte er Risse bekommen, was nun zum Spritmangel führte. Die alte Schlauchschelle konnte ich nicht wieder anbringen, da sie aufgepresst und nicht schraubbar war, außerdem wollte ich mir vorsichtshalber in Lemmer einen neuen Verklicker kaufen, um diesen beim nächsten Törn mit Ferdi in 3 Wochen zu ersetzen. Die Schlauchschelle habe ich bekommen, den Verklicker habe ich nicht gekauft, da er unverschämt teuer war – es war mir aber auch eingefallen, dass ich zu Hause noch einen von Niro-Petersen in Reserve hatte.

Am heutigen Tag wollten wir nach Trintelhaven segeln, ich wollte Angela den Hafen zeigen, in dem das Segeln-Forum-Treffen stattgefunden hatte. Um 11 Uhr legten wir ab, erwischten auch schon sofort den nächsten Schleusengang und setzten unseren Kurs auf 220 Grad ab. Leider ließ uns der Wind zuerst einige Stunden in der Lemmer Bucht rumdümpeln, doch dann später am Nachmittag wurde es besser und wir erreichten Trintelhaven gegen 19.30 Uhr.

Angela begann sofort damit, das Abendessen vorzubereiten während ich unsere Genua I reparierte, an der ein Liek aufgegangen war.

Um 20.45 Uhr begann wieder unser abendliches Knobelturnier, das ich heute mit 10:7 für mich entscheiden konnte.

Bei unserer Ankunft hatten wir am Kai festgemacht, doch im Laufe des Abends kam immer mehr Schwell auf und es stand uns eine unruhige Nacht bevor, daher verholten wir um 22.30 Uhr unsere „Ankatrin II“ an einen sicheren und geschützen Ankerplatz in dem großen Hafenbecken.

14 sm gesegelt.

Dienstag, 16.6.2009

Der Schwell des Vorabends kam nicht von ungefähr; in der Nacht hatte der Wind merklich auf 4-5 NO aufgefrischt, was das Wasser in den Trintelhaven gedrückt und den Schwell verursacht hatte.

Wir legten unter Fock und gerefftem Groß um 10 Uhr ab. Der Wind ließ nun ein bisschen nach und ich zog die Genua I auf und schüttelte das Reff aus dem Groß, da der Wind auch immer mehr auf Ost gedreht hatte und wir nun mit halbem Wind nach Norden Richtung Stavoren brausten.

Inzwischen hatte sich auch schon eine anständige Welle aufgebaut, die uns mächtig durcheinander schaukelte. Ich war gespannt, wie lange Angela den Wellenritt ohne Seekrankheit überstehen würde und beobachtete sie immer aus dem Augenwinkel. Vor Jahren waren wir mal aufs Teuker Meer gefahren und da wurden meine beiden Mädels schon nach ganz kurzer Zeit seekrank, heute musste ich aber über Angela staunen, wie tapfer sie sich hielt.

Nach gut 4 Stunden standen wir vor Stavoren und Angela saß noch immer an der Pinne, was vielleicht des Rätsels Lösung war; die ganzen 20 sm hatte sie bei wirklich nicht ganz so einfachen Bedingungen alleine gesteuert – das war wirklich Klasse, Angela!

Nach dem Schleusen mussten wir recht lange nach einem Plätzchen im Hafen suchen und fanden schließlich eine kleine Lücke, in die wir uns zwischen zwei Dickschiffe verholen konnten. Unser Nachbarin, die in Lemmer im gleichen Hafen wie wir liegt, klärte uns ungefragt über die Örtlichkeiten auf und erwähnte dabei auch dass völlig renovierte Toilettenhaus ganz in unserer Nähe, was ich mit Freude zur Kenntnis nahm, hatte ich dieses Etablissement doch in schlechter Erinnerung.

Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken gingen wir in die Stadt um Bratwürstchen und Brötchen für unseren Grillabend ein zu kaufen. 

Um 18 Uhr waren wir zurück und ich kümmert mich um den Grill, Angela machte uns inzwischen einen leckeren Salat dazu.

Es war wieder ein Super-Segeltag bei schönem warmem Wetter von durchschnittlich 24 Grad.

20 sm gesegelt.

Mittwoch, 17.6.2009

Heute war unser letzter Segeltag, den wir wieder mit einem herrlichen Frühstück in Stavoren begannen, nachdem Angela uns schon die Brötchen in der Stadt geholt hatte.

Um 10 Uhr hieß es zum letzten Mal für diesen Törn „Leinen los“!

Heute wollten wir über die kleinen friesischen Meere und Kanäle zurück nach Lemmer segeln. Hier war ich zwar schon einige Jahre nicht mehr hergefahren, glaubte aber die Strecke wie meine Westtasche zu kennen und ließ die Karte unter meiner Matratze liegen.

Hinter Galadammen rächte sich diese Leichtsinnigkeit aber prompt und schon saßen wir richtig schön im tiefen Schlick fest, da ich einen leichten Schlag nach Steuerbord verpasst hatte und in eine schöne flache Bucht rein gesegelt war, die gerade mal für Paddelboote tief genug war, wie ich später in der Karte feststellte.

Nun saßen wir erst einmal richtig fest und kein Boot war in der Nähe zu erblicken. Angela legte sich den Lifbelt an, damit sie sich stärker nach außenbords lehnen konnte; ich legte den Rückwärtsgang ein und gab fast Vollgas und hing mich an den Großbaum und siehe da, schon waren wir wieder frei, nachdem alle anderen Bemühungen fruchtlos verlaufen waren.

Von da ab konnten wir wieder richtig herrlich über das Heeger Meer segeln, die Bedingungen waren wieder optimal mit 4 WS aus Süd.

Gegen 16 Uhr erreichten wir wieder das Groote Brecken und liefen in unseren Hafen ein.

Nach dem Kaffeetrinken luden wir alles Überflüssige schon mal wieder ins Auto, duschten uns und schauten uns bis zum Abend noch im Hafen die Schifflein an.

Zum letzten Mal bummelten wir am Stroomkanal entlang in die Stadt, um noch einmal schön zu Abend zu Essen.

Zufrieden darüber, das alles so prima geklappt hat legten wir uns gegen 22.30 Uhr in die Kojen und nach einer letzten Nacht auf dem Boot fuhren wir am nächsten Morgen nach einem deftigen Frühstück wieder in die Heimat zurück, wo wir von der Mama schon sehnlichst erwartet wurden.

sm heute 19 – sm insgesamt 112.

Törn 3: mit Segelfreund Ferdi

und Toni mit seiner Etap 20 begleitete uns Einhand

Sonntag, 12.7.2009

Am Sonntagmorgen fuhr ich mit Ferdi gegen 8.30 in Oeventrop los, um mit ihm und seinem Arbeitskollegen Toni, der uns mit seiner Etap 20 Einhand begleiten wollte, 10 Tage in Holland zu segeln.

Da Toni sein Boot ziehen musste und wir nur mit PKW wesentlich schneller unterwegs waren, fuhren wir getrennt nach Lemmer. Als wir gegen Mittag bei recht kräftigem Regen ankamen, stand Toni schon an der Slippbahn und machte sein Boot zum Einsetzen fertig. Wir gingen ihm schnell zur Hand, und ruck zuck lag die kleine Etap in ihrem Element. Nun konnte sich Toni erst einmal mit seinem Boot beschäftigen während wir unsere Klamotten in mein Schiff luden.

Danach gingen wir wieder rüber zu Toni, um ihm beim Maststellen behilflich zu sein. Leider hörte und hörte es nicht auf zu regnen. Wir beschlossen, am heutigen Tag nicht mehr los zu fahren und den Nachmittag noch zum Basteln zu nutzen.

Von meinem Segelfreund Richard hatte ich in der Zwischenzeit eine Spritzkappe, allerdings ohne Gestänge, geschenkt bekommen. Die notwendigen Gelenke und Tenaxknöpfe hatte ich mir bei Niemeyer bestellt und das Gestänge fertigte mir ein heimischer Metallbetrieb an.

