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Oefter mal wieder reinschauen

mit Ankatrin II:   
Franz-Josef Molitor + Ferdi von der Hövel (Sprinta DS)

Myrna 3:             
Klaus-Peter Blessenohl + Wigbert Roecken (Sprinta 70)

Alte Hexe:          
Josef Bitter + Werner Rüden (Varianta K 4)
 

Am Samstagmorgen, den 14. Juni starteten Ferdi von der Hövel und ich um 5.15 Uhr von Oeventrop aus mit unserem schweren Gespann Richtung Lemmer in Holland. Eine Woche Segeln stand auf unserem Wunschzettel. Angeschlossen hatten sich auch die beiden Mescheder Klaus-Peter Blessenohl und Wigbert Roecken, die etwa eine Stunde später von Meschede aus mit ihrem Gespann starteten.

Nach einer gemütlichen, 4-stündigen Fahrt, kamen beide Gespanne zwischen 9 und 10 Uhr im Hafen "Groote Brekken" an, wo anschließend vom Kranmeister Johann die beiden Sprintas zu Wasser gelassen wurden. Die nachfolgenden Arbeiten wie Aufriggen und Trimmen sowie das Ergänzen der Einkäufe nahm noch einige Stunden in Anspruch; doch gegen 15 Uhr war es endlich soweit: die große Fahrt konnte beginnen.

Da Klaus-Peter sein Schiff erst neu erworben hatte und somit noch keinen Fahrpraxis besaß, gingen wir nicht gleich um die Ecke aufs Ijsselmeer, sondern wählten die geruhsamere Route über die Friesenmeere und Kanäle. Über Groote Brekken, Sloten, Sloter Meer und Woundsend kamen wir nach Heeg, wo wir unseren Kurs wechselten, um über das Heeger Meer und Flüssen nach Stavoren zu gelangen. Es war eine schöne, gemütliche Fahrt bei allerbestem Wetter. Die Sonne brannte wie in Spanien vom Himmel, es war eine Lust zu Segeln.

In Stavoren machten wir in einer kleinen Lücke im Stadtkanal fest; im 2-er Päckchen liegend beobachteten wir unseren Grillmeister Wigbert, nachfolgend nur noch "Wiggi" genannt, wie er die mitgebrachten Röstbratwürstchen auf dem eignen Grill bräunte und sie uns knackig knusperig im Cockpit servierte. Unser Brand wurde mit eingeführten Veltins und Warsteiner gelöscht; lediglich Ferdi labte sich an seiner geliebten Apfelschorle.

Da wir einen langen und ereignisreichen Tag hinter uns hatten krochen wir schon recht bald in unsere Kojen, um uns von den Strapazen des Tages zu erholen. 

Sonntag, 15. Juni

Am nächsten Morgen weckte uns schon strahlender Sonnenschein und jagte uns aus den Federn. Dank unseres mitgenommenen Moskitonetzes, welches wir über den Niedergang legen konnten, kamen wir, im Gegensatz zu Klaus-Peter und "Wiggi" ungeschoren davon. Unsere beiden Freunde jedoch hatten zahlreiche Einschüsse heimischer Insekten zu verzeichnen. Im nicht gerade komfortablen und etwas dreckig anmutenden Waschhaus erledigten wir notgedrungen unsere Morgentoilette. Nach dem reichhaltigen Frühstück steuerten wir sodann die in unmittelbarer Nähe liegende Schleuse zum Ijsselmeer an.

"Von Süd, weht ein Wind und zieht mich hinaus aufs Meer", konnten wir fröhlich singen und unter Spinnaker düsten wir anfangs mit 5-6 Knoten Richtung Makkum im Nordosten des Binnenmeeres. Da es erst 14 Uhr war, beschlossen wir, noch einen Amwindkurs nach Medemblick einzuschlagen. Gegen 17 Uhr liefen wir in den geräumigen Hafen ein und machten an der hintersten Mole fest. Von hier war es zum Waschhaus recht weit, dafür aber zur Innenstadt um so näher.

Schon bei der Hafeneinfahrt hatten wir das verlockende Schild eines Fischlokales gesichtet und so zog es uns nach einem kleinen Stadtrundgang auch gleich dorthin. Die gesalzenen Preise konnten uns nicht von der Einnahme eines fürstlichen Menüs abhalten. Das 4-Gang-Menü schmeckte vorzüglich und war krönender Abschluss eines schönen Segeltages.

Montag, 16. Juni

Für den heutigen Tag hatten wir uns das schöne Städtchen Hoorn als Etappenziel ausgesucht; zuvor wollten wir allerdings auch noch dem besonders schönen Enkhuizen einen Besuch abstatten.

