Herbsttörn 2004 mit der Happy Day Törnfotos
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Oefter mal wieder reinschauen

Freitag, 3.9.2004

Wieder einmal ist der Herbst ins Land gezogen, für uns eine der schönsten Jahreszeiten - nicht wegen der sinkenden Temperaturen und der bunten Wälder, sondern wegen des traditionellen Herbsttörns.

Schnell war am Freitagmorgen unser großer Anhänger gepackt und gegen 8 Uhr hatte ich meine Segelkameraden vor ihren Haustüren eingesammelt. So wie vereinbart fuhren wir nun mit unserem Gespann locker und entspannt, bei herrlichstem Wetter Richtung Norden und dann immer geradeaus. Kurz hinter Hannover machten wir unsere übliche Frühstücks- und Pinkelpause - letzteres war zwingender, denn die erste Palette Warsteiner hatte man schon kurz nach dem Start in Arnsberg aufgerissen.

Gegen Mittag kamen wir in Großenbrode an. Da an unserem Boot noch dringende Reparaturen ausgeführt werden mußten verzögerte sich die Übernahme und wir kehrten erst einmal in Waltrauds Imbiß ein um unseren Hunger  mit einer riesigen Platte rot-weiß zu beruhigen. Da wir bei Nissings schon seit über 10 Jahren zu den Stammkunden zählen verläuft die Übergabe wie eh und je völlig unproblematisch und ist binnen weniger Minuten über die Bühne.

Die Verladung unserer Klamotten ist auch schon eine eingespielte Aktion und so konnten wir dann trotz Verzögerung noch um 16.30 Uhr aus dem Hafen der Marina Großenbrode auslaufen.

Auf Grund der günstigen Wetterlage hatten wir uns auf Kurs West in Richtung dänische Südsee geeinigt und passierten gegen 18 Uhr die Fehmarn-Sund-Brücke.

Um 18.30 Uhr führten wir wegen der einbrechenden Dunkelheit eine Beleuchtungskontrolle durch und hinter Flügge Sand legten wir den Hafen von Bagenkop als unser erstes Ziel an.

Punkt 24 Uhr machten wir unsere "Happy Day" in einem fast leeren Hafen fest und nach einem Absacker legten wir uns in die seit Jahren bekannten Kojen der Dehler 38.

Samstag, 4.9.2004

Strahlender Sonnenschein weckte uns am frühen Morgen, der Barograph hielt sich beständig auf 1028 h/P, aber es wehte auch nur ein leichtes Lüftchen. Da war erst einmal ein Superfrühstück angesagt und als ich nach dem Duschen mit den erworbenen Brötchen von Bruggsen zum Schiff kam, bruzelten schon die ersten Eier mit Schinken in der Pfanne.

Nach dem Frühstück wurde Klarschiff gemacht und um 10.05 Uhr legten wir ab um unser nächstes Ziel, die Schlei anzusteuern.

Um 13.40 Uhr meldete Richard plötzlich eine Flaschenpost an Steuerbord. Da wir keinen Kescher hatten, gestaltete sich die Bergung doch als recht problematisch, da die Arme vom Decke bis zum Wasser kaum reichten. Die mehrfach gefahrenen Manöver MOB liefen hundertprozentig, nur mit der Aufnahme der Flasche wollte es nicht so recht klappen.

Geschrieben war der Brief von Nils Luckhardt aus Postbauer-Heng, der die Flasche irgendwo auf Langeland in die Ostsee geworfen hatte.

Wegen der ruhigen See begab Richard sich in die Pantry und nach etwa einer halben Stunde servierte er uns bei herrlichstem Wetter "Hühnchen indisch".

Nach dem Mittagessen frischte es etwas auf und wir setzten unseren mitgebrachten Booster, der uns nun zügig Richtung Schleimünde zog. Dort wollten wir die Nacht im Hafen bleiben, um am nächsten Morgen weiter Richtung Sonderborg zu segeln.

In Schleimünde hatten wir allerdings Pech, wegen des Hafenfestes an diesem Wochenende waren alle Liegeplätze dieses kleinen Hafens besetzt und so blieb uns nichts anderes übrig als nach Maasholm zu segeln. Auch hier war es rappelvoll und wir mußten uns in eine enge Box quetschen.

Um 18.30 Uhr waren wir an diesem Tag fest und freuten uns schon auf den von Richard hergerichteten Thunfischsalat, den wir mit unserem gut gekühlten Warsteiner hinunterspülten.

Nach einem Bummel durch den Hafen und das kleine Örtchen kehrten wir wieder zum Schiff zurück und verbrachten den Abend bei angenehmen Temperaturen im Cockpit.

Sonntag, 5.9.2004

Man merkt, dass die Leute älter werden, von Tag zu Tag stehen sie früher auf. Pennten wir früher oft bis 9 oder halbzehn, so sind die gleichen Leute heute schon um 7 Uhr auf den Beinen.

Aber das ist nicht das Schlechteste, so kommt man wenigstens immer früh aus dem Hafen. Heute morgen legten wir bei herrlichem Wetter bereits um 9 Uhr ab mit dem Tagesziel Augustenborg.

Nach 3 Stunden servierte uns Smutje Richard herrlichen Kartoffelsalat mit Bockwurst und einem Uso.

Um 15 Uhr warteten wir vor der Brücke in Sonderburg auf deren Öffnung, was auch schon nach einer Ehrenrunde im Stadthafen der Fall war.

