Mit wenig Wind nach Darßer Ort Törnfotos Herbst  2001
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Oefter mal wieder reinschauen

Am Freitag, dem 31. August 2001  (Großenbrode - Heiligenhafen)fuhren wir mit Kallas Bulli wieder einmal nach Großenbrode zum Herbsttörn.

Das Wetter an diesem Tag war prächtig und auch die Vorhersage für die kommende Woche sah sehr gut aus. Selbst der Wochenendverkehr hielt sich in Grenzen und wir kamen sehr gut durch, der 3-spurige Ausbau der Autobahn im Bereich Hannover zeigt doch die erste Wirkung.

Routinemäßig liefen wir in Großenbrode zuerst wieder den Bäcker und den Metzger an, um uns hier für den Tag mit frischen Brötchen und Frikadellen zu versorgen.

Die Schiffsübergabe verlief wieder mal völlig unproblematisch. Dieses Jahr hatten wir wieder eine Dehler 37 gechartert; allerdings diesmal nicht mit Genua, sondern mit einer Selbstwendefock, was sich im Nachhinein noch als großes Handicap herausstellen sollte.

Da wir schon sehr früh angereist waren, konnten wir bereits um 12 Uhr aus der Marina Großenbrode auslaufen. Noch ehe wir den Großenbroder See verließen stellten wir mit Erschrecken eine Fehlposition auf dem bordeigenen GPS fest. Nach seinem Standort hätten wir bereits an der Pommesbude auf dem Campingplatz, etwa 2 sm entfernt gestanden. Im Logbuch wurde festgehalten:

Nach der Ausfahrt aus Großenbrode Verwirrung an Bord, da die Koordinaten nicht stimmen. Test des GPS an einem festen WP.
Fazit: Der Bord-GPS weicht in der O/W-Richtung um mehr als 2 Bogenminute (ca. 2 sm) vom tatsächlichen Standort ab!!!)
Navigation mit dem Ersatz-GPS.

Das konnte ja lustig werden. Doch Gott sei Dank hatte ich meinen GARMIN mitgenommen, der nach wie vor einwandfreie Daten lieferte. Die Missweisung des Bord-GPS hielt auch die ganze Woche an. Wir konnten uns nicht erklären, woran dies liegen könnte, da mein Gerät die genaue Position anzeigte.

Mit leichtem Südost näherten wir uns pö a pö der Fehmarnsundbrücke und waren bis 14 Uhr noch immer der Meinung, dass wir am Abend in Bagenkop ein frisches Pilschen trinken würden. Doch leider schlief der Wind völlig ein und wir machten auf der Stelle kehrt und motorten nach Heiligenhafen zurück. Dort wollten wir erst einmal über Nacht bleiben und den nächsten Tag abzuwarten, für den übrigens Süd-West - West angesagt war.

Also wieder mal die lange Anfahrt nach Heiligenhafen mit anschließendem Besuch des "Lütten Haus", einem ganz hervorragenden Feinschmeckerlokal.

 

Am Samstag, dem 1. September 2001 (Heiligenhafen - Warnemünde)

hatte der Wind über Nacht tatsächlich auf West gedreht und wir verabschiedeten uns geistig von Bagenkop und steuerten wieder mal den Deutschen Osten an, der stets zu unseren begehrten Reisezielen gehört.

Leider spielte der Wind nicht mit und wir dümpelten und dümpelten nur so dahin. Die Selbstwendefock war für dieses große Schiff eine Katastrophe. Zum einen brachte sie überhaupt keinen Vortrieb, auch bei stärkerem Wind nicht und bei unserem Geigekurs schlug sie ständig hin und her, es war total nervig.

Also holten wir den riesigen Buster aus der Backskiste und starteten einen erneuten Versuch, etwas mehr Fahrt ins Schiff zu bekommen. Doch auch diesen Versuch gaben wir nach 30 Minuten auf. Trotz angeschlagenem Spibaum kriegten wir wegen der Restdünung und dem wenigen Wind keinen befriedigenden Stand des Booster hin, und wieder genervt packten wir ihn wieder ein.

Gegen 14 Uhr kräuselte sich dann zu unserer Freude das Wasser mehr und mehr und endlich hatten wir etwas mehr Fahrt im Schiff. Am frühen Abend erreichten wir den Hafen von Warnemünde und suchten uns ein schönes Plätzchen im "Alten Strom". Hier liegen wir immer besonders gerne. Das Ambiente ist vorzüglich; es ähnelt den Häfen am Mittelmeer.

 

Sonntag, 2. September 2001 (Warnemünde - Darßer Ort)

Ein herrlicher Herbsttag begrüßte uns an diesem Sonntagmorgen. Noch dem reichhaltigen Frühstück nahmen wir kurz Nord-Ost auf das nächste Ziel Darßer Ort. Bei der Ausfahrt aus dem Alten Strom beobachteten wir, wie im Hafen der Dreimaster der Becks-Bier-Werbung aufgetakelt wurde. Wir drehten ein Runde und machten ein paar Fotos, mit dem herrlichen Schiff im Hintergrund und verabschiedeten uns von Warnemünde.

Mit dem Wind und der vermaledeiten Selbstwendefock war auch an diesem Tag nicht viel Staat zu machen. Nach einem gemütlichen Törn erreichten wir am frühen Abend den Nothafen Darßer Ort und machten am Ende des Hafens an Boje und Steg fest. Im Laufe des Abends liefen noch 3 oder 4 Boote ein, alles in allem war aber sehr wenig los. Einem Einhandsegler aus der Flensburger Förde, der mit einer neuen Dehler 35 einlief gingen wir noch beim Anlegen zur Hand und luden ihn auf ein Bier ein.