Frisch geduscht und durch ein leckeres Frühstück gestärkt machten wir uns auf den Amwindkurs, der uns zügig voran brachte. Kurz nach Mittag erreichten wir den großen Hafen von Enkhuizen. Wir suchten uns zwei passende Parkboxen und machten uns auf Schusters Rappen auf ins herrliche Städtchen. Die Stadt bietet jede Menge historische Bauwerke, die nicht nur das Seglerherz erfreuen. Ferdi und ich gingen auf Fotosafari, währenddessen sich "Wiggi" und Klaus-Peter mit einer Portion Kibbelinge stärkten. So landeten wir nach einem ca. einstündigen Rundgang wieder bei unseren Booten und weiter ging die flotte Fahrt zur Schleuse. Hier wurden wir von einer Neuigkeit überrascht: ca. 300 m neben der bekannten alten Schleuse haben die Holländer eine zweite, mit 2 Schleusenkammern gebaut, sodass die gefürchteten Staus der Vergangenheit angehören. Wir profitierten von dieser Neuschöpfung, denn es herrschte sehr reger Verkehr in dieser Fronleichnamswoche. Ruckzuck waren wir durch und mit mäßigem, achterlichem Wind schaukelten wir gemächlich der bekannten Stadt Hoorn entgegen. Auf den letzten Meilen hatte Odin noch ein Einsehen und schickte uns eine frische Brise, so dass wir mit 5 Knoten auf die Stadt zurauschten, die dem berühmtestesten Kap der Welt, dem Kap Hoorn seinen Namen gab.Gleich nach der Ankunft schmiss "Wiggi" wieder den Riemen auf die Orgel, sprich Holzkohle in den Grill und bräunte uns diesmal, echt holländische Grillwürstchen, die leicht gewöhnungsbedürftig waren. Doch gekauft und gebraten, dann heißt es auch verputzen, und so blieb nichts übrig, außer ein bisschen Grillasche. Leider vergaß unser Chefkoch die Grill-Roste, was sich später noch böse

Gut gestärkt machten wir uns frisch und anschließend auf den Weg durchs altehrwürdige Städtchen. Wir waren begeistert von den schmucken Bauwerken und den putzigen Gassen und Häuschen. Vor allem der Stadthafen, direkt an einem Park gelegen, war ein ganz besonderer Augenschmaus; eine Idylle wie auf den Gemälden der alten holländischen Meister.

Den Absacker nahmen wir in einem Straßencafe und gegen 22 Uhr gingen wir zu den Booten zurück, denn am nächsten Tag wollten wir wieder nach Lemmer, um dort in zwei Tagen Josef Bitter und Werner Rüden mit der Varianta "Alte Hexe" in Empfang zu nehmen, die aus beruflichen Gründen erst am Mittwoch anreisen konnten.

Dienstag, 17. Juni

Nach dem üblichen Morgenzeremoniell (duschen und frühstücken) ging es bei frischem Wind zurück zur Schleuse in Enkhuizen. Ab hier streikte plötzlich der 10-PS-Honda von "Myrna 3". Der 4-Takter kam nicht mehr richtig auf Touren und so beschlossen Klaus-Peter und "Wiggi", von Enkhuizen aus bis Lemmer zu motoren, da sie das Risiko nicht eingehen wollten, den Motot evtl. nicht mehr starten zu können.

Wir machten uns auf den langen Schlag und nach insgesamt 38 sm am Wind erreichten wir gegen 22 Uhr den Hafen in Lemmer, etwa 2 Stunden nach "Myrna 3". Erstmalig an diesem Tag kam von Hoorn bis Lemmer unsere Selbststeueranlage zum Einsatz. Das Teil war ein Traum; wie an der Schnur gezogen zog "Ankatrin II" ihre Bahn und entlastete bei stürmischen Wetter die Crew doch ungemein. Wir konnten uns ganz auf die Belange des Schiffes konzentrieren und trimmten nach Herzenslust, immer auf der Suche nach der höchsten Geschwindigkeit. 6 Knoten erreichten wir unzählige Male, es war ein Seglertag, wie man ihn sich nur wünschen kann, und das alles bei einem azurblauen Himmel.
 

Mittwoch, 18. Juni

Am frühen Morgen schleppte Klaus-Peter seinen Honda in die nur wenige Meter entfernte Werkstatt des Mechanikers Johann. Man wollte ein Teil des Motors durch ein neues ersetzen, stellte aber fest, dass es für dieses ältere Baujahr keine Ersatzteile mehr gab. Somit musste das Teil mit Hausmitteln repariert werden, was sich aber als sehr schwierig herausstellte. "Wiggi" un dich fuhren in die Stadt und kauften für den Abend jede Menge Grillgut ein.