Nun konnten Ferdi und ich damit beginnen, die Spritzkappe zu montieren, was auch gute eineinhalb Stunden in Anspruch nahm.

Als wir damit fertig waren überlegte ich noch, ob wir den neuen Verklicker anbauen sollten. Da ich aber auf dem letzten Törn mit Angela völlig ohne Probleme ohne dieses Hilfsmittel klar kam, ließen wir diese Arbeit wegen des starken Regens fallen. Auch auf diesem Törn kamen wir mit den beiden Bindfäden an den Oberwanten wunderbar klar und man muss nicht immer nach oben schauen um zu sehen, woher der Wind kommt.

Montag, 13.7.2009

Ein wunderbarer sonniger Morgen empfing uns beim Aufstehen und in den Masten pfiff schon ein recht kräftiges Lüftchen.

Um 10.15 Uhr legten wir gemeinsam ab und motorten zur Schleuse.

Um 11 Uhr verließen wir die riesige Industrieschleuse und auf Grund des günstigen Kurses nahmen wir uns Urk als heutiges Tagesziel vor.

Bei durchschnittlichen Winden zwischen 4 und 2 erreichten wir Urk gegen 17 Uhr. Kurz vor Urk nahm Toni irrtümlich durch das Flachwassergebiet eine Abkürzung. Wir konnten es beobachten und segelten zurück, um ihn zu warnen. Als er sah, das wir zurückkamen, segelte er auf uns zu und kam so wieder in tiefere Gewässer.

Da er aber einen Hubkiel hat, wäre es auch kein Problem gewesen, wenn er aufgelaufen wäre, so hatten wir ihm aber eine Menge Arbeit erspart.

Da Toni Holland noch nicht so gut kannte wie ich, kam ihm die Aufgabe zu, die Orte zu durchstreifen, um für schöne Fotos zu sorgen – was ihm auch bestens gelungen ist.

17 sm.

Dienstag, 14.7.2009

Am heutigen Morgen war der Himmel zur Hälfte bedeckt. Der holländische und auch der englische Wetterbericht, die ich täglich auf UKW verfolgte, sagten aber für den heutigen Tag wieder herrliches Segelwetter voraus, so dass wir uns am Morgen, hervorragend gestärkt durch Ferdis üppiges Frühstück um 10.15 Uhr auf den Weg.

Wenn ich in Urk bin, drehe ich auch immer eine kleine Kontrollrunde bei dem kleinen Hafen auf der rechten Seite, und schaue nach, ob da immer noch die 3 SPRINTAS liegen – es war wieder so und ich war für den heutigen Tag zufrieden.

Von Urk aus segelten wir südwärts nach Lelystadt. Hier war ich vorher noch nie gewesen und war bezüglich der Schleuseneinfahrt etwas irritiert, da ich nirgendwo was sehen konnte, bis auf einmal linker Hand ein kleiner Kanal mit der anschließenden Schleuse in Sicht kam.

Wir hatten Glück und kamen gleich durch. Und weiter ging es, an der herrlich nachgebautenBatavia“ vorbei Richtung Hafen, in dem wir für die heutige Nacht festmachen wollten.

Insgesamt hatten wir heute nicht ganz viel auf die Logge bekommen, dafür war die Strecke einfach zu kurz, die wir uns für heute vorgenommen hatten.

Im Hafen fuhren wir an den Meldesteiger. Dort war ein Kasten mit 3 Fächern, aufgeteilt nach 3 Schiffsgrößen. Ich nahm ein Blatt aus dem Fach 8-10 Meter und fand darauf einen angegebenen freien Liegeplatz. Neben dem Kasten befand sich ein großer Hafenplan, auf dem man sich kundig machen konnte. Wenn einem der Liegeplatz nicht passte, konnte man sich einen anderen Zettel aus dem Kasten nehmen und schauen, ob hier die Situation besser war; den ersten Zettel legt man dann wieder in den Kasten für den nächsten Segler. Dieses System kannte ich bisher noch nicht, fand es aber große Klasse.

Der Hafen machte überhaupt einen sehr guten Eindruck, die sanitären Anlagen waren piksauber, wir haben uns dort sehr wohl gefühlt.

10 sm, 9 Euro Hafengebühr

Mittwoch, 14.7.2009

Um 9.15 legten wir gemeinsam ab. Wir hatten verabredet, dass wir bis Mitte Markermeer nach Westen segeln wollten um uns dort entscheiden, ob wir nach Süden Richtung Muiden abfallen oder weiter nach Westen nach Volendam segeln.

Wir fuhren bei einem frischen 4er Wind auf Halbwindkurs Richtung Westen, nach kurzer Zeit knüppelte Toni aber schon unaufhaltsam hoch am Wind nach Süden – dadurch war er für uns unerreichbar geworden. Ich habe mehrfach versucht, ihn übers Handy und Funk zu erreichen, leider ergebnislos. Anfangs konnten wir ich noch mit dem Fernglas ausmachen, später war er dann im Gewirr der zahlreichen Segelboote nicht mehr auszumachen.

Inzwischen kachelte es auch ganz gewaltig. Wir mussten das Groß komplett wegnehmen und waren froh, als wir in den Schutz der Halbinsel Marken kamen.

Auch im Hafen pfiff es kolossal. Ich legte am Meldesteiger an, leider voll auf Legerwal, und ging zum Hafenmeister, um mir einen Liegplatz abzuholen. Im Vorhafen irrten zwei weitere Boote umher, ein Segler einhand, die sich nicht trauten am Meldesteiger anzulegen, da sie bei dem Sturm dort nicht mehr weggekommen wären. Ich rief ihnen zu, dass ich Ihnen vom Hafenmeister 2 Liegeplätze besorgen würde um ihnen diesen Platz zuzurufen. Ich beeilte mich und klärte die beiden netten jungen Hafenmeisterinnen über die Dringlichkeit auf und lief wieder raus auf den Steg und lotste die beiden Boote in ihre Boxen.

Danach ging ich wieder zum Meldesteiger. Mit großer Mühe und kräftigem Abstoßen kamen wir vom Meldesteiger frei und motorten in unsere gut geschützte Box.

Der Hafen überraschte uns total, alles vom Allerfeinsten und noch relativ neu. Neu für uns war, das es beim Duschen keine separaten Duschräume für Damen und Herren gab, es war alles in einem Komplex.

Immer wieder gingen wir zur Mole, um nach Toni Ausschau zu halten. Ich konnte auch jetzt noch keinen Kontakt, weder über Funk noch übers Handy herstellen; auch auf meine SMS hatte er nicht geantwortet. Da es zum Schluss mit ca. 6 WS gekachelt hatte, machte ich mir doch etwas Sorgen um unseren Segelkameraden.

12 sm am heutigen Tag. Hafengebühr 11 Euro

Montag, 13.7.2009

Donnerstag, 16. Juli 2009

Wir hatten mit Toni in Urk verabredet, dass wir auf jeden Fall nach Amsterdam wollten. Sollten die Segelbedingungen schlecht sein, dann wollten wir von Volendam mit dem Zug dorthin fahren (ca. 15 km). Bei guten Bedingungen wollten wir aber in den Sixhaven direkt am Hauptbahnhof, um auch dieses einmal miterlebt zu haben.

Da wir Toni verloren hatten und die Bedingungen mit SW 3-4 auch nicht gerade schlecht waren, kreuzten wir von Volendam am Perd von Marken vorbei und bogen nach steuerbord ab. Flott unterwegs segelten wir nach Süden und trafen schon frühzeitig im Kanal ein, der uns nach Amsterdam führte. Unterwegs mussten wir noch 1 Brücke und 1 Schleuse passieren und um 15 Uhr machten wir im Sixhafen fest, der zu dieser Zeit erst zu ¾ belegt war. Der Hafenmeister schickte uns mit unserem Kleinkreuzer in die allerhinterste Ecke direkt bei seinem Büro.