Den gemütlichen Abend verbrachten wir nach einem kleinen Sapziergang im Cockpit und schauten dem lustigen Treiben im Wasser zu. Es wimmelte nur so von Fischen. Wir hätten mal eine Pütz ins Wasser halten sollen, es wären bestimmt mehrere Fische rein gesprungen.

 

Montag, 3. September 2002 (Darßer Ort - Warnemünde)

Am Montagmorgen waren wir schon früh auf den Beinen. Unser Nachbar brauchte ein wenig Hilfe, er wollte noch an diesem Tag einhand zurück in die Flensburger Förde, wo sein Sohn schon auf die Übernahme des Bootes wartete.

Krampfhaft versuchten wir mit unserer 37 Fuß-Dehler mitzuhalten. Doch er fuhr uns in Grund und Boden. Ihr wisst ja schon was kommt ... die Selbstwendefock machten alles zunichte.

Am Spätnachmittag liefen wir wieder in Warnemünde ein und erlebten einen schönen Abend, wie bereits 2 Tage zuvor.

 

Dienstag, 4. September 2002 (Warnemünde - Burgtiefe)

Für den heutigen Tag hatten wir uns einen schönen Schlag bis Burgtiefe vorgenommen und hofften endlich mal auf bessere Bedingungen. Aber wie schon die Tage zuvor: wenig Wind und schön warm, auch damit kann man leben. Nur wenn einem die anderen Boote alle davonfahren, dass ist schon frustrierend. Eine Alt-Herren-Crew mit einer Dehler 35 rauschte nur so an uns vorbei. Als wir am Spätnachmittag in den Hafen von Burgtiefe einliefen winkten sie uns zu und fragten an, in welcher Bucht wir denn geankert hätten. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Diesen Ärger muss man einfach mit einem erstklassigen Essen und einigen gekühlten Bierchen vom Fas hinunter spülen. Und dazu hat man in Burgtiefe sehr gute Möglichkeiten. Wir haben den Abend ganz ausgiebig genossen und hatten so doch noch einen schönen Tag gehabt.

 

Mittwoch, 5. September 2002 (Burgtiefe - Grömitz)

Da wir das Schiff am Freitag wieder abgeben mussten, kamen weiter entfernte Häfen als Ziel nicht mehr in Frage. Aber der Wind stand gut für einen Kurs nach Grömitz oder Neustadt. Recht zügig ging es heute bei frischem Wind voran. Grömitz hatten wir schon gegen Mittag querab, also erst einmal weiter Richtung Neustadt.

Schon einige Meilen vorm Neustädter Hafen herrschte reger Verkehr. Unsere Kameraden von der Marine übten fleißig für den Ernstfall, ihnen schauten wir eine ganze Weile bei herrlichstem Wetter zu, ehe wir wieder Kurs auf Grömitz, unseren Lieblingshafen nahmen.

Wie jedes Mal, wenn wir dort anlegen, steht ein Besuch des Hafenrestaurants Kap Arkona auf dem Programm. So sollte es auch in diesem Jahr wieder sein. Also, ab unter die Dusche und fein machen war angesagt. Wie all die Jahre zuvor, gab es wieder ein ganz hervorragendes Abendessen und wir brauchten wieder bis weit nach Mitternacht, bis wir den Durst des ganzen Tages an der Bar gelöscht hatten. Die Zeche, die wir bezahlen mussten, war nicht von schlechten Eltern!

 

Donnerstag, 6. September 2002 (Grömitz - Großenbrode)

Heute, am letzten Segeltag, wollten wir es langsam angehen lassen. Die Strecke war eh nicht all zu weit und viel Wind hatten wir auch nicht. Als mal schön langsam mit dem Frühstück beginnen und dann hinaus aufs Meer.

Den ganzen Tag machten wir schöne Schläge an der Küste entlang und ließen die Seele baumeln. Richard servierte auch an diesem Tag zu allen Gelegenheiten Leckereien, selbst angerichtete Salate, Cocktails ... es war eine Lust zu Leben!

So gut gelaunt nahmen wir am Spätnachmittag Abschied von der Ostsee und steuerten die Marina Großenbrode an.

In aller Ruhe verpackten wir unsere Klamotten und brachten den größten Teil schon zum Bulli.

Auch in Großenbrode ist es für uns schon zu einer guten Tradition geworden, den Abend noch in dem kleinen Imbissstübchen zu verbringen. So war es auch in diesem Jahr und mit Gott und der Welt zufrieden hauten wir uns gegen 23 Uhr zum letzten Mal in die Koje.

Eines ist uns allerdings auf diesem Törn klar geworden, dass wir Kleinkreuzer-Besitzer nie mehr ein Schiff mit einer Selbstwendefock chartern werden. Das ist wirklich nur was für Leute, die das ganze Jahr nicht segeln und dann für eine Wochen ein Boot chartern. Einen Segler kann so etwas nicht zufrieden stellen. Zuhause auf unseren eigenen Booten lassen wir die Genua so lange stehen, wie es nur eben geht!

Für das nächste Jahr haben wir uns auf jeden Fall schon wieder viel vorgenommen - unser Motto lautet schon jetzt: Großenborde, wir kommen wieder!

 

Freitag, 7. September 2001 (Reisetag)

Nach einer stressfreien Autofahrt über 495 km erreichten wir am Nachmittag wieder unsere Lieben daheim. Eine schöne Woche war somit wieder einmal vorbei und ein langer Winter lag vor uns. Aber man hat auch Zeit, solch auf das Frühjahr zu freuen und auf den nächsten Fronleichnamstörn, egal ob mit der eigenen Sprinta oder mit dem Charterboot.

 

 

 

 

 


Kalla


Torstenn


Molli

n
Richard