Inzwischen waren gegen 10 Uhr auch unsere Segelfreunde Josef Bitter und Werner Rüden im Hafen eingetroffen und mit vereinten Kräften unterstützten wir sie beim Slippen der Varianta und den weiteren anstehenden Arbeiten. Inzwischen verschob sich der Reparaturtermin des Außenborders zum ersten Mal von 12 Uhr auf ca. 16 Uhr ("Wiggi" sagte aber sofort: "es wird morgen drüber!")

Wir haben Klaus-Peter angeboten, ihn auf eine kleine Rundreise auf den Friesenmeeren zu schleppen, wann immer es notwendig würde; die beiden hatten aber nicht so richtig "Bock" darauf und blieben im Hafen und erkundeten später mit dem PKW die Gegend.

Bei herrlichen Windbedingungen machten die "Alte Hexe" und "Ankatrin" eine Rundfahrt über den Groote Brekken, das Tjeuker Meer und das Koufurder Meer zurück nach Lemmer. Bei der Einfahrt in das Koufurder Meer liefen dann beide Boote auf Grund, was bei dem Schlick aber nicht besonderes problematisch wurde. Problematisch wurde es allerdings für das Schwert der K 4, denn dieses ließ sich von nun an nicht mehr hochziehen. Josef Bitter vermutete, dass es sich beim Krängen verzogen hat.

Als wir den Hafen im Lemmer wieder erreichten, waren "Wiggis" Worte schon Wahrheit geworden; die Reparatur verschob sich auf den nächsten Tag. Gott sei Dank ist Fronleichnam in Holland kein Feiertag, sonst wäre der Honda erst am Freitag wieder flott geworden. Die inzwischen doch etwas eingetrübte Stimmung verschlechter sich auch noch dadurch, dass es inzwischen mit der spanischen Hitze vorbei war und sich skandinavische Kälte breit machte. Dazu gesellte sich auch noch echter holländischer Landregen. Dieser setzte aber erst ein, nachdem wir die Holzkohle im Grill angezündet hatten. Nun begann die Suche nach dem Grillrost, der jetzt noch einsam im Hoorn den Kinderspielplatz bereichert. Es wurden mehrere Versuche unternommen den Grillabend zu retten, aber vergebens. In der Alu-Schale wollten die Hamburger und Grillwürstchen einfach nicht garen, zudem war inzwischen der Wind viel zu stark geworden und außerdem regnete es inzwischen in Strömen. Vorsorglich hatte ich schon mal bei "Ankatrin II" die Kuchenbude aufgebaut, so dass wir hier alle Mann Unterschlupf fanden. "Wiggi" hatte inzwischen aus Hamburgern und Bratwürstchen kleine Frikadellen geknetet, die nun auf unserem Spirituskocher in die Pfanne gehauen wurden. Sie schmeckten vorzüglich.

So verbrachten wir den Abend im Hafen in Lemmer unter unseren Kuchenbuden und vertilgten etwas von dem mitgebrachten Bier.

Donnerstag, 19. Juni

Über Nacht hatte der Wind auf 7 Windstärken zugenommen und die Prognose änderte sich auch nicht für den neuen Tag. Somit war klar: das Ijsselmeer sehen wir heute nicht. Über Kanäle und diverse Friesenmeere machten wir uns Binnen auf eine lange Reise, denn wir wollten Makkum noch an diesem Tag erreichen.

Am Morgen erhielt ich von meiner Tochter Angela eine SMS, das die Jugendgruppe des SCHM mit 5 Erwachsenen und 20 Jugendlichen in Lemmer bei McDonalds sitzen um dort zu frühstücken. Ich fuhr mit dem Auto gleich hin, um als Vorstandsmitglied des SCHM unseren Nachwuchs und die mitreisenden Betreuer zu begrüßen. Paul Gronau, Martin Schwonzen und Michael Henze hatten die wertvolle Fracht mit 3 Kleinbussen in der Nacht von Meschede nach Lemmer kutschiert. Unterstützt wurden die drei Männer durch Ute Schwonzen und Karola Gronau, die als versierte "Kochfrauen" an diesem Donnerstag erstmalig auf dem Plattbodenschiff zum Einsatz kamen. Man hatte das Schiff schon besichtigt und war begeistert von der Sauberkeit und Ausstattung des alten Holländers. Mit dem Skipper hatten unsere Leute ausgemacht, nach Makkum zu fahren, und somit war dies auch unser erklärtes Ziell.