Nach einem gemütlichen Kaffeekränzchen machten Ferdi und ich mich auf zur Fähre, die uns über den Kanal in die Innenstadt brachte.

Von unterwegs schickte ich Toni noch mal eine SMS, in der ich ihm mitteilte, das wir in Amsterdam im Sixhaven liegen würden.

Gegen 20 Uhr kamen wir zum Schiff zurück und machten uns ein leckeres Abendessen.

Als wir uns vor der Fähre unserem Hafen näherten dachte ich, ich wäre am träumen: das ganze Hafenbecken war rappelvoll zugeparkt, es gab keinen freien Meter Wasserfläche mehr, kein Schiff, außer die 3 ersten an der Hafeneinfahrt hätten den Hafen verlassen können, sonst war keinerlei Bewegung möglich. Da wir für morgen einen Ruhetag mit Stadtbesichtigung eingeplant hatten war es mir ziemlich egal; was aber machen wir übermorgen, wenn wir Amsterdam schon in der Frühe verlassen wollen?

Ein Ärgernis gab es dann noch: ganz in unserer Nähe lag ein sehr großes Motorboot, die „Estrada“ aus Haltern am See. Das Ehepaar war am Spätnachmittag von Bord gegangen und hatte ihren Hund an Bord gelassen. 5 Stunden am Stück hat der arme Hund gekläfft, es war eine Katastrophe. Manche Leute sollte man einfach ohrfeigen!

Freitag, 17.7.2009

Am morgen, wir lagen noch in den Kojen, klopfte es bei uns an der Kajüte. Was will denn der Hafenmeister jetzt schon, dachte ich so für mich, da steckte Toni seinen Kopf durchs Luk. Er hatte sich schon ganz früh in Muiden auf die Socken gemacht und war mit Bus und Bahn nach Amsterdam gekommen.

Wir frühstückten zusammen und machten uns dann auf Stadtbesichtigung. Als erstes machten wir eine Stadtrundfahrt durch die herrliche Stadt. Danach besuchten Ferdi und ich die Rembrandt-Ausstellung, während Toni weiter auf Schusters Rappen in Amsterdam unterwegs war.

Gegen Mittag waren wir die Stadt ehrlich gesagt auch schon wieder leid, zumal wir ja auch am gestrigen Spätnachmittag schon lange genug hier rum gelaufen waren. Als wir aus dem Museum kamen trafen wir auch schon nach kurzer Zeit unseren Toni wieder. Ich schlug den beiden vor, dass wir uns jetzt aus dem Sixhaven verkrümeln sollten, der jetzt sicherlich frei sei, damit wir morgen nicht bis Mittag dort auf eine freie Ausfahrt warten müssten. Beide waren sofort damit einverstanden und zu dritt segelten wir mit unserer Ankatrin zurück ins Markermeer, um in Tonis Hafen festzumachen, wo dieser nun schon zwei Nächte verbracht hatte.

Um 16.30 Uhr machten wir in Muiden, gegenüber dem Königlichen Yachthafen, in dem ich schon mal vor 10 Jahren mit Angela und meiner Varianta gelegen hatte, fest.

Am Spätnachmittag trat Ferdi auf meine Lesebrille, so dass ich am nächsten Morgen erst einmal einen Optiker aufsuchen musste, um mir eine neue zu holen, da ich meine Ersatzbrille schon vor ein paar Tage versenkt hatte.

sm 7, Hafengeld unverschämte 17 Euro

Samstag, 18.7.2009

Die ganze Nacht und den Vormittag hat es in Strömen geregnet. Als es dann gegen 11 Uhr aufhörte, machten wir unsere beiden Boote klar und bogen in Muiden gleich nach steuerbord ab in die bekannten Randmeere. Als wir etwa auf Höhe der Hollandes Brugg waren konnten wir erkennen, dass etwa eine halbe Meile vor uns ein größeres Segelboot festhing. Wenige Auchenblicke später sahen wir ein Boot der Rettungswacht dorthin brausen. Es tat sich aber nichts, das etwa 11 Meter große Boot hing bombenfest. Im Laufe der nächsten Viertelstunde sahen wir 4 weitere Rettungsboote dorthin fahren und konnten dann sehen, wie sie mit vereinten Kräften die Segelyacht freischleppten. Offensichtlich hatte sie sich bei diesem Freischleppen einen Ruderschaden zugezogen, denn sie schleppten ihn auch nach Erreichen des tieferen Wassers immer noch ab. Offensichtlich war das Boot manövrierunfähig.

Die Randmeer, das ist eine wunderschöne Landschaft, ich fahre immer wieder gerne hierher. Alles Land, das sich auf der linken Seite unseres Segelbootes befand, ist künstlich in den 50-er Jahren von den fleißigen Holländern angelegt worden (Polder Flevoland). Dadurch sind die Randmeere entstanden, die vor der Eindeichung und Landgewinnung zum ursprünglichen Markermeer gehörten. So ist eine riesige Insel entstanden, die für viele zigtausend Holländer zur neuen Heimat geworden ist.

Der Südwest blies den ganzen Tag zwischen 5 und 6 WS; wir segelten fast nur unter Fock; dazwischen gab es auch noch ein kräftiges Gewitter, ausgerechnet wieder an einer Stelle, an der es besonders eng und flach war. Ein Blick zurück zeigte uns, das Toni auf Schiet hing und nicht freikam. Wir fuhren zurück, um ihm unsere Schwimmleine rüber wehen zu lassen; in diesem Moment kam er dann aber auch ohne unsere Hilfe frei.

Gegen 18.30 Uhr machten wir unsere Boote in einem kleinen Naturhafen vor Hardewijk fest, um hier zu übernachten.

Toni hatte uns angeboten, am heutigen Abend für uns alle drei Kaiserschmarren zu backen, Ferdi machte uns einen leckeren Pudding dazu. Die Portion, die Toni aufgelegt hatte, hätte auch für eine 6-Mann-Besatzung gereicht. Wir stopften und stopften bis nichts mehr hineinging, den Rest überließen wir den Fischen.

sm 24, Hafengeld 0

Sonntag, 19.7.2009

Heute morgen stürmte es schon wieder ganz gewaltig mit fast 6 kn aus West - für den Nachmittag sollte es sich auf 5 abschwächen. Da wir zunächst erst einmal für eine größere Strecke nach Norden mussten, kamen wir also gut auf Halbwindkurs mit der Normalfock voran.

Da das Randmeer sich fast unmerklich nach Westen wendet mussten wir immer höher am Wind segeln und später sogar auf engstem Fahrwasser kreuzen. Dabei kam ich einmal nur ein paar Meter vom betonnten Fahrwasser ab und schon saßen wir bombenfest. Toni hatte schon zuvor den Motor angeworfen und war weit vor uns und hinter einer Linksbiegung verschwunden. Als er merkte, dass wir überhaupt nicht zurückkamen, kehrte er um, um nach uns zu schauen. Inzwischen hatte ich schon einem großen Motorbootskipper ein Zeichen gegeben, der sich auch sofort näherte und unsere Leine zum Freischleppen an seinem Bug festmachte und uns dann mit voller Kraft rückwärts vom Schlick zog.

Unser heutiges Tagesziel sollte der Ketelhaven im gleichnamigen Meer sein.

Als wir jedoch das Ketteldiep erreichten und nach Westen kreuzen wollten, blies uns der Sturm derartig stark auf die Nase, dass an ein vernünftiges Segeln nicht mehr zu denken war. Wir hätten zwar die Sturmfock aufziehen können, aber dann hätten wir Toni allein zurückgelassen und das wollten wir auf keinen Fall. Somit entschlossen Ferdi und ich mich für den Kurs Richtung Nord genau auf den Hafen Schokkerstrand zu. Wir konnten beobachten, dass uns Toni auf diesem Kurs auch gut folgen konnte, obwohl es auf dem Kettelmeer noch eine Windstärke stärker blies als auf dem geschützten Randmeer. Kurz vor unserem Ziel gab uns dann auch noch ein links vor uns liegendes Inselchen ein bisschen Schutz und wir konnten dann ohne Probleme in den Hafen von Schokkerstrand einlaufen und dort festmachen.