Warten auf die Brückenöffnung in Sonderborg

Nach einer Ehrenrunde ging sie schon hoch

Gemütlich segelten wir durch den Alssund und erreichten um 17.45 Uhr den Hafen von Augustenborg, wo wir einen feinen Liegplatz erwischten.

Da der Ort nichts außergewöhnliches bot, waren wir nach einem kurzen Streifzug alsbald wieder auf unser "Happy Day" und machten uns erfolgreich über unser gut gekühltes Warsteiner her, von dem wir in diesem Jahr reichlich mitgenommen hatten.

Das mitgebrachte Akkordeon trug zur gemütlichen Shantystimmung bei und die Stunden bis um Mitternacht vergingen wie im Fluge. Unterbrochen wurde die Gemütlichkeit nur durch das von Richard servierte Menü: Rouladen mit Knödel an Rotkraut. Danach konnte dann wieder zügig weiter getrunken werden.

Montag, 6.9.2004

Eier mit Pfifferlingen satt, so lautete die Eintragung auf Richards Küchenzettel für das Frühstück am heutigen Morgen. Hmm, das hat vielleicht geschmeckt!

Das gute Frückstück half uns auch über die totale Flaute hinweg, die an diesem Morgen im Augustenfjord herrschte. Doch als wir in den Als Sund einliefen frischte es gegen 11 Uhr schön auf und wir konnten unter Vollzeug die Insel Als nördlich runden.

Bereits um 14.30 Uhr erreichten wir den Hafen Fynshav im Kleinen Belt, in dem ich zuletzt 1994 mit meiner Varianta gewesen war.

Mit Richard machte ich einen Spaziergang in den Ort, um im nächsten Supermarkt ein paar frische Sachen zu kaufen.

Zurück an Bord hatte Kalla schon mal mit dem Kochen begonnen und wir setzten uns an den gedeckten Tisch.

Es war ein herrlicher Abend, der für uns erst gegen Mitternacht endete. Zufrieden mit dem heutigen Tag hauten wir uns aufs Ohr!

Dienstag, 7.9.2004

Auf einem Seemannsgrab, da blühen keine Rosen....

Nachdem wir am Morgen schon frühzeitig auf den Beinen waren, hieß es bereits um 8.45 Uhr Leinen los und auf nach Bagenkop. Es zeigte sich schon recht bald, dass auch dieser Tag einer von der ruhigen Sorte werden würde. Für ein 38-Fuß-Schiff sind 2 Windstärken einfach ein bißchen wenig. Zwei Ereignisse sind an diesem Tag hervorzuheben. Das eine ist der herrlich Hawaii-Toast, den Richard uns um 12.30 Uhr völlig überraschend servierte und das zweite war ein Rosengebinde, das wir an unserer Steuerbordseite überholten, welches offensichtlich von einer Seebestattung stammte.

Bei herrlichstem Spätsommerwetter spielte ich wieder Seemannslieder auf dem Akkordeon, während die Mannschaft kräftig mitsang.

Um 17.10 waren wir wieder in Bagenkop angelangt, wieder in einem fast leeren Hafen; aber das hat auch was für sich. Die Toilettenanlagen und Duschen sind immer sauber und es gibt keine langen Wartezeiten.

Mittwoch, 8. September 2004

Auch heute legten wir wieder um 8.45 Uhr ab. Unser Tagesziel hieß entweder Heiligenhafen oder Burgtiefe. Wieder nur 2-3 Windstärken ließen uns nur langsam dem deutschen Festland entgegentreiben. So richtig Spaß macht das alles nicht, aber was solls, was geschnitten ist wird auch genäht. Zum Glück hatten wir ein ausreichendes Depot an WARSTEINER, dass wir bei diesen ruhigen Bedingungen etwas erleichtern konnten. Und zum Glück hatten wir ja auch noch ein Schifferklavier....

13.00 Uhr servierte uns Richard eine frisch zubereitet Kartoffelsuppe mit Dicker Metten - irgendwie muß doch die Zeit rum zu kriegen sein. Als nichts mehr lief lief wenigstens noch unser Volvo, der uns dann gegen 15.30 Uhr in den "heiligen" Hafen schob.

An diesem Abend wollten wir, wie bei jedem Anleger in Heiligenhafen, das "Lütte Haus" aufsuchen, ein ganz edles Feinschmecker-Restaurant. Auch an diesem Abend waren die ausgewählten Speisen wieder ein Gedicht. Zufrieden gingen wir genen 23 Uhr zum Schiff zurück und machten uns über die mitgebrachten "Feiglinge" her und sorgten für Platz in der Kühlbox.

Donnerstag, 9.9.2004

Windstärke 2, das kann ja dauern bis nach Großenbrode - also machten wir uns um 10.15 Uhr wieder auf die Beine und steuerten Richtung Fehmarn-Sund-Brücke. Auf gemächlichen Kurs konnte zum Mittagessen wieder seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Kochen nachgehen und pünktlich um 13.00 Uhr servierte er Gulasch mit Spätzle und Bohnensalat.

Dann war es aber auch mit der Ruhe vorbei, denn plötzlich einsetzender Wind bis 4 verhinderte das Spülen und wir kreuzten durch den Tonnenstrich, es war eine wahre Wonne. Mindestens 25 Wenden in Abständen von 2 Minuten verlangte der direkt auf der Nase gesetzte Wind von uns

 

 

 

 

 

Molli

Richard

Kalla

n

Torsten