"Über 7 Brücken musst Du gehn", so lautet der Titel eines Ohrwurms der Pop-Gruppe "Karat" aus den 80er Jahren. Für uns wurden es gleich zweimal 7, nämlich genau 14, bis wir Makkum an diesem stürmisch Tag erreichten. Hänge-, Dreh- und Klappbrücken wechselten sich in schöner Reihenfolge ab und in einer ganzen Armada bewegte sich unser Tross von einer Brücke zur nächsten. An einer Selbstbedienungsbrücke konnten wir leibhaftig mit ansehen, wie ein Segler bei Rot durch die Brücke fuhr und diese sich schloss, als er mitten drin steckte. Wie in einer Kombizange wurde er zusamengepresst und konnte sich nur unter großer Kraftanstrengung aus dieser Umklammerung befreien.

Unterwegs legten wir zur Mittagszeit an einem Kanal an, um uns eine Suppe zu kochen. Wir hofften auch, dass uns Klaus-Peter und "Wiggi" einholen würden, die bedingt durch die Motorreparatur erst eine Stunde später gestartet waren. Das heißt, gestartet waren sie mit uns, aber nach wenigen Metern stotterte der Motor bereits wieder, so dass die beiden wieder zur Werkstatt umkehrten. Was nun letztendlich kaputt ist, konnte bis heute nicht geklärt werden. Fest steht nur, dass der Motor super läuft, wenn man ihm die Haube abnimmt. Offensichtlich ein Luftproblem, und so kamen die beiden die restlichen Tage gut damit über die Runden.

Das lange Warten vor den Brücken gestaltet sich bei so starkem Wind, wie wir ihn an diesem Tag hatten, mitunter recht schwierig. Zwei Boote machte uns dann vor, wie sie die Phasen überstehen: sie fahren einfach in den Schlick und verharren dort reglos bis zur Brückenöffnung; dann fahren sie mit Maschine rückwärts aus dem Schlick und weiter gehts. Diesen Trick sollte man sich merken, durch ihn wird viel Stress vermieden.

In Makkum bekamen wir am letzten Steg noch alle drei nebeneinander ein einigermaßen ruhiges Plätzchen. Der Sturm tobte jetzt über Holland und Nordsee mit voller Wucht. Ein riesiges Fabrikgebäude schützte uns vor diesem Unwetter und wir dachten schon mit Schrecken an den nächsten Tag. Doch zuvor wollten wir noch den Abend genießen und gingen ins Städtchen auf Besichtigungstour, die mit einem schönen Abendessen in einem ganz tollen Lokal endete.

Am Abend besuchte ich noch einmal unsere SCHM-ler auf ihrem Plattbodenschiff, um mich nach dem Befinden zu erkundigen. Einigen Jugendlichen hatte die Fahrt übers Ijsselmeer doch ein wenig zugesetzt. In Makkum trafen wir auch noch andere Bekannte:  Andreas Hölter waren mit einer Tischtennis-Gruppe aus Warstein auf Fronleichnamstörn mit einem gecharterten Plattbodenschiff. Andreas besuchte uns noch am Abend auf "Akatrin II". Von seinem Vater Dieter, der mit auf Törn war,  haben wir aber nichts gesehen.

Bei heulendem Sturm zogen wir uns den Schlafsack über die Ohren und leicht schaukelnd schlummerten wir bis zum nächsten Morgen.

Freitag, 20. Juni

Da mir Paul Gronau, Martin Schwonzen und Michael Henze am Vorabend gesagt hatten, sie möchten am nächsten Tag nach Hoorn, ging ich am Morgen noch mal kurz zur Verabschiedung bei ihnen vorbei, denn noch mal Hoorn stand nicht auf unserem Programm. Bei dieser Gelegenheit zeigte mir Paul das Schiff, das wirklich ganz große Klasse war. Paul und Martin äußerten sich auch sehr lobenswert über unseren Jugendbetreuer Michael Henze, der die ganze Fahrt völlig allein organisiert hatte. Michael hatte das Boot gechartert, die Kleinbusse organisiert, die Einkaufslisten zusammengestellt und was sonst noch alles zu einer solchen Organisation gehört. Abends ging er mit den älteren Jugendlichen raus und warf ein waches Auge auf seine Schäflein. Da kann man ihm Namen des Vorstands an dieser Stelle nur deutlich Danke sagen.