Leider stand in diesem Hafen sehr viel Schwell, so dass wir einen unruhigen Abend und auch eine schaukelnde Nacht vor uns hatten.

19 sm, Hafengeld 12 Euro

Montag, 20.7.2009

Über Nacht hatte der Wind nur unmerklich nachgelassen, blies uns also immer noch mit 5 WS entgegen. Das waren keine so guten Aussichten, denn wir mussten wohl oder übel einige Meilen bis zum Erreichen des Ijsselmeeres an der Ketelbrücke gegenan kreuzen. Wir banden im Hafen schon mal Reff II ins Groß und setzten die Normalfock.

Nachdem wir das erste ungute Gefühl überwunden hatten ließ es sich mit dieser Segelgarderobe aber wunderbar segeln; die SPRINTA machte eine Höhe, das war eine Wucht.

In der Vergangenheit hatte ich schon des Öfteren festgestellt, das Toni mit seiner Etap 20 sehr gut geschwindigkeitsmäßig mithalten konnte, wenn es nicht gerade so ganz hoch an den Wind ging; war dies aber erforderlich, dann kam er doch nicht mehr mit. Dieser Unterschied stieg mit zunehmendem Wind deutlich an, so das wir doch das ein ums andere Mal eine Weile beilegten, um ihn wieder in unsere Nähe kommen zu lassen.

Schon einige hundert Meter vor der Ketelbrücke stellten wir eine deutliche Zunahme des Seegangs fest, die Wellenhöhe war schon recht beeindruckend. Diese Verhältnisse verstärkten sich noch auf dem Ijsselmeer, waren aber nicht mehr so kurz wie auf dem Ketelmeer und wir konnten wunderbar mit halbem Wind nach Norden Richtung Lemmer preschen. Zuvor hatten wir uns darauf verständigt, sollte es Probleme geben, fahren wir nach Urk rein. Da wir aber super segeln konnten, Toni hielt auf dem fast Halbwindkurs nun wieder prächtig mit, erreichten wir um 14.30 Uhr schon Lemmer.

Nach diesem tollen Ritt waren wir rechtschaffen müde und erholten uns erst einmal nach dem Kaffeetrinken. Am Abend machten wir noch einen abschließenden Spaziergang, da Toni am nächsten Tag wieder nach Hause fahren wollte.

25 sm, Hafengeld 0

Dienstag, 21.7.2009

Toni hatte inzwischen mit dem Kranmeister Kontakt aufgenommen und für die Mittagszeit einen Termin bekommen. Wir hatten ihm mehrfach angeboten, ihm beim Slippen zu helfen; er wollte aber lieber Kranen.

Deshalb machten wir uns bei herrlichem Wetter mit einem SW 3-Wind auf zur Schleuse, um über das Ijsselmeer rauf nach Stavoren zu segeln, da wir noch gut 2 Tage Zeit hatten.

An der Schleuse dauerte es heute ein bisschen länger, trotzdem waren wir schon um 17 Uhr im Stadtkanal von Stavoren, wo wir uns zwischen 2 große Segelboote verholen konnten und lagen somit direkt an der Piere und brauchten nicht ins Päckchen, denn in Stavoren war es wieder mal rappelvoll.

Wir machten einen Bummel durch Stadt und Hafen und aßen uns am Fischwagen im Hafen eine Portion Seelachs mit Pommes. Danach kehrten wir zum Schiff zurück und machten es uns, wie jeden Abend im Cockpit gemütlich.

sm 18, Hafengeld 8 Euro

Mittwoch, 22.7.2009

Da wir heute gegen Nachmittag noch nach Hause fahren wollten, machten wir uns schon um 8 Uhr ohne Frühstück auf zur Schleuse. Dort kamen wir auch schnell durch und da das Wetter noch relativ ruhig war, machten wir uns nach der Schleuse erst einmal ein Frühstück, danach segelten wir dann bei wieder wunderbarem Wetter Richtung Lemmer. Diese beiden Tage hätten Toni auch gefallen, wenn er bei uns geblieben wäre. Leider konnten so nur wir beiden diese Freude genießen und kamen um 13 Uhr in Lemmer an.

Dort machten wir schnell das Boot fertig und luden unsere persönlichen Sachen aus und danach ging es wieder ab nach Hause zu unseren Familien.

18 sm, Hafengeld 0

Gesamtsegelstrecke: 167

Eine Woche später starteten wir schon wieder, diesmal zum

Törn 4: mit Tochter Katharina

Von diesem Törn haben wir leider keine Fotos, da wir nur Videos gedreht haben.

Mittwoch, 29.7.2009

Am heutigen Mittwoch machten Katharina und ich uns auf den Weg, um ein paar schöne Segeltage in Holland zu erleben.

Als wir in Lemmer von der Autobahn abfuhren standen wir sofort im Stau, so etwas hatte ich in Lemmer noch nie erlebt; schon nach wenigen Metern sah ich die Plakate, die auf die Skutje-Segelregatta am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag hinwiesen. Unendlich langsam ging es voran, bis die vielen PKW´s auf den Parkplätzen in der Nähe des Deiches untergebracht waren.

Aus dauerte bis 15 Uhr, als wir endlich am Boot angekommen und unsere Klamotten eingeladen hatten. Da es bis zum Deich nur wenige Meter waren gingen wir natürlich auch zum Strand, um mal bei der Regatta zuzuschauen.

Tausende von Zuschauern säumten den Strand und Deich in der Lemmerbucht. Als wir die Boote zum ersten Mal sahen waren sie bereits in der dritten Runde und es hatten sich schon drei Boote auf und davon gemacht. Wir schauten eine ganze Weile zu, gingen mal von hier nach da und bekamen vom Zuschauen noch richtig Lust darauf, selber mit unserer Ankatrin II noch ein paar Meilen auf dem Groote Brekken zu segeln. Ich hatte auch schon den Wetterbericht gehört, der für morgen nichts Gutes vorraussagte; es war von Windstärke 8 die Rede, allein aus diesem Grund wollten wir noch ein bisschen aufs Wasser.

Zunächst tranken wir aber erst einmal gemütlich Kaffee und machten dann unser Boot fertig zum Auslaufen. Der Wind war mit 3 WS recht moderat und zum Einsegeln ganz nett.

Um 18.30 Uhr waren wir wieder im Hafen und Katharina machte uns ein leckeres Abendessen in unserer kleinen Pantry fertig.

Am Abend bummelten wir noch mal in die Stadt, um zu schauen was dort los war, und es war jede Menge los. Die ganze Innenstadt war von Menschen total bevölkert; es spielten Musikband´s auf Bühnen, Bier- und Verpflegungsstände an jeder Ecke natürlich auch eine große Kirmes.

Wir schauten uns den Rummel eine Weile an und gingen dann später wieder zurück zum Schiff.

4 sm, Hafengeld 0

Donnerstag, 30.7.2009

Schon in der Nacht hatte ich bemerkt, dass es sehr stürmisch geworden war; am Morgen auf dem Weg zum Waschhaus merkte ich schon, dass die vorausgesagten 8 Windstärken bereits angekommen waren und ich wusste, dass wird heute nichts mit segeln. Also ließen wir es gemütlich angehen und legten uns nach dem Frühstück erst einmal wieder in die Koje. Gegen Mittag machten wir den ersten Spaziergang zum Strand, um uns mal in Sachen Regatta zu informieren. Schon auf dem Weg dahin merkten wir, dass nicht ein einziger Mensch bei diesem Sturm unterwegs war. Die Holländer hatten natürlich über das Radio längst erfahren, dass die Regatta für den heutigen Tag abgesagt worden war; Segeln wäre auch völlig unmöglich gewesen. So marschierten wir erst einmal in die Stadt, in der man durch die Häuser etwas mehr Schutz vor dem Sturm hatte. Auch in der Stadt war nicht viel los, außer in den Gaststätten, die waren rappelvoll.

Katharina lud mich zum Fischessen in eines der Lokale ein und wir ließen es uns erst einmal in aller Ruhe gut schmecken. Anschließend spendierte ich uns noch ein Eis und wir gingen anschließend wieder zum Schiff zurück, wo wir uns mit Lesen und Musikhören den Nachmittag vertrieben. Gegen Abend, der Wind hatte inzwischen etwas nachgelassen, bummelten wir noch mal in die Stadt, wo sich inzwischen wieder jede Menge Menschen eingefunden hatten. Wir schauten beide er Siegerehrung zu und tranken uns noch einen an einem Bierstand. Beim Blick zum Himmel fielen mir die dunklen Wolken auf und ich riet zum strammen Weg nach Hause, denn wir hatten keinen Schirm bei uns. Etwa 500 m vor dem Hafen fing es dann an zu regnen, zuerst noch nicht so stark, so dass wir noch weiter laufen konnten. Als wir dann die Unterführung unter der Straße Plattedijk ankamen schüttete es aber so heftig, dass wir dort mindestens eine viertel Stunde schauern mussten, ehe wir im nachlassenden Regen zum Schiff liefen, dass wir dann doch noch halbwegs trocken erreichen konnten.

Für heute hatten wir vom Laufen und schlechten Wetter genug, blieben im Schiff und machten uns was zu Essen; anschließend haben wir den Abend mit Plaudern und Lesen verbracht.

0 sm, Hafengeld 0 Euro

Freitag, 31.7.2009

Moderater Wind um 3 WS aus Südwest lockte uns schon früh aus den Federn; heute wollten wir auf das Ijsselmeer hinaus, das Katharina bisher nur vom Deich aus kannte.

Wir standen früh auf und konnten nach dem Frühstück bereits um 9 Uhr zur nahen Schleuse fahren.

9.30 Uhr verließen wir die Schleuse und nahmen Kurs auf Stavoren. Wir hatten einen schönen frischen Wind und eine Welle von ca. 0,5 Meter. Nach etwa einer halbe Stunde bemerkte ich, dass Katharina immer stiller und stiller wurde, was man sonst bei ihr überhaupt nicht kennt. Ich ahnte schon was bald auf uns zukommen würde und hatte noch nicht zu Ende gedacht, als sie auch schon im hohen Bogen das schöne Frühstück über die Reling ausspuckte. Ich schlug ihr vor, das Ijsselmeer für sie zu streichen und lieber den Segelurlaub auf den friesischen Binnenseen zu verbringen. Sie willigte bereitwillig ein und sagte, dass dies für sie doch wohl nicht das Richtige sei.

Kurz entschlossen machte ich eine Wende und steuerte wieder zur Schleuse zurück.

Nach dem Verlassen derselbigen segelten wir über das Groote Brekken zum Heeger Meer. Unterwegs machten wir an einem der zahlreichen Landliegeplätze fest und bereiteten uns ein schönes Mittagessen.

Nachdem wir auf Heeger und Flüssen eine ganze Weile herumgesegelt waren steuerten wir das Gastmeer an, und ankerten kurz vor dem Beginn des Kanals, der nach Workum führt, in einer schönen geschützten Bucht, wo schon mehrere Boote vor Anker lagen.

Gegen 20 Uhr lagen wir fest vor Anker und verbrachten den Abend mit Essen zubereiten, Knobeln und Lesen; es war eine wunderbare Idylle - vor Anker liegen ist beim Segeln für mich eigentlich das Schönste überhaupt, man macht es leider viel zu wenig.

21 sm, Hafengeld 0

Samstag, 1.8.2009

Und wieder empfing uns ein toller Tag, es war zwar erst noch ein bisschen stark bewölkt aber man sah schon, dass es deutlich aufriss und auch die Wettervorhersage war wieder optimal.

Nach dem Frühstück segelten wir den Kanal nach Workum so weit es eben ging und legten dann vor der Stadt im Hafen an. Von hier stiefelten wir dann los; wir ahnten nicht, wie lang die Hauptstraße ist - Geschäft an Geschäft reihte sich auf wie eine Perlenschnur - eine Idylle, wie man sie bei uns überhaupt nicht mehr kennt, da die Einzelhandelsriesen ja schon fast den ganzen Einzelhandel platt gemacht haben.

Nach dem ausgiebigen Stadtrundgang, auf dem wir auch noch ein paar notwendige Einkäufe getätigt hatten, stiefelten wir wieder zum Schiff zurück und legten nach Ankunft sofort ab in Richtung Heeger Meer. Wir segelten an Heeg vorbei in den Johann-Frisoe-Kanal und nach wenigen hundert Metern bogen wir nach links ab Richtung Ilgst. Ein oder zwei Meilen vor Ilgst kommt ein Hinweis auf einen Kanal nach rechts, wo es 2 Meilen zu einem Passantenhaven geht. Wir nahmen diesen Kurs und sahen aber trotz intensivster Suche keine Masten, geschweige denn einen Hafen. Der Kanal wurde immer enger und enger; die Bäume, die links und rechts standen berührten sich mit ihren Baumkronen, so schmal war es; ich dachte schon wir wären am Amazonas. Dann öffnete sich plötzlich das Dickicht und wir waren im Ort, aber den Passantenhaven sahen wir noch immer nicht. Ich fragte einen Angler, der gerade vorbeiruderte, dieser sagte mir, dass ich hundert Meter zurück müsse und dann hinter dem und dem Haus links abbiegen müsse, dann könnte man den Hafen sehen; und in der Tat, so war es - es empfing uns ein richtig schöner Kleinod - hier fühlten wir uns auf Anhieb wohl. Im ganzen Hafen lagen nur 3 Boote. Rechts neben uns ein Motorboot mit einem Ehepaar und 5 Boxen weiter links von uns eine junge holländische Familie mit 3 Kindern, die mit einer Randmeerjolle unterwegs waren und unter einfachsten Bedingungen einen wunderbaren Urlaub verbrachten; das sah man den fünf Personen an!

Das Waschhaus in der Nähe war auch ganz o.k., hier gefiel es uns besonders gut!

Am Abend machten Kathi und ich einen Stadtbummel und suchten uns ein schönes Restaurant zum Abendessen aus. Wie immer wähle ich meine Restaurants nach der Anzahl der Besucher: wo viele Gäste sind, ist es meistens gut – und so auch diesmal; wir bekamen ein super Essen – wir mussten dafür aber auch 54 Euro bezahlen – es war aber Klasse!

17 sm, Hafengeld 5,40 Euro

Sonntag, 2.8.2009

Das Wetter präsentierte sich heute überhaupt nicht in sonntäglicher Stimmung, denn es regnete. Da ich ja nun auch eine Sprayhood habe, konnten wir von der Koje aus dem Regen ungestört zuschauen (in der Vergangenheit störte immer die Plane oder gar die Kuchenbude den ungehinderten Blick nach draußen) - die Spritzkappe ist echt eine Bereicherung - vor allem im Hafen - ich möchte sie jetzt nicht mehr missen.

Wir krochen in unser Ölzeug und machten uns auf den kurzen Weg nach Sneek. Das Segelmekka Frieslands erreichten wir gegen 10 Uhr und zugleich machten wir uns auf zum Stadtrundgang. Gegen 13.30 Uhr kamen wir zum Scxhiff zurück, Gott sei Dank hatte es jetzt aufgehört zu regnen und die Sonnen schien auch schon wieder das ein ums andere mal. So konnten wir erst einmal gemütlich im Cockpit Kaffeetrinken und machten uns dann auf zur Weiterfahrt zum Princenhof, wo ich einen weiteren test machen wollte, wie weit ich in dieses herrliche Revier wohl vordringen könnte. Erwähnen muß ich noch, dass zur Zeit die berühmte Sneeker Woche voll im Gange war.