Doch nun weiter zum Törn. Geh´n wir raus oder nicht? das war die große Frage. Während Josef Bitter noch Kraftstoff an einer Tankstelle der Marina Makkum bunkerte wagten Ferdi und ich uns schon mal bis zur Hafeneinfahrt raus. Zahlreiche kleine Boote quälten sich durch die hohe See, denn der Wind mit Stärke 6 aus West hatte eine turbulente Grundsee vor der Hafeneinfahrt produziert. Aber was die können, das können wir auch, dachte ich und fuhr zum Jachthafen zurück. Doch schon 10 Minuten wurden wir eines besseren belehrt. Bisher hatte mich mein 5-PS-ler kräftig gegen den Wind geschoben, wann immer es sein musste, doch nun kam er an seine Grenzen. Je höher die Wellentäler wurden, umso langsamer wurde die Fahrt, bis ich schließlich bei null Knoten auf dem GPS ankam und das Schiff steuerlos abtrieb. Noch einmal versuchte ich Fahrt aufzunehmen, um die letzten Wellen zu überwinden, sah dabei aus den Augenwinkeln aber schon Josef Bitter und Werner Rüden, die das Weite suchte, dicht gefolgt von Klaus-Peter und "Wiggi". Bei ihnen reichte zwar die Motorkraft, es war ihnen aber die Welle wohl zu hoch; eine solch turbulente See wollten sie sich offensichtlich über Stunden nicht antun. Unser letzter Versuch war inzwischen auch gescheitert und Ferdi war froh, dass ich das Ansinnen Ijsselmeer aufgab.

Also ging es zurück zur Schleuse nach Makkum. Dort kamen wir gerade zur Mittagszeit an, Zeit genug, die neue Route zu besprechen.
Zuerst sollte Hindelopen unser neues Ziel sein, doch der geringe Tiefgang in den Kanälen vereitelte das Vorhaben. Also stand wieder Stavoren als Reiseziel fest. Von dort wollten wir dann am letzten Tag endgültig über das Ijsselmeer nach Lemmer zurücksegeln.

Nach einer kräftigen Stärkung an einer Fischbude wurde diese Fahrt durch die Kanäle ein Genuss. Wir konnten die gesamte Strecke von Makkum bis zum Heeger Meer raumschots oder mit halbem Wind absegeln. Ab Heeger Meer ging es dann aber voll zur Sache. Bei ca. 6 Windstärken am Wind wurden der Varianta doch schnell die Grenzen gezeigt und Josef und Werner holten vernünftigerweise die Segel runter und motorten nach Stavoren. "Myrna" hatte das Segeln noch früher aufgegeben und so blieben wir das einzige Boot, das sich auf einem Am-Wind-Kurs auf dem Heeger Meer bewegte. Nur mit Genua I rauschten wir mit bis zu 6,1 Knoten Richtung Stavoren, bis uns die erste Brücke zum Halten zwang. Unsere beiden "Motorboote" waren nur unwesentlich schneller dort als wir. Von der Sprinta war ich an diesem Tag richtig begeistert. Rechtschaffen müde kamen wir am Spätnachmittag in Stavoren an, wo uns Josef ein schönes Plätzchen in der Marina reservierte. An diesem Abend schlief ich bereits um acht Uhr ein, so müde war ich von der Bolzerei geworden.

Samstag, 21. Juni

Heute war unser letzter Tag! Wir setzten große Hoffnungen in ihn und wurden nicht enttäuscht. Von Stavoren aus segelten wir auf Raumschotskurs bis zur Industrie-Schleuse in Lemmer. Unterwegs setzten wir den Spinnacker; doch starke Böen zwangen uns, das bunte Vorsegel zu bergen, da der Baumniederholer die hohen Kräfte einfach nicht bändigen konnte. Es stellte sich heraus, dass wir mit ausgebaumter Genua I genau so schnell unterwegs waren; in der Spitze, lt. GPS mit 6,2 Knoten.

Gegen 15 Uhr endete unser diesjähriger Fronleichnamstörn. Mast legen und Kranen nahm noch eine gewisse Zeit in Anspruch, dann ging es gegen 17 Uhr wieder auf die Heimreise. Gegen 21.15 Uhr erreichten wir Oeventrop und freuten uns darüber, dass wir wieder eine so schöne Woche erleben durften. Holland ist einfach für uns NRW-ler das ideale Segelrevier.

Nun lautet die schwierige Frage: "Was machen wir im nächsten Jahr?“ – Vielleicht mal eine Teinahme an der Regatta „Bodensee rund?                                                                                 Franz-Josef Molitor

 

Molli



Ferdin

 

 

Micki

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Wiggi

 

Josef

 

Werner