Als wir die Stadt verlassen hatten und uns dem Sneeker Meer näherten stellten wir fest, dass fast alle Boote auf dem Wasser waren, es war rappelvoll. Auf dem Sneeker Meer fand gerade eine Regatta statt, ich schätze die teilnehmenden Jollen auf ca. 400, man sah vor lauter Booten und Segeln kein Wasser mehr. Glücklicherweise hatten wir auf dem Princess-Margret-Kanal zumnindest noch hin und wieder mal Sicht auf das Wasser, denn auch hier boxte der Papst. Es waren vor allem Motorboote unterwegs, die mehr einem Biertransporter glichen. Auf einem Motorboot zählte ich 28 Kisten Heineken, im Cockpit einer Etap 23 waren es dagegen "nur" acht, bei drei Mann Besatzung auch nicht schlecht! Überall dröhnte aus den Monster-Boxen Technomusik. Im Gegensatz zum Fronleichnamstörn, wo mir vor allem die vielen besoffenen Deutschen aufgefallen waren, war das hier bei den Holländern überhaupt nicht der Fall - offensichtlich können die sich anständiger betrinken. Polizei auf dem Wasser habe ich übrigens in der ganzen Woche nicht einmal gesehen, waren wahrscheinlich alle im Urlaub oder selber mit auf den Booten!

In langsamer Fahrt schauten wir dem bunten Treiben zu und machten uns dann weiter auf den Weg zum Princenhof.

Kurz hinter dem Biggemeer bogen wir rechts ab zum Princenhof. In meiner Karte stand bei Oude Feanen eine Wassertiefe von 1,20 m, müßte für uns mit 1,10 m Tiefgang eigentlich möglich sein. Doch es klappte wieder nicht; nachdem wir uns zum zweiten Mal festgefahren hatten drehten wir eine Runde um das Alde Faenen, doch leider waren an allen vier Kanälen sämtliche Liegeplätze von zig Segel- und Motorbooten belegt.

Wir segelten wieder zurück Richtung Princess-Margret-Kanal und machten kurz vor dem Erreichen in einem kleinen Seitenkanal an einer Gaststätte unser Schiff fest.

Es war inzwischen schon ziemlich spät und fast dunkel geworden, deshalb beeilten wir uns mit dem Abendessen.

Gegen 01.00 Uhr in der Nacht flog ich plötzlich in meiner Koje hoch, das ich fast mit dem Kopf durch das Kajütdach gekracht wäre. Eine ohrenbetäubender Krach an meiner Bordwand hatte mich so erschreckt, den ich zuerst überhaupt nicht einordnen konnte. Ich stürzte nach draußen und sah, dass aus einem großen Rohr Wasser aus dem Landesinnern in den Kanal gepumpt wurde; dieses Rohr hatten wir aber in der Dämmerung unter dem herunterhängenden Gras beim Anlegen nicht gesehen. Ich löste unsere beiden Festmacherleinen und verholte das Boot einige Bootslängen nach vorne, wo noch genügend Platz war. Der Schreck war mir aber so in die Glieder gefahren, dass ich später eine ganze Weile brauchte, bis ich wieder einschlafen konnte.

sm 16, Hafengeld 0

Montag, 3.8.2009

Als wir am Morgen wach wurden, hatten die anderen Boote bereits unseren gemeinsamen Übernachtungsplatz verlassen. Bedingt durch die Störung und Unruhe in der Nacht hatten wir am heutigen Morgen wohl ein bisschen zu lange geschlagen.

Um 10 Uhr legten wir ab nach Grouw, das nur wenige Meilen von unserem Liegeplatz entfernt war. Wir machten rechts im kleinen Gemeindehafen fest, um uns die Stadt an zu schauen; das heißt, ich kannte sie ja schon, wollte sie aber auch Katharina mal wieder zeigen. Das letzte Mal als ich mit Kathi hier war, muss so um 1995 gewesen sein, sie konnte sich jedenfalls an nichts mehr erinnern.

Nach 90 Minuten kamen wir vom Stadtrundgang zurück und machten uns auf Richtung Stavoren. Heute war unser vorletzter Segeltag. Ich hoffte darauf, dass am morgigen Tag die Bedingungen moderat waren, um dann doch noch einmal mit Katharina einen Versuch auf dem Ijsselmeer zu wagen.

Zunächst einmal segelten wir bei passendem Wind den Princess-Margret-Kanal Richtung Süden, bogen dann in den Johann-Frisoe-Kanal, den wir kurz motoren mussten, da der Wind zu ungünstig stand. Nachdem wir das Heeger Meer erreicht hatten, ließ der Wind kontinuierlich nach – Stavoren lag in unerreichbarer Ferne – sofern wir nicht die ganze Strecke motoren wollten. Es war schon früher Abend und so entschlossen wir uns, am Ufer des Heeger Meeres zu ankern. Die Wettervorhersage war entsprechend günstig und so konnten wir das Ankern wagen, auch wenn wir in keiner geschützten Ankerbucht lagen.

Es war wieder ein ganz besonderes Erlebnis, diesmal ganz allein zu sein, kein weiteres Boot war weit und breit zu sehen.

Mit Abendessen, Spielen und Rotwein trinken verbrachten wir den Abend bis fast gegen Mitternacht.

17 sm, Hafengeld 0

Dienstag, 4.8.2009

Dies war er nun, unser letzter Urlaubstag. Wir wollten heute nach Hause fahren, da unsere Mama am 7. Geburtstag hatte und wir ihr bei den Vorbereitungen für die Feier unter die Arme greifen wollten.

So machten wir uns nach dem Wachwerden rasch an die Rückfahrt nach Lemmer, wieder auf der Binnentour, weil es über Stavoren zu lange gedauert hätte, da der SW-Wind auch dafür nicht so richtig passte.

Nach 4 Stunden erreichten wir wieder unseren Ausgangshafen in Lemmer; machten das Boot fertig, luden unsere Sachen aus und machten uns auf den Heimweg.

Um 18 Uhr liefen wir, freudig von Mama und Angela empfangen, wieder zu Hause ein!

sm 12, Hafengeld 0

Gesamtmeilen nur 85!

5. Törn Einhand

Donnerstag, 27.8.2009

Am heutigen Donnerstag fuhr ich zum letzten Mal in diesem Jahr zu meinem Boot nach Lemmer. Da ich im September beruflich keine Zeit zum Segeln hatte und meine Frau und ich Anfang Oktober für zwei Wochen nach Antalya gebucht hatten, musste ich nach diesem Törn das Boot wieder mit in die sauerländische Heimat bringen.

Um 14.30 Uhr kam ich in Lemmer an, wo schon ein kräftiger West 6 blies.

Diese tollen Bedingungen wollte ich noch am heutigen Tag nutzen, um mich auf dem Groote Brekken noch ein bisschen einzufahren, deshalb legte ich dann um 15.30 Uhr ab und kam gegen 17.30 Uhr wieder im Hafen an.

Am Abend ging ich in die Stadt und aß mir eine Pizza, die leider nicht das hielt, was die Speisekarte mir versprochen hatte – die Pizza war über und über mit Thunfisch belegt – das gefiel mir überhaupt nicht.

Gegen 23 Uhr legte ich mich in die Koje. Für morgen war übrigens wieder 6-7 angesagt, also konnte ich das Ijsselmeer streichen und mich schon mal mental auf Binnen einstellen.

sm 8, Hafengeld 0

Freitag, 28.8.2009

Mein Segelfreund Richard hatte mir zu Hause einen neuen Schlitten für die Selbstwendefock gegeben, den ich am gestrigen Tag noch angebaut hatte.

Es stürmte schon im Hafen recht mächtig, entschlossen segelte ich aber erst einmal unter SW-Fock aus dem Kanal Richtung „Inselmar-Hafen“. Hier merkte ich schon deutlich, dass der Wind wesentlich stärker pfiff als in meinem Hafen. Je weiter ich im Kanal Richtung Schleuse fuhr umso heftiger wurde es und an der grünen Tonne musste ich umkehren, um meine SW-Fock gegen die kleine Arbeitsfock zu wechseln. Da dies einhand hier in dem schmalen Gewässer nicht störungsfrei möglich war halste ich und segelte zurück zum Hafen „Inselmar“ wo ich kurz fest machte und die Vorsegel tauschte.

Während ich mit dem Segelwechsel beschäftigt war kamen zwei 39-Fuß-Boote, die bereits auf dem Ijsselmeer waren wieder zurück und ließen sich vom Hafenmeister 2 Boxen geben, für sie war der heutige Segeltag wegen Sturm schon beendet und ich fing jetzt erst damit an.

Mit der kleinen, hochgeschnittenen Arbeitsfock war das Segeln mit der Sprinta das reinste Vergnügen. Es waren fast überhaupt keine Boote unterwegs und wenn, dann motorten sie – ich war der einzigste Segler (später kam noch eine Bavaria 31 dazu).

Den ganzen Tag hatte ich 6-7 Windstärken. Bis zum Johann-Frisoe-Kanal, also nordwärts hatte ich „Rückenwind“ und ließ mich, immer mit Rumpfgeschwindigkeit nordwärts ziehen. Dann musste ich 90 Grad nach backbord abbiegen und nun ging die Kreuzerei los. Da ich aber allein unterwegs war konnte ich die gesamte Breite ungestört ausnutzen – es war herrlich und dabei völlig ungefährlich – was konnte hier schon passieren – eigentlich nichts, außer dass ich irgendwann im Schilf stand.

Es ging aber super bis zum Erreichen des Heeger Meeres. Als ich nach rund hundert Metern aus dem Schutz aufs freie Wasser kam kachelte es dermaßen, dass ich umkehren musste. Jetzt hier allein, bei der Enge und den Untiefen auf die Sturmfock zu wechseln, dazu hatte ich keine Lust – halste und düste wieder über den Johann-Frisoe-Kanal Richtung Lemmer zurück. Von steuerbord sah ich riesige, pechschwarze Wolken auf mich zu kommen und ich wusste, dass es heute noch mal richtig zur Sache gehen würde.

Dann kam es auch mit Macht über uns, es blitzte und donnerte unaufhaltsam, der Regen prasselte auf uns herab (das Schiff hatte ich längst verschlossen!), dann kam der Hagel, der so richtig wehtat. Gott sei Dank war das aber nach fünf Minuten vorbei und das Schlimmste war nun überstanden.

Unterwegs wurde ich dann noch einmal von einem Gewitter überrascht, diesmal genau als ich das Groote Brekken erreichte, hier hatte ich wenigstens Platz zum Manövrieren und erreichte so ziemlich angekämpft gegen 18 Uhr meinen heimatlichen Hafen in Lemmer.

sm 20 – Hafengeld 0

Samstag, 29.8.2009

Um 8 Uhr schon wieder Windstärke 5, später 6 wurde angesagt und es kam auch so, dass alles bei einem steigenden Luftdruck – um 8 Uhr 1024 um 18 Uhr 1032 – irgendwie merkwürdig, eigentlich ist es immer umgekehrt.

Trotzdem fuhr ich raus aufs Ijsselmeer. Ich hatte in diesem Jahr soviel Erfahrung mit meiner Sprinta bei 5 und 6 Windstärken, teilweise sogar noch deutlich darüber, dass ich mich absolut sicher fühlte. Natürlich trage ich immer, wenn ich einhand unterwegs bin eine Schwimmweste, darüber hinaus lege ich aber auch immer eine Sicherheitsleine an, die mich am Überbordgehen hindert; außerdem verschließe ich bei ruppigem Wetter immer das Schiff, so dass mir, auch bei einer teilweisen Kenterung Wasser ins Schiff laufen kann, dies ist nämlich der Anfang vom Untergang. Darüber habe ich immer noch eine andere Maxime, grundsätzlich früh genug reffen oder Segel ganz wegnehmen.

Am heutigen Tag bin ich nur unter kleiner Arbeitsfock gesegelt. Der Seegang war schon beträchtlich, als ich aus der Schleuse hinaus aufs Ijsselmeer kam. Ich kreuzte runter bis nach Urk. Unterwegs brach plötzlich der Schnappschäkel am Schothorn der Fock. Das Segel schlug wie wild um sich. Unglücklicherweise war ich ganz nah an dem Fahrwasser, das parallel zum Deich verläuft und wurde darauf zu getrieben. Ich rollte sofort die Fock weg und drehte bei, so dass sich die Abdrift Richtung Fahrwasser verlangsamte. Ich hatte vorsichtshalber schon einen neuen Schäkel mitgenommen und wechselte diesen gegen den zerstörten auch, bei dem sich der Haltestift verabschiedet hatte. Nach wenigen Minuten rollte ich die Fock wieder aus, halste und nahm Kurs auf Stavoren.

Ich segelte soweit nordwärts, bis ich das Ende des weiten Flachs, das an der Ecke vor Stavoren liegt erreicht hatte und drehte dann um, um wieder nach Lemmer zu segeln.

Um 17.30 Uhr war ich wieder im Hafen.

Am Abend machte ich wieder einen Bummel am Stadtkanal entlang und aß mir an der Fischbude an der Brücke ein Seelachsfilet, dass hier übrigens nur die Hälfte von Stavoren kostete.

sm 27, Hafengeld 0

Sonntag, 30.8.09

Der Wetterbericht über UKW sagte für den heutigen Tag 5 Windstärken voraus, mittags abnehmend auf 4.

Als wieder nichts wie raus aufs Ijjselmeer. Um 11 Uhr verließ ich die Schleuse und segelte erst einmal runter nach Urk. Ich überlegte, ob ich in den Hafen fahren sollte oder nicht. Da es aber noch recht früh war, segelte ich noch eine Weile hin und her, versuchte noch einmal meine Selbststeueranlage in den Griff zu kriegen, was mir wieder nicht gelang, machte mit dem GPS mal ein paar Beobachtungen, in welcher Richtung sich das Schiff unter Beiliegen mit welcher Geschwindigkeit versetzt und stand um 16.30 Uhr an der Einfahrt von Trintelhaven. Ich sah, dass nicht ein einziges Boot im Hafen war und beschloss, den letzten Segelabend dieses Jahres noch einmal allein zu ankern, obwohl ich die mindestens 100 m lange Mole ganz für mich gehabt hätte. Ich dachte aber auch wieder an den Schwell, den ich hier beim letzten Mal erlebt hatte und zog das Ankern vor, dass ich eigentlich am Liebsten, aber leider am Wenigsten mache.

Bevor ich mich aber für Trintelhaven entschied, machte ich erst noch einen Test mit meinem KW-Radio. Im Hafen steht nämlich ein riesiger Sendemast. Vor der Benutzung von elektronischen Geräten wird gewarnt. Ich wollte auf jeden Fall prüfen, ob ich auf KW einen ungestörten Empfang hatte, denn an diesem Sonntag war Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen und ich wollte hören, wie die Wahl ausgegangen war. Der Test ergab ein lupenreines Signal und so fuhr in den Hafen und ankerte wieder in der hintersten Ecke, nähe Deich.

sm 22, Hafengeld 0

Montag, 31.8.2009

Heute war mein letzter Segeltag in diesem Jahr.

Gut ausgeschlafen verließ ich den Hafen um 8.30 Uhr und nahm direkt Kurs auf Lemmer. Da es bei dem 4-5er Wind wieder super abging, segelte ich erst einmal wieder weit nördlich auf Stavoren zu und machte dann wieder die Biege und segelte ein letztes Mal in die Lemmer Bucht und zum letzten Schleusengang.

Um 17 Uhr kam ich wieder im Hafen an. Mit dem Kranunternehmer hatte ich bereits für morgen um 9 Uhr einen Krantermin vereinbart und machte deshalb mein Schiff noch am Abend so weit fertig, dass ich am Morgen nur noch Frühstücken und Verladen musste. Beim Mastlegen half mir ein Chartersegler, der gerade mit einer Delanta 80 an meinem Steg gegenüber in eine Box fuhr.

Dienstag, 1.9.09

Um 8 Uhr stand ich auf und verlegte mein Schiff noch vor dem Frühstücken an den Kai unterm Kran, ehe sich da ein anderer breit machen konnte.

Danach machte ich mir ein schönes Frühstück mit Schinken und Rührei und wartete auf die Cran-Crew, die auch pünktlich erschien und ratz-fatz saß Ankatrin II hoch und trocken auf ihrem Trailer. Nachdem ich alles fest verzurrt hatte machte ich mich um 10 Uhr auf die Heimfahrt.

Auf der Hinfahrt hatte ich bei meinem 3-Liter-Omega schon festgestellt, dass er immer Zündaussetzer hatte, aber immer nur ganz kurz; immer wenn ich richtig Gas gab, lief der Motor wieder einwandfrei. Das war ärgerlich, denn ich hatte den Wagen gerade vorher noch in der Inspektion gehabt, bei der auch die Zündkerzen gewechselt worden waren.

In meiner Überschlagsrechnung hatte ich vorgesehen, irgendwo im Raum Oberhausen zu tanken. Als ich 30 km vor Arnheim war, leuchtete die Tanklampe auf, was ich mir überhaupt nicht erklären konnte. Ich tankte jedenfalls den Tank voll und dachte an eine geruhsame Fahrt nach Hause.

Ich bekam von meinem Bordcomputer öfter mitgeteilt, dass der Motor Kurzfristig in einer Notmodulation laufen würde, dies sei aber nicht problematisch, ich könne ruhig weiterfahren. Das kam mir alles sehr spanisch vor und ich dachte, die Elektronik scheint zu spinnen. Minuten später kam die Meldung autom. Getriebe defekt, der Motor war aus und ich stand nach einer schnellen Reaktion auf dem Standstreifen der 3-spurigenen A 2, die rappelvoll war.

Ich rief den ADAC an und bat um Hilfe. Es dauerte fast eine halbe Stunde bis der gelbe Engel bei mir auftauchte. Als er mich fragte was anliege, sagte ich ihm, dass wohl mit der Elektronik was nicht in Ordnung sei. „Sie haben kein Benzin mehr!“ sagte er, ohne das Auto überhaupt berührt zu haben. Ich versicherte ihm, dass ich erst vor 60 Kilometern den Tank mit 60 Litern nachgefüllt habe. „Das sagen sie alle!“ sagte er. Haube auf, er holte eine Sprühdose Startpilot und sagte: „Starten sie mal. Wenn der Motor jetzt läuft, fehlt im Sprit!“ Und der Motor lief einwandfrei. „Sehn Sie, was habe ich Ihnen gesagt!“ Das kann nicht sein und holte meine Tankquittung hervor. Jetzt wurde er aber doch unsicher, bei meinem eindeutigen Beweis.

„Ist egal, wie brauchen jetzt Sprit, haben Sie einen Reservekanister? Ich habe nämlich eben meinen letzten ausgegeben!“. Mir fiel ein, dass ich im Schiff noch einen 5-Liter-Kanister hatte und kletterte hoch und holte ihn hervor. Es war eine mühselige Einfüllerei, da der Stutzen nicht richtig in den Tank passte. Der ADAC-Mann hielt einen Schraubenzieher in den Tank, damit das Benzin, wenn auch nur langsam, in den Tank laufen konnte.

Fahren Sie sofort hier die Abfahrt ab und dann hinter mir her. In 5 km ist eine Tankstelle, da kann ich dann in Ruhe mal genauer nachschauen. Bis zur Abfahrt waren es nur 300 Meter, dann runter und links ab, da überholte mich der Monteur, drehte die Scheibe runter und sagte: „Sie verlieren jede Menge Sprit!“ Ich betete, dass ich wenigstens noch bis zur nächsten Tankstelle kam und erreichte sie mit dem allerletzten Tropfen, da ging der Motor wieder aus.

Ich füllte zuerst nur ein paar Liter ein. Der Monteur legte sich unter den Wagen und kam sofort mit der Diagnose hervor. „Sie haben Inspektion machen lassen, dabei wurde der Kraftstofffilter gewechselt und dabei haben die Kameraden den Schlauch nicht wieder richtig angebracht. Der hat einen Panzerverschluss und kann sich nicht von selbst lösen, das ist unmöglich. Die Werkstatt hat schlampig gearbeitet!“

Er brachte die Sache in Ordnung, ich tankte voll, der Motor lief jetzt wieder super und rund und ich kam so einwandfrei nach Hause. Zu beklagen hatte ich lediglich den Verlust von fast 40 Liter Super, verursacht von meiner Werkstatt, die sich davon allerdings nichts annahm. Und 2 Stunden hatte mich dieser ganze Blödsinn aufgehalten. Ich war aber trotzdem froh, dass es so abgegangen war. Die Meldung des Bordcomputers mit dem defekten Getriebe hatte mir doch Sorgen gemacht, das Teil ist nämlich mit 4000 Euro nicht gerade billig.

Schlussbemerkungen:

Als ich losfuhr, stand die Logge auf 5097 sm; jetzt stand sie auf 5671: 574 sm war ich also in Holland in diesem Jahr unterwegs gewesen.

An Benzin habe ich insgesamt 15 Liter verbraucht – das ist mein absoluter Tiefenrekord! Ich habe aber auch tatsächlich immer nur an Schleusen, Brücken und Hafenein- und –ausfahrten motort. So macht das Segeln Spaß!

Fünf mal war ich unterwegs; zweimal allein, einmal mit Kathi, einmal mit Angela und einmal mit Ferdi.

Wenn ich sagen sollte, was am Schönsten war, ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Jedes Mal war es anders, aber das Einhandsegeln hat auch seinen Reiz.

Am Schönsten war aber auf jeden Fall das Festmachen an den Liegeplätzen in der freien Natur in Friesland und das Ankern. Der Aufenthalt in den Häfen kann da einfach nicht mithalten!

Im nächsten Jahr lege ich mein Boot aber wieder an den Hennesee und werde mir dann im Juli mal wieder die Ostsee vornehmen, nachdem ich in Holland so viel gesehen habe!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Festgemacht im Heeger Meer

Angela beim Kaffeetrinken in Heeg

Regattasegeln mit Miniaturbooten in Grouw

Angela pfeift gerade ein fröhliches Lied

Plötzlich befanden wir uns mitten in einem Regattafeld wider

Ein Schlückchen in Ehren, kann niemand verwehren!

Und schon wieder so ein prächtiges Schiff

Im Hafen von Stavoren

Papa an der Pinne

Und schon wieder ein Traumboot

Sonnenuntergang in Urk

Tonis Etap 20 im Vordergrund,
dahinter meine Sprinta DS

Die "Batavia" in Lelystadt

Goulasch mit Nudeln und Salat

Ansteuerung auf Volendam



Eine ganz tolle Hafenmeisterei!

Auf der Strandpromenade

Hier haben wir uns gemütlich einen getrunken

Überall schöne Gaststätten und Geschäftshäuser - alles sehr gepflegt

Nun sind wir in Amsterdam

Hier Bilder  aus Marstrand

Unser Kapitän bei der Hafenrundfahrt

Toni liegt schon wieder auf der Lauer

Der berühmte Sixhaven

Bei der Hafenrundfahrt

Peek & Cloppenburg - ein bekanntes Textilhandelshaus

Straßentheater

Rückfahrt nach Muiden

Im Hafen

Das Büro des Hafenmeisters

An der Schleuse

 

In diesem Jahr habe ich nicht so viel fotografiert, da ich im Grunde alles schon zigmal gesehen habe - in diesem Jahr habe ich mehr gefilmt!